Erbsen anbauen und pflegen

Die Erbsen werden, gleich den Bohnen, auf in dritter Tracht stehendes Land gesät. Vielen Gartenfreunden sind beim Einkauf von Samen die Unterschiede zwischen Pahl-, Mark- und Zuckererbsen nicht bekannt.

Sorten und Standort

Die Erbsen werden, gleich den Bohnen, auf in dritter Tracht stehendes Land gesät. Vielen Gartenfreunden sind beim Einkauf von Samen die Unterschiede zwischen Pahl-, Mark- und Zuckererbsen nicht bekannt. Unter Zuckererbsen verstehen viele Kleingärtner die Markerbse wegen ihrer großen, süßen Körner für den Rohgenuss. Das ist ein Irrtum. Zuckererbsen – man nennt sie auch Kaiserschoten – haben kleine runde Körner und werden hauptsächlich wegen der zarten Hülse und Innenhaut zum Ganzkochen, ähnlich wie die grünen Bohnen, verwendet. Sie zeichnen sich durch ihre meist langen Hülsen aus. Pahlerbsen sind solche mit rundem, glattem Samenkorn; sie werden auch Schal- oder Kneifelerbsen genannt. Von diesen werden die Körner ausgepahlt und jung verwendet. Markerbsen haben runzelige Samen. Junge, ausgepahlte Körner sind besonders groß und süß. Vor der Aussaat sind 50 g Superphosphat und 50 g Kali je qm zu streuen. Die Aussaat kann von März bis Mai/Juni erfolgen. Für Spätaussaaten eignen sich nur frühe Sorten. Um dieses köstliche Gemüse recht lange zu ernten, musst du mehrere Aussaaten in verschiedenen Sorten vornehmen. Als erste wird die „Maiperle“ gelegt. Auf ein Beet, 1 m breit, werden vier Rillen je 6 cm tief gezogen. In den Rillen müssen die Körner einen Abstand von etwa 3 cm bekommen. Die Rillen hackst du gut zu und klopfst sie recht fest. Als Vogelschutz wird Reisig darübergedeckt. Sind die Erbsen ungefähr 15 cm hoch, werden die Reihen angehäufelt. Maierbsen kommen gerade noch ohne Halt aus und sind in etwa 60 Tagen pflückreif. Gleichzeitig mit den Maierbsen sät man die „Kleine Rheinländerin“, sie wird 30 bis 40 cm hoch und muss nicht angereisert werden. Bis zur ersten Ernte benötigt sie 70–75 Tage und ist nach der Maierbse zu ernten. Also ist gleich für Anschluss gesorgt. Markerbsen kannst du ab April legen. Die Reihenentfernung richtet sich nach der Höhe der Sorte. Während von niedrigen Sorten vier Reihen auf ein Beet gelegt werden, dürfen von den hohen Sorten (Reisererbsen) nur zwei Reihen in einem Abstand von 40–50 cm gelegt werden. Zwischen je zwei Reihen muss ein größerer Abstand von 60 cm frei gelassen werden. Zuckererbsen werden genau wie die hohen Reisererbsen angebaut. Die Erntezeit verlängert sich, wenn die jungen Schoten immer rechtzeitig gepflückt werden. Zuckererbsen (Kaiserschoten) werden mit der Schale (ähnlich Bohnen) gekocht. Pahl- oder Schalerbsen „Maiperle“ wird 60 cm hoch, ist sehr früh und reichtragend. Sie ist die bekannteste und beste Sorte für den Frühanbau. „Kleine Rheinländerin“, 40 cm hoch, eine gute Sorte, die sich

Aussaat und Pflanzung

ebenfalls großer Beliebtheit erfreut. Die Reife ist mittelfrüh, Schoten schnabelförmig und der Ertrag reich. Markerbsen „Wunder von Kelvedon“ zeigt bei 40–60 cm Höhe einen außerordentlich hohen Ertrag und ist als die früheste der Markerbsen zu bezeichnen (sie wächst ohne Reisig). „Markana“ ist als eine der besten mittelspäten Sorten anzusprechen, von sehr gutem Ertrag mit großen, süßen Kernen; Rankhilfen benötigt sie nicht, weil sie durch die eigenen zahlreichen Ranken gestützt wird. „Alderman“ ist eine Erbsensorte von 1,50 m Höhe. Sie ist im Ertrag, in der Süßigkeit der Körner und in Größe der Schoten unübertrefflich. Zuckererbsen Empfehlenswerte Sorten: „Frühe Heinrich“ mit leichtgebogener Hülse, 70 cm hoch, und „Sugar Bon“ mit hohen Erträgen wohlschmeckender, dichtfleischiger Hülsen, die man mitisst. Sie wird 60 bis 80 cm hoch und braucht daher Stützreiser. Interessantes über Erbsen 100 g Samen enthalten 350 bis 400 Körner, je nach Sorte. Die Keimdauer der Erbse beträgt 8 bis 10 Tage. Die Saat bleibt 3 bis 4 Jahre keimfähig. Auf 1 qm rechnet man 20 bis 25 g Saat. Saattiefe: 3 bis 5 cm (Vogelfraß!). Wachstumszeit je nach Sorte; Maierbse ab 60 Tage, späte Sorten bis 100 und mehr Tage. 100 g frische Erbsenkerne enthalten 65, trockene Erbsen 310 Kalorien. Die frischen Erbsenkerne enthalten Vitamine A, B1, B2 und C, die trockenen Erbsen A, B, C und E. Die Durchschnittsernte auf 10 qm liegt zwischen 5 und 8 kg grünen Hülsen. Eine Normalernte entzieht dem Boden pro qm an Reinnährstoffen: 6 g Stickstoff, 1,5 g Phosphorsäure, 5 g Kali und 6 g Kalk. Den Stickstoff brauchen die Schmetterlingsblütler nur im Anfangsstadium, bis die Knöllchenbakterien zu arbeiten beginnen. Als Nachfrucht empfehle ich: Kohlrabi, Porree, Radieschen und Salat. Schädlinge und Krankheiten Blattrandkäfer An jungen Erbsen sind die Ränder der Blätter angefressen. Hier war der Blattrandkäfer am Werk. Fleißiges Gießen, damit die Erbsen herauswachsen, ist das beste Gegenmittel. Höhere Erbsen entkommen diesem gefährlichen Burschen gewöhnlich durch ihren raschen Wuchs. Mehltau Im Sommer kommt es vor, dass sich der Erbsenmehltau durch seinen mehligen Überzug an den Pflanzen bemerkbar macht. Rechtzeitiges Behandeln mit Schwefel und anderen pilztötenden Mitteln hat sich bewährt. Die Erbse in der Küche Junge Erbsen gehören bekanntlich mit zu den schmackhaftesten Gemüsesorten und sind deshalb immer begehrt. Darüber brauchen wir wohl nicht viel Worte zu verlieren. Über die Zubereitung der verschiedensten Erbsengerichte bist du dir ebenfalls im Klaren. Aber bei der Konservierung

Pflege und Ernte

der Erbsen hast auch du sicherlich schon Schiffbruch erlitten. Die Gläser halten bekanntlich schlecht zu – und doch hast du immer und immer wieder versucht, dieses schmackhafte Gemüse im Einkochglas für den Winter haltbar zu machen. Neben einigen weniger bekannten Rezepten will ich dir einen Tipp verraten, mit dem du bestimmt deine Erbsengläser ohne Sorge über den Winter bringst. Erbsen im Einkochglas Beim Verlesen der jungen Erbsenkörner musst du darauf achten, dass keine wurmstichigen Körner dazwischengelangen. Du wäschst dann die Kerne und lässt sie mindestens 6 Stunden in reichlicher Wassermenge stehen. Jetzt werden sie nochmals gewaschen. Anschließend werden sie mit kochendem Wasser übergossen und ca. 15 Minuten bei 100 °C sterilisiert. Achte auf besonders glatte Gläserränder und Deckel. Der Abstand zwischen Deckel und Masse soll 2 bis 5 cm betragen. So bleiben die Gläser bestimmt zu. Erbsen-Rohkostsalat Nachdem du die jungen, zarten Erbsen ausgepahlt hast, verrührst du Sahne und Öl zu gleichen Teilen, bringst eine feingehackte Zwiebel dazwischen, würzt mit Zitronensaft (Essig), etwas Salz und Zucker. Mische nun die Erbsen darunter und gib etwas Petersilie dazu. Dieser Salat wird bestimmt gern gegessen. Zuckerschoten (Zuckererbsen, Kaiserschoten) Eine vorzügliche Delikatesse! Du nimmst die Zuckerschoten ganz, ziehst etwa vorhandene Fäden ab, wäschst sie und zerbrichst sie in Stücke. Danach werden sie in eine Pfanne gegeben, in welcher Butter zerlassen wurde. Salz und Zucker kommen dazu, jetzt wird ca. 15 Minuten gedämpft. Danach wird mit Fleischbrühe aufgegossen, etwas gelblich geröstete Semmelbrösel kommen dazu und die Erbsen werden nunmehr völlig gargekocht. Mit feingehackter Petersilie wird gewürzt und serviert. Nach dieser Mahlzeit wirst du sicherlich alle Jahre ein Beet Zuckererbsen anlegen! Du kannst sie auch in leichtem Salzwasser kochen und mit brauner Butter übergießen. Dazu gibt es Schinken oder kalten Braten. Erbsen und Karotten zusammen sterilisiert Die ausgepahlten Erbsen werden genauso wie oben beschrieben behandelt. Du mischst sie zur Hälfte mit Möhren, die du ebenfalls gekocht hast und füllst sie vermischt in die Gläser. Nun werden sie genauso behandelt wie „Erbsen im Einkochglas“. Bekanntlich halten sich Erbsen und Möhren immer besser im Einkochglas als Erbsen allein. Das Einfrieren von Erbsen Zum Einfrieren von Erbsen verwendest du nur junge, zarte Erbschen. Diese werden 2 Minuten mit kochendem Wasser überbrüht, anschließend sofort unter fließendem Wasser abgekühlt, in Plastikbeutel gefüllt und eingefroren.

Gaertner Poetschkes Tipp: Zuckererbsen Empfehlenswerte Sorten: „Frühe Heinrich“ mit leichtgebogener Hülse, 70 cm hoch, und „Sugar Bon“ mit hohen Erträgen wohlschmeckender, dichtfleischiger Hülsen, die man mitisst.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Pahl-, Mark- und Zuckererbsen?

Pahlerbsen haben rundes, glattes Samenkorn und werden auch Schal- oder Kneifelerbsen genannt. Markerbsen haben runzelige Samen und besonders große, süße Körner. Zuckererbsen, auch Kaiserschoten genannt, werden mit der ganzen Hülse wie grüne Bohnen gekocht und zeichnen sich durch lange Hülsen aus.

Wie verlängere ich die Erbsenernte über mehrere Wochen?

Um Erbsen recht lange zu ernten, musst du mehrere Aussaaten in verschiedenen Sorten vornehmen. Als erste wird die frühe Sorte 'Maiperle' gelegt, gleichzeitig sät man 'Kleine Rheinländerin'. Markerbsen kannst du ab April legen. Die Erntezeit verlängert sich, wenn die jungen Schoten immer rechtzeitig gepflückt werden.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 121

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