Tomaten anbauen: Geschichte, Anbau und Pflege im Garten

Tomaten anbauen gehört heute zu den beliebtesten Aufgaben im Gemüsegarten: Bis um die Jahrhundertwende waren Tomaten bei uns nur als Zierpflanzen bekannt. Heute sind sie das vielseitigste Gemüse überhaupt – roh, als Salat, zu Tunken, Suppen oder als Saft. Inzwischen werden weltweit Millionen Tonnen Tomaten angebaut und verarbeitet.

Geschichte und Bedeutung der Tomate

Bis um die Jahrhundertwende waren die Tomaten bei uns nur als Zierpflanzen bekannt. Man nannte sie damals Paradies- oder Liebesäpfel. Noch Anfang des 17. Jahrhunderts wurden für eine einzige Pflanze wegen ihres Seltenheitswertes bare 1000 DM nach heutigem Geld bezahlt. Die Botaniker tauften sie Solanum lycopersicum und zählten sie zu den Nachtschattengewächsen. In Peru hat die Wiege der Tomate gestanden. Heiß umstritten war um die Jahrhundertwende die Essbarkeit – man lehnte Tomaten nämlich als giftig ab. Trotz allen Streits konnte man jedoch den Siegeszug als wertvolles Nahrungsmittel nicht aufhalten.

Standort, Boden und Aussaat von Tomaten

Tomaten lieben einen sonnigen, windgeschützten Platz. Mindestens sechs Stunden direkte Sonne pro Tag sind ideal. Der Boden sollte nährstoffreich, locker und gut durchlässig sein. Schwere Böden können mit Kompost und Sand verbessert werden. Ab Mitte Februar können Tomaten auf der Fensterbank vorgezogen werden. Säen Sie die Samen etwa 0,5 cm tief in Anzuchterde und halten Sie sie gleichmäßig feucht. Nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die Jungpflanzen ins Freie. Pflanzen Sie sie tief ein bis zum ersten Blattpaar, das fördert die Wurzelbildung.

Pflege, Düngung und Ausgeizen von Tomaten

Tomaten sind Starkzehrer und brauchen regelmäßig Nährstoffe. Düngen Sie alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Tomatendünger. Gießen Sie gleichmäßig von unten, um die Blätter trocken zu halten. Entfernen Sie regelmäßig die Geiztriebe aus den Blattachseln, solange sie noch klein sind. Im Gewächshaus sind Tomaten vor Regen geschützt, was das Risiko von Braunfäule deutlich senkt. Achten Sie auf regelmäßiges Lüften, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch wird. Ernten Sie Ihre Tomaten, wenn sie vollreif und durchgefärbt sind.

Häufig gestellte Fragen

Warum wurden Tomaten früher als giftig abgelehnt?

Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen, zu denen auch giftige Pflanzen zählen. Bis ins 19. Jahrhundert wurden sie deshalb als ungenießbar oder giftig angesehen, bevor sich ihr Siegeszug als Nahrungsmittel durchsetzte.

Warum müssen Tomaten ausgegeizt werden und welche Sorten brauchen das?

Stabtomaten werden ausgegeizt, damit die Pflanze ihre Energie in die Fruchtbildung steckt statt in Triebwachstum. Buschtomaten müssen nicht ausgegeizt werden.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 68

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