Boden verbessern ist die Grundlage für gesunde Pflanzen und reiche Ernten. Mit einem einfachen pH-Test findest du heraus, ob dein Gartenboden sauer, neutral oder alkalisch ist, und kannst gezielt mit Kalk, Kompost oder Dünger nachhelfen.
pH-Wert messen und Kalk richtig einsetzen
Ob Kalk fehlt, kannst du einfach durch einen pH-Test mithilfe von Teststreifen, Flüssigkeiten oder elektrischen Sonden ermitteln. Gut ist ein neutraler pH-Wert zwischen 6,6 und 7,5. Höhere Werte weisen auf kalkigen, also alkalischen Boden hin. Werte unter 5,5 sind nur für Moorbeetpflanzen wie Rhododendren oder Heidelbeeren erträglich. Mit der Zugabe von Garten- oder Algenkalk kannst du den pH-Wert zu saurer Böden aufbessern. So können die Pflanzen Nährstoffe leichter aufnehmen und der Boden wird fruchtbarer. Durch Ausstreuen von Kalk alle drei bis vier Jahre verhinderst du eine schleichende Versauerung deines Bodens. Wenn du alles absolut richtig machen möchtest, solltest du vor der Neuanlage des Gartens und danach alle drei bis fünf Jahre eine Bodenprobe durchführen lassen. Die Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) der Bundesländer führen solche Tests durch und geben konkrete Tipps für deinen Boden.
Kompost selbst herstellen und einsetzen
Kompost ist für deinen Garten ganz wichtig. Er entsteht aus dem Kreislauf der Natur und verbessert deinen Gartenboden nachhaltig. Milliarden von Kleinlebewesen wie Asseln, Regenwürmer, Bakterien und Pilze zersetzen organische Masse bis in die kleinsten Bausteine und schaffen so fruchtbare Komposterde. Diese verleiht dem Boden eine lockere Struktur und dient neuen Pflanzen als Vorratsstube für Nährstoffe. Ob Rasenschnitt, Reste vom Gemüsebeet oder Stängel von Stauden und Gehölzen – alles wird zerkleinert und vermischt, sodass in Kompostmieten ein luftig-feuchter Haufen entsteht. In einem großen Komposthaufen können Temperaturen von mehr als 60 Grad Celsius entstehen, die sogar Unkrautsamen und Krankheitserreger abtöten. Wenn du deinen Kompost zwei- bis dreimal umschaufelst, entsteht nach etwa ein bis zwei Jahren wertvoller, feinkrümeliger Reife-Kompost, den du mit zwei bis drei Kilogramm pro Quadratmeter zur Bodenverbesserung auf Beeten ausbringen kannst.
Resistente Sorten und Spezialerde für gesunde Pflanzen
Du kannst dir die Arbeit im Garten sehr erleichtern, wenn du dich für Pflanzen und Sämereien entscheidest, die widerstandsfähig oder sogar resistent gegen bestimmte Krankheiten oder Schädlinge sind. Dabei handelt es sich nicht um gentechnisch veränderte Pflanzen, sondern um Sorten, bei denen die Züchtung von Natur aus gesunde Eigenschaften weiterentwickelt hat. Für optimales Gedeihen empfiehlt sich Spezialerde für Aussaat und Stecklingsvermehrung: Mit wenig Dünger, extrafeiner Struktur für gute Wasserführung und Belüftung kommt sie den Bedürfnissen der zarten Wurzeln von keimenden Samen und Stecklingen entgegen. Salat-Blattlaus-resistente Sorten sind eine weitere praktische Lösung: Neueste Salat-Züchtungen werden von Salat-Blattläusen nicht mehr befallen, ohne dass Spritzen nötig wäre. Auch schneckenfeste Pflanzen wie Nelken und Löwenmäulchen sind eine sinnvolle Wahl für Gärten mit hohem Schneckendruck.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich den pH-Wert meines Gartenbodens prüfen?
Eine Prüfung alle drei bis fünf Jahre ist empfehlenswert, bei Neuanlage des Gartens sogar vorab. So erkennst du frühzeitig, ob der Boden versauert, und kannst rechtzeitig mit Kalk gegensteuern, bevor Pflanzen Nährstoffmangel zeigen.
Kann ich Kalk und Dünger gleichzeitig ausbringen?
Nein, zwischen Kalkung und Düngung sollten mindestens vier bis sechs Wochen liegen. Kalk und stickstoffhaltige Dünger reagieren miteinander, wobei Stickstoff als Ammoniak verloren gehen kann und die Wirkung beider Mittel gemindert wird.