Kerbel anbauen: Das feine Kuechenkraut mit Anisaroma

Kerbel anbauen gelingt ab Ende April durch Direktsaat an einem feuchten, halbschattigen Standort, und das zarte Doldenbluetler-Kraut mit seinem feinen Aroma zwischen Anis und Petersilie gehoert mit Schnittlauch und Estragon zu den klassischen Fines Herbes der franzoesischen Kueche.

Standort und Aussaat von Kerbel

Das Aussehen des Kerbels erinnert an Petersilie. Die Pflanze aus der Familie der Doldenbluetler stammt aus Suedrussland und dem Nahen Osten, ist aber seit langem auch bei uns eingebuergert. Kerbel waechst auf Wiesen, Wegen, an Waldraendern und in Gebueschen, wird 30 bis 60 cm hoch und hat kleine, zwei- bis dreifach gefiederte, frischgruene Blaetter, die sich an heissen Tagen leicht roetlich faerben. Im Sommer erscheinen kleine, weisse Doldenblueten. Kerbel bevorzugt feuchte, naehrstoffreiche, leichte Boeden in der Sonne oder im lichten Schatten. Weil er ein Umpflanzen nicht gut vertraegt, saest du ihn an Ort und Stelle im Kraeutergarten aus. Kerbel ist ein Lichtkeimer, die Saat also nicht mit Erde abdecken. Gesaet wird in Reihen mit 20 cm Abstand. Bis zur Keimung haeltst du die Erde gleichmaessig feucht.

Pflege und Folgeaussaaten fuer kontinuierliche Ernte

Kerbel sollte waehrend der gesamten Wachstumszeit gut gegossen werden, denn er mag keine trockenen Fuesse. Ein stickstoffbetonter Duenger foerdert das Blattwachstum. Damit du ueber einen laengeren Zeitraum frisches Kraut ernten kannst, empfehle ich Folgeaussaaten im Abstand von zwei bis vier Wochen, die Aussaat kann ab April bis Ende Mai erfolgen. Wenn Kerbel zur Fruchtreife kommt, saet er sich von selbst aus. Blattlaeuse koennen bisweilen zur Plage werden und das Kraut unbrauchbar fuer die Kueche machen, kontrolliere die Pflanzen regelmaessig und entferne befallene Triebe. Kerbel waechst sehr rasch, ist aber kurzlebig, weshalb regelmaessige Folgeaussaaten wichtig sind. Kerbel kannst du uebrigens auch gut ganzjaehrig im Topf auf der Fensterbank kultivieren.

Ernte und Verwendung von Kerbel in der Kueche

Vom Kerbel verwendet man nur die jungen Blaetter, die ab Mitte Mai immer frisch nach Bedarf geerntet werden, indem man sie von der Pflanze abzupft oder abschneidet. Ihr Geschmack liegt irgendwo zwischen Anis und Petersilie. Das Kraut passt gut zu Suppen, Saucen, Kraeuterbutter und Salaten. Trocknen laesst sich Kerbel nicht, denn er verliert dabei einen Grossteil seines Aromas. Du kannst ihn aber zusammen mit anderen Kraeutern zu Kraeuterbutter verarbeiten und diese dann einfrieren. Beim Kochen sollte Kerbel immer erst nach dem Garen an die Speisen gegeben werden, damit das feine Aroma erhalten bleibt. Kerbelduft ist besonders leicht fluechtig und bei zu langem Kochen oder Stehen der Speisen schlaegt der Geschmack ins Bittere um. Kerbel gehoert zu den Fines Herbes der franzoesischen Kueche.

Gaertner Poetschkes Tipp: Gib Kerbel immer erst nach dem Garen an die Speisen. Sein feines Anisaroma ist sehr fluechtig und verfliegt bei zu langer Hitze vollstaendig.

Häufig gestellte Fragen

Warum verliert Kerbel beim Kochen sein Aroma so schnell?

Kerbel enthaelt sehr fluechtige aetherische Oele, die bei Hitze schnell verdampfen. Gib das Kraut deshalb immer erst kurz vor dem Servieren an die Speisen. Bei zu langem Kochen schlaegt der Geschmack ausserdem ins Bittere um.

Kann man Kerbel auch im Topf auf der Fensterbank anbauen?

Ja, Kerbel laesst sich ganzjaehrig im Topf auf der Fensterbank kultivieren. Waehle einen hellen, aber nicht zu sonnigen Standort und halte die Erde gleichmaessig feucht. Kerbel mag keine Trockenheit und vertraegt kein Umpflanzen.

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