Radieschen sind die schnellste Zwischenfrucht im Garten – und trotzdem werden sie oft falsch angebaut. Statt sie auf einem eigenen Beet zu verschwenden, kannst du sie überall zwischen anderen Kulturen säen und schon nach wenigen Wochen ernten. Der Trick liegt in der richtigen Aussaat: Jedes Korn braucht Platz, dann gibt es keine Schosser und keine Enttäuschungen.
Standort und Bodenvorbereitung
Noch oft sieht man, dass Radieschen auf ein besonderes Beet allein ausgesät werden. Dabei gibt es keine schneller zu erntende Zwischenfrucht als gerade Radieschen. Oft werden Radieschen viel zu dicht gesät. Groß ist dann das Erstaunen, wenn sie schnell schießen, noch ehe überhaupt eine Knolle zu sehen war. Platz für Radieschen ist überall im Garten, so viel, dass sie gar nicht alle gegessen werden können, wenn er ausgenützt würde. Von jetzt ab muss es dein Ziel sein: Jedes Korn ein Radieschen und keine vorzeitigen Schosser, dazu frühere Ernte. Probiere es einmal so: Der Radieschensamen wird in ein Gefäß geschüttet, mit Zeigefinger und Daumen wird der Samen herausgenommen und wie beim Geldzählen werden auf den Erdboden in je 5 cm Entfernung je zwei Körner gelegt. Mit dem ausgestreckten Mittelfinger drückst du die beiden Körner leicht in den Boden und gleichst die flache Mulde aus. Mit der Zeit bekommst du eine solche Übung, dass es dir Freude macht. Der Vorteil dieser Saatweise ist, dass du an den Rändern und Kanten jeden Beetes Radieschen dibbeln kannst, ohne den dort stehenden Pflanzen oder Saatreihen zu schaden.
Aussaat und Anbau
Radieschen können vom zeitigen Frühjahr an während des ganzen Sommers ausgesät werden. Je wärmer die Witterung ist, um so mehr Wasser benötigen sie. Pelzigwerden ist ein Zeichen von Wassermangel. Radieschen sollen rasch heranwachsen. Gute Sorten sind: „Parat“, ein rundes Radies von leuchtend roter Farbe und feinem kurzem Laub. Es eignet sich fürs Frühbeet und Freiland gleich gut, ist sehr früh und schnellwüchsig, nach 25 bis 30 Tagen erntefertig. „Juwasprint“ ist dunkelscharlachrot und auch für den Herbstanbau geeignet. Es wird kaum pelzig. „Eiszapfen“, als „Glasradieschen“ bekannt, sind lang, weiß, mit leicht grünem Kopf, sehr saftig und äußerst zart im Geschmack. Sie verlangen deshalb auch viel Wasser. Als Sommerrettichsorten sind zu empfehlen: „Minowase Summer Cross Nr. 3″, reinweiß, zart und fest und „Münchner Bier“, eine weiße, langoval zugespitzte Sorte als Winterrettich. Weitere Informationen über das umfangreiche Sortiment holst du dir wieder aus den aktuellen Samenkatalogen.
Ernte, Lagerung und Verwendung
1 g Samen enthält ca. 100 Körner. Die Keimdauer beträgt fünf bis sechs Tage. Die Saat bleibt drei Jahre keimfähig. Auf 1 qm rechnet man 3 bis 4 g Samen. Saattiefe doppelte Kornstärke. In Radieschen und Rettich sind Vitamin B1, B2 und C enthalten. 100 g enthalten 15 Kalorien. Die Wachstumszeit beträgt bei Radies je nach Sorte 20 bis 50 Tage. Eine Normalernte Radieschen entzieht dem Boden an Reinnährstoffen pro qm: 4 g Stickstoff, 2 g Phosphor, 5 g Kali und 3 g Kalk. Der Rettich entzieht einem qm: 12 g Stickstoff, 6 g Phosphor, 10 g Kali und 6 g Kalk. Eine Gabe Pflanzenfutter-Fruchtgarten als Düngung kann ich dir nur empfehlen. Durch die Kürze der Keimperiode eignet sich das Radieschen ganz besonders als Markiersaat für alle langsam keimenden Aussaaten, wie Zwiebeln, Möhren usw.
Gaertner Poetschkes Tipp: Nutze Radieschen als Markiersaat für langsam keimende Kulturen wie Möhren oder Zwiebeln. So siehst du sofort, wo die Reihen verlaufen, und kannst früher hacken – die Radieschen sind längst geerntet, bevor die Hauptkultur Platz braucht.
Häufig gestellte Fragen
Wie verhindere ich, dass Radieschen vorzeitig schießen?
Vorzeitiges Schießen entsteht oft durch zu dichte Aussaat. Lege je zwei Körner in 5 cm Abstand einzeln in den Boden, statt breit zu streuen. So erhält jedes Korn genug Platz und die Radieschen entwickeln sich gleichmäßig, ohne vorzeitig in Samen zu schießen.
Als welche Zwischenfrucht eignen sich Radieschen besonders gut?
Radieschen sind die schnellste Zwischenfrucht im Garten und können an den Rändern und Kanten jedes Beetes angebaut werden, ohne anderen Pflanzen zu schaden. Sie können vom zeitigen Frühjahr an während des ganzen Sommers ausgesät werden und sind in wenigen Wochen erntereif.