Koriander anbauen: Standort, Aussaat und Verwendung

Koriander anbauen gelingt ab Ende April an einem warmen, sonnigen bis halbschattigen Standort, und der 30 bis 70 cm hohe Doldenblütler aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum liefert sowohl aromatische Blätter als auch würzige Samen für die Küche.

Standort und Aussaat von Koriander

Koriander braucht Wärme und einen sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standort. Der Boden sollte locker, kalkhaltig und mäßig nährstoffreich sein. Säe den Koriander ab Ende April in Reihen an Ort und Stelle im Kräutergarten etwa 5 mm tief aus, bei einem Reihenabstand von 25 cm, und bedecke die Saat mit etwas Erde. Während der Keimung und auch danach sollte die Erde feucht gehalten werden. Nach ein bis zwei Wochen sollte die Saat aufgegangen sein, dann verziehst du die Pflanzen auf 20 cm Abstand. Damit du über längere Zeit frisches Kraut ernten kannst, empfehle ich Folgeaussaaten. Düngen brauchst du Koriander nicht. Der Doldenblütler hat leicht stechend riechende, mittelgrüne Blätter und ähnelt im Aussehen glattblättriger Petersilie. Zur Spitze der Pflanze hin sind die Blätter immer feiner gefiedert.

Ernte von Blättern und Samen

In der Regel ist Blattkoriander nach sechs bis acht Wochen so weit, dass geerntet werden kann. Frische Blätter kannst du bei Bedarf von den Stängeln pflücken. Für die Ernte der Samen musst du warten, bis Blätter und Fruchtstände im Sommer braun werden, dann schneidest du die Samenstände im Ganzen ab. Bewahre sie bis zum Gebrauch luftdicht auf und zerstoße sie erst dann in einem Mörser. Die Blätter lassen sich nicht trocknen, aber einfrieren. Später gibst du das gefrorene Kraut, ohne es aufzutauen, an die Speisen, sonst wird es matschig. Es darf auch nicht mitgekocht werden, weil die Blätter sonst ihr Aroma verlieren. Korianderkörner werden bei uns als Brotgewürz verwendet und sind auch Bestandteil von Curry-Gerichten. Traditionell werden in Europa die Samen für die berühmte Lebkuchen-Gewürzmischung verwendet.

Verwendung in der Küche: Blätter und Samen

Koriander verleiht besonders asiatischen Gerichten ein unvergleichliches, unverwechselbares Aroma. In der südamerikanischen Küche nennt man das Kraut auch Cilantro und es ist dort so unverzichtbar wie bei uns die Petersilie. Frisch schmecken Korianderblätter für manche Menschen etwas seifig und sind nichts für den ungeschulten Gaumen. Die Samen finden aber häufig Verwendung in Süßspeisen, Brot und Kuchen sowie bei der Zubereitung von Likör. Sowohl die Blätter als auch die Samen fördern die Verdauung und regen den Appetit an. Die 3 mm großen, runden, braungelben Samen riechen etwas modrig, im Volksmund heißt Koriander deswegen auch Wanzendill oder Schwindelkraut. Wer Koriander zum ersten Mal probiert, ist oft überrascht von seinem intensiven, ungewöhnlichen Aroma.

Gaertner Poetschkes Tipp: Gib Korianderblätter immer erst kurz vor dem Servieren an die Speisen und koche sie nicht mit, so bleibt das intensive Aroma erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Warum schmeckt Koriander für manche Menschen wie Seife?

Ob Koriander seifig schmeckt, ist genetisch bedingt: Bestimmte Aldehyde im Koriander werden von manchen Menschen als seifig wahrgenommen, während andere nur das würzige Aroma wahrnehmen. Wer Koriander nicht mag, kann ihn durch Petersilie ersetzen.

Wie unterscheiden sich Korianderblätter und Koriandersamen im Geschmack?

Korianderblätter haben ein frisches, intensives, leicht zitrusartiges Aroma. Die Samen schmecken dagegen wärmer, leicht nussig und erinnern an Zitrone und Anis. Beide Teile der Pflanze werden in der Küche verwendet, haben aber sehr unterschiedliche Aromen.

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