Pimpinelle anbauen lohnt sich für alle, die ein vielseitiges, winterhartes Würzkraut im Garten haben möchten: Das auch als Pimpernell, Bibernelle oder Kleiner Wiesenknopf bekannte Kraut ist in Europa heimisch und sehr anspruchslos. Die Pflanze aus der Familie der Rosengewächse hat rundliche, graugrüne, gezahnte Blätter und bildet im Sommer runde, rotgrüne Blütenköpfchen. Als echtes Saisonkraut entfaltet Pimpinelle ihr bestes Aroma im Frühjahr und Frühsommer.
Botanik und Herkunft der Pimpinelle
Pimpinelle (Sanguisorba minor) ist ein in Europa heimisches Gewächs und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Bei uns kommt sie wild auf Wiesen und Trockenrasen vor. Die Pflanze wird 10 bis 50 cm hoch, hat rundliche, graugrüne, gezahnte Blätter an schlanken Stängeln und ist problemlos winterhart. Im Sommer bilden sich runde, rotgrüne Blütenköpfchen. Das Aroma der frischen Blätter erinnert leicht an Gurke und ist mild-würzig. Pimpinelle ist eine der sieben klassischen Kräuter der Frankfurter Grünen Soße, zusammen mit Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Sauerampfer und Schnittlauch. Schon Goethe liebte dieses frische, gesunde Gericht.
Standort, Aussaat und Pflege
Pimpinelle braucht einen lockeren, durchlässigen, mäßig feuchten, kalkhaltigen Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Ansonsten ist sie sehr anspruchslos und möchte nur regelmäßig gegossen werden, Dünger benötigt sie keinen. Gesät wird ab Mai im Freiland an Ort und Stelle in Reihen, die Sämlinge vereinzelt man auf 30 cm Abstand. Werden die Blütenstände regelmäßig entfernt, fördert dies das Blattwachstum und verlängert die Erntezeit. In nassen Wintern kann Wurzelfäule auftreten, weshalb ein gut drainierter Boden wichtig ist. Pimpinelle ist mehrjährig und winterhart, sie treibt im Frühjahr zuverlässig wieder aus. Vermehrt wird sie durch Aussaat oder durch Teilung älterer Horste im Frühjahr.
Ernte und Verwendung in der Küche
Die frischen jungen Blätter eignen sich leider nicht zum Konservieren, Trocknen oder Einfrieren. Insofern ist Pimpinelle ein echtes Saisonkraut, dessen Zeit im Frühjahr und Frühsommer liegt. Geerntet werden die jungen Blätter von April bis Juni, bevor die Pflanze blüht. Das Aroma ist dann am feinsten und mildesten. In der Küche passt Pimpinelle zu Salaten, Quark, Kräuterbutter und Soßen. Sie ist eine der sieben Kräuter der Frankfurter Grünen Soße und verleiht ihr eine leicht gurkenartige Note. Auch als Garnitur für kalte Platten und Suppen eignet sich Pimpinelle gut. Heilkundlich wird sie bei Verdauungsbeschwerden und als blutstillendes Mittel eingesetzt.
Gaertner Poetschkes Tipp: Entferne die Blütenstände der Pimpinelle regelmäßig, sobald sie sich bilden. So förderst du das Blattwachstum und kannst länger frische Blätter ernten.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kräuter gehören zur echten Frankfurter Grünen Soße und welche Rolle spielt Pimpinelle?
Die echte Frankfurter Grüne Soße besteht aus sieben Kräutern: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Pimpinelle verleiht der Soße eine leicht gurkenartige, milde Note. Die Saison beginnt traditionell am Gründonnerstag, die beste Zeit ist jedoch im Mai.
Kann man Pimpinelle auch im Topf auf dem Balkon anbauen?
Ja, Pimpinelle lässt sich gut im Topf kultivieren, wenn der Topf groß genug ist und gut drainiert. Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist ideal. Da die Pflanze nicht eingefroren oder getrocknet werden kann, empfiehlt sich der Anbau im Topf für eine kontinuierliche Frischernte.