Bärlauch anbauen lohnt sich für alle, die im Frühjahr frische, knoblauchartige Würze aus dem eigenen Garten schätzen. Die Pflanze aus der Familie der Liliengewächse erscheint bereits im März mit lanzettförmigen, dunkelgrünen Blättern und zieht sich nach der Blüte im Juni wieder vollständig in den Boden zurück. Bärlauch enthält viele kräftigende Inhaltsstoffe wie Eisen, Spurenelemente und Vitamin C – er sollte bei keiner Frühjahrskur fehlen.
Botanik und Herkunft des Bärlauchs
Bärlauch (Allium ursinum) gehört zur selben Familie wie Zwiebeln und Porree, nämlich den Liliengewächsen (Liliaceae). In der Natur findet man ihn in Au- und Mischwäldern, in Parkanlagen und Gebüschen. Im März und April erscheinen die lanzettförmigen, dunkelgrünen Blätter als horstartige, 15 bis 30 cm hohe Blattschöpfe. Ab Mai bilden sich die Blütenstände mit schneeweißen Blütensternen, danach entwickeln sich kugelförmige Samenstände. Spätestens Ende Juni zieht die Pflanze alle oberirdischen Teile ein und zeigt sich erst im nächsten Frühjahr wieder. Seinen Namen erhielt der Bärlauch, weil man früher glaubte, dass sich Bären nach dem Winterschlaf an dem früh erscheinenden Kraut satt fressen und dadurch ihre sprichwörtlichen Kräfte entwickeln würden.
Standort und Anbau im Garten
Bärlauch bevorzugt halbschattige bis schattige Standorte mit feuchtem, humosem Boden – ähnlich wie in seinem natürlichen Lebensraum im Laubwald. Im Garten eignet sich ein Platz unter Laubbäumen oder an der Nordseite von Hecken besonders gut. Die Aussaat erfolgt im Juni oder Juli mit frisch geerntetem Saatgut, da die Samen schnell ihre Keimfähigkeit verlieren. Bärlauch gehört zu den Lichtkeimern, die Samen werden also nicht oder nur ganz dünn mit Erde bedeckt. Eine Vorkultur unter Glas oder Folie ab März und April ist möglich. Alternativ können Zwiebeln im Herbst gepflanzt werden. Einmal etabliert, breitet sich Bärlauch durch Selbstaussaat aus und bildet dichte Bestände. Gedüngt wird sparsam mit Kompost im Herbst.
Ernte, Verwechslungsgefahr und Verwendung
Geerntet werden die frischen Blätter im April und Mai, bevor die Blüten erscheinen. Wichtig: Einzelne Blätter mit Stielansatz abschneiden, nie die ganze Pflanze. So bleibt die unterirdische Zwiebel erhalten und treibt im nächsten Jahr wieder aus. Vor der Verwendung sollten die Blätter gründlich unter fließendem Wasser gewaschen werden. Achtung: Bärlauch kann mit dem giftigen Maiglöckchen (Convallaria majalis) oder der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) verwechselt werden. Der sichere Erkennungstest ist der Geruch – Bärlauch riecht deutlich nach Knoblauch, Maiglöckchen nicht. In der Küche eignet sich Bärlauch für Suppen, Pesto, Quark, Salate und als Würze für Fleischgerichte. Er enthält viel Vitamin C, Eisen und Spurenelemente.
Gaertner Poetschkes Tipp: Schneide oder pflücke einzelne Blätter des Bärlauchs mit Stielansatz und nie die ganze Pflanze – so bleibt die Zwiebel erhalten und du kannst im nächsten Jahr wieder ernten.
Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich Bärlauch sicher und vermeide eine Verwechslung mit Maiglöckchen?
Der zuverlässigste Test ist der Geruch: Bärlauch riecht deutlich nach Knoblauch, Maiglöckchen dagegen nicht. Außerdem hat Bärlauch einzeln stehende Blätter mit mattem Glanz auf der Unterseite, während Maiglöckchen glänzende Blätter hat, die paarweise aus einem Stiel wachsen.
Wann ist der beste Zeitpunkt, Bärlauch zu ernten?
Die beste Erntezeit ist April bis Anfang Mai, bevor die Blüten erscheinen. Dann sind die Blätter am zartesten und aromatischsten. Nach der Blüte werden die Blätter zäher und das Aroma lässt nach. Spätestens Ende Juni zieht die Pflanze vollständig ein.