Majoran anbauen: Das Wurstkraut aus dem Mittelmeerraum

Majoran anbauen lohnt sich für jeden Kräutergarten: Das im Volksmund auch Wurstkraut genannte Kraut aus der Familie der Lippenblütler stammt aus dem Mittelmeergebiet und wird bei uns einjährig kultiviert, da es nicht zuverlässig winterhart ist.

Standort und Aussaat von Majoran

Majoran gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt aus dem Mittelmeergebiet. Die 25 bis 30 cm hoch wachsende, kompakte Pflanze entwickelt kleine, ovale, oberseits hellgrüne, unterseits graugrüne, fein behaarte Blätter auf kurzen Stielen. Im Sommer erscheinen kleine, weiße bis lilafarbene Blüten, aus denen sich bis zum Herbst die hellbraunen Samen entwickeln. Majoran wünscht sich einen sehr warmen, sonnigen Standort mit gut durchlässigem, nahrhaftem und leicht kalkhaltigem Boden. Die Aussaat des Lichtkeimers in Reihen mit 20 cm Abstand erfolgt ab April im Freiland, die Samen also nicht oder nur sehr dünn mit Erde abdecken. Später vereinzelst du die Pflanzen auf 10 cm in der Reihe. Majoran lässt sich auch schon ab März in Töpfen auf der Fensterbank vorziehen und ab Mai auspflanzen.

Pflege: Gießen, Düngen und Blütenknospen kappen

Majoran verträgt Trockenheit, also kannst du das Gießen auf die trockensten Perioden im Sommer beschränken. Auf normalen und guten Böden ist Dünger überflüssig, sehr magere Böden vertragen etwas reifen Kompost. Auf feuchten Böden sind die Pflanzen im Sommer anfällig für Wurzelfäule, gelegentlich treten Blattläuse und Spinnmilben auf. Sollten Blattläuse auftreten, wäschst du sie vorsichtig mit Wasser ab. Während des Wachstums kappst du immer wieder die Blütenknospen, damit die Pflanze in Form bleibt und mehr Energie in die Blattbildung steckt. Majoran ist sehr robust und pflegeleicht und eignet sich auch gut für Kräuterbeete auf Terrassen und Balkonen. Majoran kann auch leicht im Zimmer an einem hellen Fenster als Topfpflanze gezogen werden.

Ernte, Trocknung und Verwendung von Majoran

Geerntet werden den Sommer über die frischen Blätter. Im Herbst schneidest du die ganzen Pflanzen knapp über dem Boden ab und lässt sie kopfüber aufgehängt in kleinen Büscheln trocknen. Dabei verliert Majoran kaum an Aroma. Die Blätter kannst du aber auch fein hacken und mit etwas Wasser in einer Eiswürfelform einfrieren. Majoran passt gut zu Salaten, fast allen Gemüsearten und eignet sich auch zur Würze einer Füllung von Fleisch- und Geflügelgerichten, für Wurstbrätt sowie für Marinaden. Das Kraut aromatisiert Kräuteressig und Kräuteröle und findet auch in der mediterranen Küche Verwendung. Verwende Majoran aber sparsam, da er auch getrocknet sein kräftiges Aroma behält. Majorantee wirkt sehr gut verdauungsfördernd und lindert Erkältungen.

Gaertner Poetschkes Tipp: Schneide Majoran im Herbst knapp über dem Boden ab und trockne die Büschel kopfüber. So behält er sein volles Aroma und du hast den ganzen Winter über würziges Trockenkraut.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Majoran und Oregano?

Majoran und Oregano sind eng verwandt, aber Majoran hat ein feineres, süßlicheres Aroma, während Oregano kräftiger und würziger schmeckt. Majoran wird bei uns einjährig kultiviert, Oregano ist mehrjährig und winterhärter.

Kann man Majoran auch im Topf auf dem Balkon anbauen?

Ja, Majoran eignet sich hervorragend für die Topfkultur auf dem Balkon oder der Terrasse. Wähle einen sonnigen Standort und durchlässige Kräutererde. Gieße mäßig, da Majoran Trockenheit gut verträgt, aber Staunässe nicht.

Verwandte Artikel