Kräuter haltbar machen durch Trocknen und Einfrieren

Kräuter haltbar machen lohnt sich, denn frische Kräuter aus dem Garten enthalten alle Inhaltsstoffe zu 100 Prozent, stehen aber leider nicht das ganze Jahr zur Verfügung. Gängige Methoden sind das Trocknen, das Einfrieren sowie das Einlegen in Essig oder Öl.

Kräuter trocknen: Die klassische Konservierung

Das Trocknen ist die bekannteste Methode zur Konservierung von Heil- und Würzkräutern. Geerntet wird nur bei schönem Wetter, weil nass geerntete Kräuter nicht trocknen, sondern faulen oder schimmeln. Außerdem enthalten die Pflanzen bei sonnigem Wetter die größte Menge an ätherischen Ölen. Der ideale Erntezeitpunkt ist der späte Vormittag, wenn der Tau verdunstet ist. Die Blätter und Blüten dürfen vor dem Trocknen nicht gewaschen werden, meist genügt es, die Pflanzenteile auszuschütteln. Schneide die Triebe sauber mit einer Schere ab und bündele sie zu kleinen Sträußchen, die du kopfüber an einem trockenen, dunklen und gut belüfteten Ort aufhängst. Wenn die Kräuter gut trocken sind, krümele sie von den holzigen Stängeln und bewahre sie in luftdicht schließenden Schraubgläsern auf. Besonders gut lassen sich Lippenblütler wie Thymian, Rosmarin und Oregano trocknen, während Doldenblütler wie Dill oder Petersilie dabei viel Aroma verlieren.

Einfrieren: Aroma und Inhaltsstoffe bewahren

Beim Einfrieren behalten viele Kräuter ihre Inhaltsstoffe und Aromen nahezu vollständig. Besonders geeignet sind Blattkräuter wie Pfefferminze oder Liebstöckel, die beim Trocknen fad würden. Zum Einfrieren vorgesehene Kräuter kannst du waschen, danach schüttelst du das Wasser ab oder lässt sie gut abtropfen. Löse die Blätter von den Stielen und fülle sie in Gefrierbeutel, dabei sollte möglichst wenig Luft in den Beuteln bleiben. Eine praktische Methode: Hacke die gesäuberten Kräuter fein und fülle sie mit etwas Wasser in eine Eiswürfelschale. Die gefrorenen Kräuterwürfel bewahrst du anschließend in Gefrierbeuteln auf und kannst sie portionsweise entnehmen. Gefrorene Kräuter halten sich etwa sechs Monate im Tiefkühlfach. Einmal angetaute Kräuter musst du unverzüglich verarbeiten und darfst sie kein zweites Mal einfrieren.

Kräuter in Essig, Öl einlegen und einsalzen

Essig eignet sich gut, um flüchtige Kräuterdünste zu konservieren. Besonders aromatisch ist Estragon-Essig, aber auch Zitronenmelisse, Rosmarin, Basilikum und Salbei lassen sich auf diese Weise haltbar machen. Wasche die Kräuter, lass sie abtropfen und fülle sie in eine weithalsige Flasche. Übergieße sie mit einem guten Wein- oder Obstessig, sodass die Kräuter vollständig bedeckt sind. Nach zwei bis drei Wochen Ziehzeit ist der aromatisierte Essig fertig. Kräuteröl gelingt am besten mit Lippenblütlern wie Thymian, Rosmarin und Basilikum. Fülle die trockenen Kräuter in Flaschen und bedecke sie mit kalt gepresstem Öl. Stelle die Flaschen drei bis vier Wochen an einen sonnigen Platz. Kräuter einsalzen ist eine traditionelle Methode: Schneide Kräuter und Wurzelgemüse klein, drehe die Mischung durch den Fleischwolf und mische vier Gewichtsanteile Kräuter mit einem Teil Salz. Fülle alles in Schraubgläser, so sind die Kräuter den ganzen Winter über verwendbar.

Gärtner Pötschkes Tipp: Friere Kräuter in kleinen, portionsgerechten Beuteln ein, so kannst du genau die Menge entnehmen, die du in der Küche brauchst, ohne den Rest auftauen zu müssen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Kräuter eignen sich besonders gut zum Trocknen?

Lippenblütler wie Thymian, Rosmarin, Oregano und Lavendel lassen sich hervorragend trocknen, ohne viel Aroma zu verlieren. Doldenblütler wie Dill und Petersilie verlieren beim Trocknen hingegen einen Großteil ihres Aromas und sollten besser eingefroren werden.

Wie lange sind selbst gemachte Kräuteröle haltbar?

Kräuteröle sind nur wenige Wochen haltbar, da Öle mit Kräutern schneller ranzig werden als reines Öl. Stelle immer nur so viel an, wie du in kurzer Zeit verbrauchen kannst, und entsorge das Öl, wenn es anfängt ranzig zu riechen.

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