Fenchel anbauen lohnt sich gleich doppelt: Als Gewürzkraut liefert er aromatische Blätter und Samen, als Knollenfenchel eine knackige Gemüseknolle. Frisch und getrocknet verleiht Fenchel vielen Gerichten ein unverwechselbares, leicht anisartiges Aroma. Im Garten ist er zudem eine attraktive Pflanze, die mit ihrem fein gefiederten Laub und den gelben Doldenblüten auch optisch überzeugt.
Botanik und Sorten des Fenchels
Fenchel (Foeniculum vulgare) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und stammt aus dem Mittelmeerraum. Man unterscheidet hauptsächlich drei Formen: Gewürzfenchel wird wegen seiner aromatischen Samen angebaut, Blattfenchel liefert frische Blätter als Würzkraut, und Knollenfenchel bildet eine fleischige Knolle, die als Gemüse geerntet wird. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 2 m hoch, hat fein gefiedertes, blaugrünes Laub und im Sommer gelbe Doldenblüten. Alle Pflanzenteile – Blätter, Stängel, Samen und Knolle – sind essbar und aromatisch. Das typische Anisaroma stammt von dem ätherischen Öl Anethol. Fenchel hat es in sich: Frisch und getrocknet verleiht er vielen Gerichten ein unverwechselbares Aroma und ist zudem eine wertvolle Heilpflanze.
Standort, Aussaat und Pflege
Fenchel liebt einen sonnigen, warmen Standort mit tiefgründigem, durchlässigem Boden. Staunässe verträgt er nicht. Die Aussaat von Gewürz- und Blattfenchel erfolgt ab April direkt ins Freiland, Knollenfenchel wird ab Mai ausgesät oder als Jungpflanze gesetzt. Fenchel keimt bei Temperaturen über 15 Grad Celsius innerhalb von ein bis zwei Wochen. Die Pflanzen werden auf 30 bis 40 cm Abstand vereinzelt. Gedüngt wird mäßig mit Kompost oder einem organischen Kräuterdünger. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, besonders in Trockenperioden. Achtung: Fenchel verträgt sich nicht gut mit Tomaten, Paprika und Bohnen, da er deren Wachstum hemmen kann. Als Nachbar eignet sich Dill gut.
Ernte und Verwendung in der Küche
Die frischen Blätter können ab Mai geerntet werden, die Samen reifen im Spätsommer und Herbst. Für die Samenernte werden die Dolden abgeschnitten, wenn die Samen braun werden, und kopfüber zum Trocknen aufgehängt. Getrocknete Fenchelsamen behalten ihr Aroma gut und können in Gläsern aufbewahrt werden. In der Küche passt Fenchel zu Fisch, Meeresfrüchten, Schweinefleisch und Gemüsegerichten. Die Blätter eignen sich als Garnitur und Würze für Salate und Soßen. Fencheltee aus den Samen ist ein bewährtes Hausmittel bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden. Knollenfenchel wird roh in Salaten oder gedünstet als Beilage serviert.
Gaertner Poetschkes Tipp: Pflanze Fenchel nicht in der Nähe von Tomaten oder Bohnen – er gibt Stoffe ab, die das Wachstum dieser Pflanzen hemmen können. Als Solitärpflanze oder in Gesellschaft von Dill gedeiht er am besten.
Häufig gestellte Fragen
Ist Fenchel im Garten mehrjährig oder muss er jedes Jahr neu ausgesät werden?
Gewürzfenchel und Blattfenchel sind mehrjährig und kommen in milden Regionen gut durch den Winter. Knollenfenchel wird dagegen meist einjährig kultiviert, da die Knolle im Herbst geerntet wird. In kalten Regionen empfiehlt sich ein Winterschutz für mehrjährige Fenchelpflanzen.
Warum blüht mein Knollenfenchel zu früh und bildet keine Knolle?
Vorzeitiges Schossen tritt auf, wenn Knollenfenchel zu früh ausgesät wird und Kältereize bekommt oder wenn er Trockenstress leidet. Säe Knollenfenchel erst ab Mai aus und halte den Boden gleichmäßig feucht. Schossfeste Sorten wie 'Zefa Fino' sind empfehlenswert.