Melonen anbauen im eigenen Garten

Mit Gurken und Kürbissen verwandt, gedeihen Melonen auch in Mitteleuropa – vorausgesetzt, du bietest ihnen einen warmen, geschützten Standort. Die wärmeliebenden Früchte belohnen geduldige Gärtner mit süßer, saftiger Ernte, die den Sommer auf der Zunge schmecken lässt.

Aussaat und Vorkultur

Melonen werden ab Ende März in Töpfen auf der Fensterbank vorgezogen. Stecke zwei bis drei Samen pro Topf und lasse nach dem Keimen nur die kräftigste Pflanze stehen. Die Keimtemperatur liegt bei 22 bis 28 Grad Celsius. Halte die Erde während der gesamten Keimphase gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die Jungpflanzen an einen geschützten, vollsonnigen Platz ins Freiland. Im Gewächshaus oder unter Folie sind die Ergebnisse deutlich besser als im offenen Beet. Der Pflanzabstand beträgt 80 bis 100 cm, damit sich die rankenden Triebe gut entwickeln können.

Pflege und Fruchtbildung

Melonen brauchen viel Wärme, Sonne und gleichmäßige Feuchtigkeit. Gieße regelmäßig mit temperiertem Wasser und vermeide Staunässe. Eine schwarze Mulchfolie wärmt den Boden und hält die Feuchtigkeit. Dünge alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Dünger, sobald die ersten Früchte angesetzt haben. Damit möglichst große Früchte heranreifen, belässt du nur vier bis sechs Früchte pro Pflanze und entfernst überzählige Ansätze. Charentais-Melonen eignen sich an geschützten Stellen auch für unser Klima und liefern saftige, süße Früchte. Wassermelonen benötigen noch mehr Wärme und gelingen am besten im Gewächshaus.

Ernte und Reifezeichen

Melonen sind erntereif, wenn sie intensiv duften und sich der Stielansatz leicht vom Fruchtfleisch löst. Bei Zuckermelonen verfärbt sich die Schale und es bilden sich feine Risse am Stielansatz. Wassermelonen klingen beim Klopfen dumpf und hohl, wenn sie reif sind. Die Ernte erfolgt ab August, im Gewächshaus oft schon früher. Erntereife Melonen halten sich im Kühlschrank einige Tage. Angeschnittene Früchte solltest du mit Folie abdecken und innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen. Unreife Melonen reifen nach der Ernte kaum noch nach, deshalb ist der richtige Erntezeitpunkt entscheidend.

Häufig gestellte Fragen

Welche Melonensorten eignen sich für den Anbau in Deutschland?

Charentais-Melonen wie 'Anasta' oder 'Stellio F1' sind für geschützte Standorte in Deutschland gut geeignet. Sie reifen relativ schnell und vertragen kühlere Nächte besser als tropische Sorten. Wassermelonen gelingen am besten im Gewächshaus.

Reifen Melonen nach der Ernte noch nach?

Zuckermelonen reifen nach der Ernte kaum noch nach, deshalb ist der richtige Erntezeitpunkt entscheidend. Achte auf den typischen Duft und die leichte Lösbarkeit am Stielansatz als sichere Reifezeichen.

Gaertner Poetschkes Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 148, 149

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