Mit ihrem intensiven Zitronenduft und den heilsamen Blättern gehört die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) zu den wertvollsten Kräutern im Garten. Die winterharte Staude wächst buschig bis 90 cm hoch, ist pflegeleicht und mehrjährig. Von Frühjahr bis Herbst kannst du frische Blätter für Tee, Küche und Heilanwendungen ernten. Bienen lieben ihre kleinen weißlichen Blüten – daher auch der Beiname Bienenkraut.
Standort und Boden für Zitronenmelisse
Die winterharte, buschige Staude wird 60 bis 90 cm hoch. Sie hat kantige Stängel und kleine, der Brennnessel ähnliche Blätter, die einen zitronenartigen Geruch verströmen. Im Sommer entwickeln sich in den Blattachseln kleine, weißliche Blüten, die gerne von Bienen aufgesucht werden – daher auch der Name Bienenkraut. Die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehörende Pflanze stammt aus dem östlichen Mittelmeergebiet und kommt bei uns auch verwildert vor. Sie sät sich leicht von selbst aus und taucht manchmal wie aus dem Nichts im Garten auf. Damit sich das Aroma gut entwickelt, braucht Zitronenmelisse einen sonnigen Standort; sie gedeiht aber auch im Halbschatten, sofern der Boden nährstoffreich und nicht zu trocken ist.
Pflege und Ernte der Zitronenmelisse
Die Aussaat erfolgt im März unter Glas oder Folie. Weil Zitronenmelisse ein Lichtkeimer ist, darfst du die Samen nur leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken. Die Pflanze ist pflegeleicht und benötigt nur bei längerer Trockenheit zusätzliches Wasser. Eine Düngung im Frühjahr mit Kompost oder organischem Dünger fördert kräftiges Wachstum. Du kannst die Blätter laufend ernten, am besten kurz vor der Blüte in den Mittagsstunden, weil dann der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist. Du hängst die geernteten Zweige in kleinen Bündeln kopfüber an einem luftigen, dunklen Ort auf. Nach dem Trocknen streifst du die Blätter von den harten Stängeln ab und bewahrst sie luftdicht auf. Eingefroren hält sich Zitronenmelisse bis zu sechs Monate.
Verwendung und Heilwirkung
Ein Tee aus den Blättern der Zitronenmelisse wirkt entspannend und beruhigend. Dazu überbrühst du das frische oder das getrocknete Kraut und lässt alles 10 bis 15 Minuten ziehen, bevor du ihn abseiht. Der Tee lindert Kopfschmerzen sowie Erkältungssymptome und fördert die Verdauung. In der Küche verwendest du frisch geerntete Zitronenmelisse als Zutat für die Füllung von Geflügel und Fisch sowie zu Lamm und für Soßen. Das wertvolle Kraut würzt Salate, Suppen, Kräuterbutter und Kräuteressig. Auch zur Dekoration von Desserts und Gebäck eignen sich die zarten, aromatischen Blättchen der Zitronenmelisse bestens. Natürlich verwendest du nur junge, makellose Pflanzenteile. Der im Handel erhältliche Melissengeist ist ein industriell hergestellter, alkoholischer Auszug aus den Melissenpflanzen, der 70 % Alkohol enthält und meist äußerlich zum Einreiben bei Kopfschmerzen und Verspannungen angewendet wird.
Gärtner Pötschkes Tipp: Das frische Kraut der Zitronenmelisse hilft bei Insektenstichen, wenn du den frischen Pflanzensaft auf der Einstichstelle verreibst.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt, Zitronenmelisse zu ernten?
Das Aroma der Zitronenmelisse ist am intensivsten kurz vor der Blüte. Ernte die Triebspitzen am besten morgens, wenn die ätherischen Öle am konzentriertesten sind.
Ist Zitronenmelisse winterhart und mehrjährig?
Ja, Zitronenmelisse ist winterhart und treibt im Frühjahr zuverlässig neu aus. Im Winter zieht sie ein, die Wurzeln überstehen Frost problemlos und bilden im nächsten Jahr wieder kräftige Triebe.