Süßkirsche anbauen: Standort, Sorten und Pflege

Die Süßkirsche (Prunus avium) gehört zu den beliebtesten Obstbäumen im Hausgarten und begeistert mit aromatischen, saftigen Früchten. Mit der richtigen Sorte, einem sonnigen Standort und einem Vogelschutznetz kannst du dich auf eine reiche Ernte freuen – ohne Konkurrenz durch gefiederte Naschkatzen.

Standort und Ansprüche der Süßkirsche

Süßkirschen bevorzugen sonnige, warme Standorte mit einem tiefgründigen, nährstoffreichen Boden. Sie sind robuster als Pfirsiche und Aprikosen und gedeihen auch in kühleren Regionen. Staunässe vertragen sie jedoch nicht – ein gut durchlässiger Boden ist daher wichtig. Die meisten Süßkirschensorten sind nicht selbstfruchtbar und benötigen eine geeignete Befruchtersorte in der Nähe. Auf starkwachsenden Unterlagen wie Alkavo oder F12/1 werden Süßkirschen sehr groß und benötigen viel Platz. Für den Hausgarten eignen sich daher schwach wachsende Unterlagen wie GiSelA 3, 5 oder 6, die den Baum kompakt halten und eine frühe Fruchtbarkeit fördern. Der Pflanzabstand beträgt je nach Unterlage 3 bis 10 Meter.

Süßkirsche schneiden und vor Schädlingen schützen

Süßkirschen werden am besten im Sommer nach der Ernte geschnitten, da sie im Winter anfälliger für Pilzkrankheiten sind. Beim Schnitt werden zu dicht stehende, kreuzende oder nach innen wachsende Äste entfernt und die Krone ausgelichtet. Ein häufiger Schädling bei Süßkirschen ist die Kirschfruchtfliege, deren Larven in die Früchte eindringen und diese ungenießbar machen. Gelbtafeln helfen, den Schädling zu überwachen. Auch Vögel – vor allem Amseln und Stare – können die Ernte erheblich dezimieren. Ein Vogelschutznetz, das rechtzeitig vor der Reife über den Baum gespannt wird, schützt die Früchte wirksam. Bei großen Bäumen haben sich glitzernde Folien oder CDs als Vogelscheuchen bewährt.

Süßkirschensorten für den Hausgarten

Für den Hausgarten eignen sich vor allem selbstfruchtbare oder auf schwach wachsenden Unterlagen veredelte Süßkirschensorten. Herzkirschen und Knorpelkirschen sind die beiden wichtigsten Typen: Herzkirschen haben ein weiches, saftiges Fruchtfleisch und eignen sich vor allem für den Frischverzehr. Knorpelkirschen haben ein festeres Fruchtfleisch und sind besser für die Verarbeitung und Lagerung geeignet. Bei der Sortenwahl solltest du auch auf die Reifezeit achten: Früh reifende Sorten sind weniger anfällig für die Kirschfruchtfliege, da die Früchte vor dem Hauptflug des Schädlings geerntet werden können. Die Ernte erfolgt je nach Sorte von Juni bis August.

Gaertner Poetschkes Tipp: Bringe das Vogelschutznetz rechtzeitig vor der Reife über deinen Kirschbaum – nur so kannst du die Früchte vor Amseln und Staren schützen, die sonst die gesamte Ernte dezimieren.

Häufig gestellte Fragen

Warum sind die meisten Süßkirschensorten nicht selbstfruchtbar?

Süßkirschen benötigen Pollen einer anderen Sorte zur Befruchtung. Ohne geeignete Befruchtersorte in der Nähe bleibt der Ertrag gering. Es empfiehlt sich daher, zwei verschiedene Sorten zu pflanzen.

Wie schützt man Süßkirschen vor der Kirschfruchtfliege?

Gelbtafeln helfen, den Schädling zu überwachen. Früh reifende Sorten können vor dem Hauptflug der Kirschfruchtfliege geerntet werden. Zugelassene Pflanzenschutzmittel können bei starkem Befall eingesetzt werden.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch Band III – Obst

Seiten: 79, 80, 81, 82, 83, 84

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