Engelwurz anbauen ist eine besondere Erfahrung – die imposante, ausdauernde Staude mit dem botanischen Namen Angelica archangelica wird bis zu zwei Meter hoch und stammt ursprünglich aus Asien. In Nordeuropa kommt sie teilweise wild vor und wird dort als Brustwurz oder Zahnwurzel hoch geschätzt. Hauptsächlich wegen ihrer wertvollen Wurzeln wird sie in der Heilmittelbranche verwendet.
Standort, Aussaat und Pflege der Engelwurz
Engelwurz bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Standort mit feuchtem, nährstoffreichem Boden. Die Aussaat erfolgt im Herbst direkt ins Freiland, da die Samen Kaltkeimer sind und Frosteinwirkung zum Keimen benötigen. Alternativ kannst du im Frühjahr vorgezogene Jungpflanzen setzen. Der Pflanzabstand sollte mindestens 60 cm betragen, da die Staude sehr ausladend wird. Engelwurz gehört zu den Doldenblütlern und bildet im zweiten oder dritten Jahr mächtige Blütendolden. Nach der Blüte stirbt die Pflanze häufig ab, sät sich aber zuverlässig selbst aus. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, da Engelwurz keine Trockenheit verträgt. Ein humoser, tiefgründiger Boden fördert das Wurzelwachstum, das für die Heilmittelgewinnung entscheidend ist.
Ernte der Wurzeln und heilkundliche Verwendung
Die Wurzeln der Engelwurz werden im Herbst des ersten oder zweiten Jahres ausgegraben, gereinigt und getrocknet. Sie enthalten ätherische Öle und Bitterstoffe, die in der Heilkunde bei Magen- und Darmbeschwerden, Appetitlosigkeit und Blähungen eingesetzt werden. In der Volksheilkunde gilt Engelwurz als kräftigendes Mittel bei allgemeiner Schwäche und Erkältungskrankheiten. Die jungen Stängel und Blattstiele können kandiert als Süßigkeit verwendet werden – eine Tradition, die besonders in Skandinavien gepflegt wird. Auch in der Likörherstellung spielt Engelwurz eine wichtige Rolle. Die Blätter lassen sich als Gemüse zubereiten oder als Tee aufgießen. Wegen ihrer stattlichen Erscheinung ist Engelwurz zudem eine eindrucksvolle Zierpflanze im naturnahen Garten.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Engelwurz auch Brustwurz genannt?
Der volkstümliche Name Brustwurz verweist auf die traditionelle Anwendung der Wurzel bei Atemwegserkrankungen und Brustbeschwerden. In der Volksmedizin Nordeuropas wurde Engelwurz seit Jahrhunderten bei Erkältungen und zur allgemeinen Kräftigung eingesetzt.
Stirbt Engelwurz nach der Blüte ab?
Ja, Engelwurz ist in der Regel zwei- bis dreijährig und stirbt nach der Blüte und Samenreife ab. Sie sät sich jedoch zuverlässig selbst aus, sodass im Folgejahr neue Pflanzen erscheinen. Wer die Selbstaussaat verhindern möchte, schneidet die Blütenstände rechtzeitig ab.