Stickstoffduenger im Garten: Wirkung, Arten und richtige Anwendung

Stickstoffdünger im Garten bewirkt Wüchsigkeit, starkes Triebwachstum und dunkelgrüne Färbung der Pflanzen. Zu stark mit Stickstoff gedüngte Pflanzen werden jedoch zu mastig, sind nicht widerstandsfähig gegen Fäulnis und Krankheitsbefall und blühen wenig. Pflanzen mit üppigem Blattwachstum – wie alle Kohlarten, Rhabarber, Gurken und Zucchini – haben einen hohen Stickstoffbedarf.

Leichtlösliche Stickstoffdünger: Salpeter und seine Wirkung

Leichtlöslich sind alle angebotenen Stickstoffdünger, die das Wort Salpeter führen. Die gebräuchlichsten sind Natron- oder Chilesalpeter mit einem Gehalt von 16 % Stickstoff, ohne irgendwelche pflanzenschädliche Wirkung. Schon acht Tage nach der Anwendung ist die Wirkung an dem dunkleren Blattgrün der Pflanzen erkennbar. Wegen seiner sofortigen Wirkung gibt man ihn am besten als Kopfdünger. Natronsalpeter gibt man nur in kleinen Mengen, weil er bei seiner sofortigen Wirkung nicht lange anhält – dafür je nach Bedarf in zwei Gaben mit vier- bis sechswöchigem Zwischenraum. Die Anwendung soll möglichst kurz vor einem Regen oder einem Gewitter erfolgen. Kalksalpeter ist in der Wirkung und Anwendung wie Natronsalpeter, für schwere und saure Böden sogar noch besser, weil er neben 15 % Stickstoff noch 28 % Kalk enthält.

Schwerlösliche Stickstoffdünger: Kalkstickstoff und Ammoniak

Kalkstickstoff ist sehr lange lagerfähig und enthält rund 21 % Stickstoff sowie 60 % Kalk. Er ist ein sehr nachhaltig wirkender, schwerlöslicher Dünger, gut geeignet für schwere Böden. Die Anwendung erfolgt drei bis vier Wochen vor dem Bestellen des Beetes im Frühjahr. Auf schweren Böden kann er schon im Herbst gestreut werden. Pro Quadratmeter genügen etwa 30 g. Er hat eine außerordentlich desinfizierende Wirkung im Boden und vernichtet manches Unkraut bereits im Keim. Im Garten sollte er nur in gekörnter Form verwendet werden. Schwefelsaures Ammoniak enthält rund 21 % Stickstoff und wirkt langsam, den ganzen Sommer über anhaltend. Es wird vor dem Säen oder Bepflanzen beim Zurechtmachen der Beete eingesetzt.

Stickstoffbedarf verschiedener Gemüse- und Zierpflanzen

Der Pflanzennährstoff Stickstoff bewirkt Wüchsigkeit, starkes Triebwachstum und dunkelgrüne Färbung. Zu stark mit Stickstoff gedüngte Pflanzen werden zu mastig, sind nicht widerstandsfähig gegen Fäulnis und Krankheitsbefall und blühen wenig. Pflanzen mit üppigem Blattwachstum haben einen hohen Stickstoffbedarf – dazu gehören alle Kohlarten, Rhabarber, Gurken, Zucchini und andere Gemüsearten, bei denen es darauf ankommt, viel Blattmasse zu erzeugen. Blühpflanzen und Fruchtgemüse benötigen dagegen weniger Stickstoff und mehr Phosphor und Kali, um Blüten und Früchte auszubilden. Eine ausgewogene Düngung mit allen drei Hauptnährstoffen ist daher immer die beste Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Welche Gemüsepflanzen haben den höchsten Stickstoffbedarf?

Alle Kohlarten, Rhabarber, Gurken und Zucchini haben einen besonders hohen Stickstoffbedarf, da bei ihnen viel Blattmasse erzeugt werden soll.

Was ist der Unterschied zwischen Natronsalpeter und Kalkstickstoff?

Natronsalpeter wirkt schnell und kurzfristig als Kopfdünger, während Kalkstickstoff schwerlöslich ist und langsam über den ganzen Sommer wirkt. Kalkstickstoff eignet sich besonders für schwere Böden.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

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