Kräutergarten planen und anlegen beginnt mit dem Abräumen eines weit verbreiteten Missverständnisses: Den einen Kräutergarten gibt es in Wirklichkeit gar nicht, denn nicht alle Kräuter haben die gleichen Standortansprüche. Manche mögen es sonnig, andere vertragen nur halbschattige Standorte; die einen wollen ständig feuchte Böden, die anderen würden in nassem Boden rasch verfaulen. Wer diese Unterschiede kennt und berücksichtigt, legt einen Kräutergarten an, der dauerhaft gedeiht und reiche Ernte liefert.
Standort und Lage des Kräuterbeetes
Beete mit Küchenkräutern sollten nicht zu weit vom Haus entfernt angelegt werden, denn es ist unpraktisch, wenn man für jedes Sträußchen Petersilie und jeden Stängel Schnittlauch quer durch den ganzen Garten laufen muss, womöglich noch bei Regenwetter. Ein Plätzchen in Küchennähe ist daher sehr praktisch, wo zumindest die wichtigsten Küchenkräuter gedeihen. Kräuter, die man selten braucht, können in größerer Entfernung vom Haus gepflanzt werden, sollte der Platz nicht reichen. Eine hübsche Idee ist es, ein paar Kräuter in Töpfen auf der Terrasse oder dem Fensterbrett zu haben, damit sie jederzeit griffbereit sind. Windexponierte Standorte sind für Kräuter genauso wenig geeignet wie schattige Senken oder Standorte unter großen Bäumen oder Sträuchern.
Kräuter nach Standortansprüchen gruppieren
Nicht alle Kräuter lassen sich in einem einzigen Beet vereinen, weil ihre Standortansprüche zu unterschiedlich sind. Manche mediterranen Gewächse bevorzugen kalkige, trockene Böden, während andere wie Bärlauch und einige Minzearten feuchte Standorte bevorzugen und zum Wuchern neigen. Letztere sollten entsprechend in ihre Schranken verwiesen werden oder einen Standort bekommen, wo sie sich ausbreiten können, ohne Schaden anzurichten. Wenn die Liste mit den wichtigsten Kräutern zusammengestellt ist, können sie entsprechend ihrer Standortansprüche einen Platz erhalten. Bei runden Kräuterbeeten pflanzt man die höchsten Arten in die Mitte, etwa einen Liebstöckel oder Gewürzfenchel, nach außen hin werden dann die anderen Arten in alle Richtungen abnehmend nach ihrer Wuchshöhe gestaffelt gesetzt.
Beetgestaltung und praktische Tipps für den Kräutergarten
Ein gut geplanter Kräutergarten ist nicht nur funktional, sondern auch ein Schmuckstück im Garten. Geschwungene Wege, Natursteinmauern und Kräuterspiralen verleihen dem Beet Struktur und Charakter. Der eigentliche Kräutergarten kann liebevoll angelegt und gepflegt im hinteren Teil des Gartens liegen, wo er vielleicht auch mehr Sonne abbekommt als direkt am Haus. Bevor Kräuter im Beet ausgesät oder ausgepflanzt werden, muss der Boden entsprechend vorbereitet werden: Die meisten Kräuter wollen einen gut durchlässigen, leichten Boden, der sich im Frühjahr rasch erwärmt. Stark verdichtete Böden werden etwa zwei Spaten tief umgegraben und dabei alle Wurzeln von mehrjährigen Unkräutern wie Ackerwinden, Giersch und Brennnesseln entfernt. Sand und Kompost verbessern schwere Böden, ohne zu viele Nährstoffe zuzuführen.
Gärtner Pötschkes Tipp: Plane das Kräuterbeet in Küchennähe und gruppiere die Kräuter nach ihren Standortansprüchen – Sonnenliebhaber wie Thymian und Rosmarin zusammen, Feuchtigkeitsliebhaber wie Petersilie und Schnittlauch an einem anderen Platz.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kräuter darf man nicht nebeneinander pflanzen?
Kräuter mit sehr unterschiedlichen Standortansprüchen sollten nicht nebeneinander gepflanzt werden. Mediterrane Trockenheitskräuter wie Thymian und Rosmarin vertragen sich nicht mit feuchtigkeitsliebenden Arten wie Petersilie oder Schnittlauch.
Wie verhindert man, dass Minze den ganzen Kräutergarten überwuchert?
Minze neigt stark zum Wuchern und sollte in einem Topf ohne Boden eingegraben werden, damit die Wurzeln sich nicht unkontrolliert ausbreiten. Alternativ gibt man ihr einen eigenen Bereich, wo sie sich frei entfalten kann.