Kümmel anbauen lohnt sich für jeden Gartenfreund, der aromatische Gewürze selbst ziehen möchte – das heimische Doldengewächs mit dem botanischen Namen Carum carvi ist anspruchslos und vielseitig verwendbar. Von Sauerkraut über Brot und Käse bis hin zu Fleischgerichten ist Kümmel ein unverzichtbares Küchenkraut, das zudem bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden hilft. In Europa weit verbreitet, hat er sich bis nach Asien als geschätztes Gewürz etabliert.
Aussaat und Anbau von Kümmel im Garten
Kümmel ist ein zweijähriges Doldengewächs, das im ersten Jahr eine Blattrosette bildet und im zweiten Jahr blüht und Samen trägt. Die Aussaat nimmst du ab März/April auf einem Saatbeet vor. Nach zwei bis drei Wochen ist der Keimvorgang beendet. Später pflanzt du in 15 cm Abstand aus und achtest darauf, dass die Reihenentfernung 30 cm beträgt, denn die Stengel werden bis zu einem Meter hoch. Ein sonniger bis halbschattiger Standort mit lockerem, durchlässigem Boden ist ideal. Kümmel verträgt keine Staunässe. Die jungen Blätter können bereits im ersten Jahr als Würzkraut geerntet werden – sie haben den typischen Kümmelgeschmack und eignen sich hervorragend für Salate und Suppen. In Niedersachsen wird er als Kümmelkohl wie Spinat zubereitet. Im zweiten Jahr bildet die Pflanze ihre charakteristischen Dolden mit den aromatischen Samen.
Ernte der Samen und Verwendung in Küche und Volksmedizin
Kümmel ist eines der vielseitigsten Gewürze überhaupt. Zum Sauerkraut, zu Brot und Käse, Quark, Kartoffeln und Soßen, zu Suppen, Salaten, Roten Rüben und Rohkost sowie zu Fleischspeisen – besonders zu Hammel und Kaninchen – ist er äußerst wertvoll. Vor allem darf diese Würze wegen ihrer außerordentlichen Wirksamkeit gegen Blähungen bei etwas blähenden Gemüsearten niemals fehlen. Bei der Brotbäckerei und als Wurstwürze genießt er nach wie vor hohes Ansehen. In der Likör- und Schnapsbrennerei wird er ebenfalls eingesetzt. In der Volksmedizin brauchst du die Samenkörner bei Leibschmerzen, Koliken und Magenkrämpfen: 10 g Samen auf einen halben Liter Wasser. Auch in Milch gekocht – 5 g Samen pro Liter – bleibt die blähungsmindernde Wirkung erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Warum hilft Kümmel bei Blähungen und Verdauungsproblemen?
Kümmel enthält ätherische Öle wie Carvon und Limonen, die krampflösend wirken und die Verdauung fördern. Deshalb wird er traditionell zu blähenden Gemüsegerichten wie Kohl oder Hülsenfrüchten gereicht. In der Volksmedizin werden 10 g Samen auf einen halben Liter Wasser als Tee empfohlen.
Wann und wie werden Kümmelsamen geerntet?
Die Kümmelsamen werden im zweiten Standjahr geerntet, wenn sie sich bräunlich verfärben. Schneide die Dolden morgens im Tau ab und lasse sie an einem luftigen, schattigen Ort nachtrocknen, bevor du die Samen abstreifst und in luftdichten Behältern aufbewahrst.