Mehrjährige Kräuter im Garten: Halbsträucher richtig pflegen

Immergrüne Halbsträucher wie Lavendel oder Berg-Bohnenkraut verholzen im unteren Bereich ihrer Stängel und liefern dir über viele Jahre hinweg aromatische Ernte. Diese winterharten Gewürzpflanzen stammen meist aus dem Mittelmeerraum und gedeihen mit dem richtigen Standort und etwas Winterschutz in kalten Regionen zuverlässig. Sie bereichern deinen Kräutergarten dauerhaft und brauchen dabei nur wenig Pflege.

Was sind mehrjährige Kräuter und Halbsträucher?

Als mehrjährige Kräuter bezeichnet man alle Gewürzpflanzen, die in unseren Breiten winterhart sind. Darunter befinden sich immergrüne Gewächse, die im Winter ihr Laub behalten, wie zum Beispiel Lavendel oder Berg-Bohnenkraut. Ihre Triebe verholzen meist im unteren Bereich, doch selbst wenn die grünen Pflanzenteile in kalten Wintern erfrieren, treiben sie im Frühjahr oft aus den Stängeln oder aus der Basis wieder aus. Man bezeichnet solche Zwischenformen aus Staude und Strauch auch als Halbsträucher. Ihre Heimat ist meist der Mittelmeerraum, weshalb sie bei uns in kalten Regionen einen Winterschutz benötigen. Typische Vertreter sind Lavendel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano und Berg-Bohnenkraut – allesamt Klassiker im Kräutergarten, die mit wenig Pflege auskommen.

Standort und Pflege mehrjähriger Kräuter

Die meisten mehrjährigen Kräuter aus dem Mittelmeerraum bevorzugen sonnige, warme Standorte mit durchlässigem, eher trockenem Boden. Staunässe ist ihr größter Feind und führt schnell zu Wurzelfäule. Ein sandiger oder kiesiger Boden, der Wasser gut ableitet, ist ideal. Gedüngt wird sparsam, da zu viel Stickstoff das Aroma mindert und die Pflanzen weich und anfällig macht. Ein Rückschnitt nach der Blüte im Spätsommer hält die Halbsträucher kompakt und verhindert, dass sie von innen heraus verkahlen. In kalten Regionen empfiehlt sich eine Abdeckung mit Koniferenreisig oder Vlies über den Winter. Besonders empfindliche Arten wie Rosmarin kannst du im Kübel kultivieren und bei Frost ins Haus holen.

Winterschutz und Überwinterung

Viele mediterrane Kräuter sind in milden Regionen Deutschlands problemlos winterhart, in rauen Lagen oder bei anhaltenden Frösten unter minus 10 °C können sie jedoch Schäden nehmen. Lavendel und Berg-Bohnenkraut überstehen mäßige Winter gut, wenn der Boden gut drainiert ist. Rosmarin und Salbei sind etwas empfindlicher und profitieren von einem Winterschutz aus Reisig oder Vlies. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kultiviert empfindliche Arten im Kübel und stellt sie im Winter an einen hellen, frostfreien Ort. Im Frühjahr werden die Pflanzen zurückgeschnitten, um altes, abgestorbenes Holz zu entfernen und den Neuaustrieb zu fördern. Mehrjährige Kräuter werden mit den Jahren immer wertvoller im Garten – sie brauchen kaum Pflege und liefern dir Jahr für Jahr frische Ernte.

Gaertner Poetschkes Tipp: Schneide mehrjährige Kräuter wie Lavendel und Thymian nach der Blüte im Spätsommer zurück – so bleiben die Pflanzen kompakt und treiben im nächsten Jahr kräftig aus.

Häufig gestellte Fragen

Welche mehrjährigen Kräuter sind auch in kalten Regionen winterhart?

Schnittlauch, Sauerampfer und Liebstöckel sind sehr robust und überstehen auch harte Winter problemlos. Lavendel und Berg-Bohnenkraut sind bedingt winterhart und brauchen in rauen Lagen einen Schutz aus Reisig. Rosmarin und Salbei sind empfindlicher und sollten in kalten Regionen im Kübel kultiviert werden.

Warum verkahlen meine mehrjährigen Kräuter von innen und was kann ich tun?

Verkahlende Halbsträucher wie Lavendel oder Thymian brauchen einen regelmäßigen Rückschnitt nach der Blüte im Spätsommer. Dabei werden die Triebe um etwa ein Drittel eingekürzt, aber nie ins alte Holz geschnitten. So bleiben die Pflanzen kompakt und buschig.

Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 323

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