Topinambur ist eine robuste Knollenpflanze mit beeindruckenden 17% Inulingehalt, die besonders für Diabetiker wertvoll ist. Die auch als Erdapfel, Erdbirne oder Knollensonnenrose bekannte Pflanze (botanisch Helianthus tuberosus) stammt ursprünglich aus Nordamerika und kam vor fast 400 Jahren über Frankreich nach Deutschland. Sie gehört zu den Korbblütlern und war vor der Einführung der Kartoffel in jedem Bauerngarten zu finden.
Standort und Bodenvorbereitung
Topinambur ist vollkommen anspruchslos und gedeiht in jedem Gartenboden, solange er nicht zu feucht ist. Selbst auf weniger guten Böden entwickelt sich die Pflanze noch recht gut. Sie ist gegen Krankheiten und Kälte unempfindlich und vollkommen winterhart. Die Pflanze wird ähnlich der Sonnenrose 2 bis 3 m hoch und bildet an den Wurzeln kartoffelähnliche Knollen (Stolonen). Dank ihrer Robustheit eignet sie sich hervorragend, um unschöne Gartenecken, den Komposthaufen oder den Hühnerhof zu verdecken. Für den Anbau benötigst du keine besondere Bodenvorbereitung – ein normaler Gartenboden reicht völlig aus.
Aussaat und Anbau
Besorge dir im Frühjahr einige Pflanzenknollen, die du in 1 m Abstand etwa 20 cm tief in die Erde pflanzt. Die Pflanzung ist denkbar einfach und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse. Nach der Pflanzung entwickelt sich Topinambur praktisch von selbst und benötigt kaum Pflege. Die Pflanze wächst kräftig und bildet im Laufe der Saison ihre charakteristischen hohen Stängel aus. Ab Herbst kannst du dann pro Pflanze 3 bis 4 kg Knollen ernten. Die Knollen bleiben den ganzen Winter über im Boden und können bei Bedarf frisch geerntet werden, da die Pflanze vollkommen winterhart ist.
Ernte, Lagerung und Verwendung
Da Topinambur vollkommen winterhart ist, kannst du die Knollen den ganzen Winter über direkt vom Standort aus in die Küche holen. Das Einkellern verträgt die Pflanze jedoch nicht – dort bleiben die Knollen nur wenige Tage frisch. Wenn du sie im Keller aufbewahren möchtest, müssen sie allseitig von Erde umschlossen sein. In der Küche werden die Knollen ungeschält gedünstet und wie Kartoffeln gegessen oder zu Brei gedrückt mit Milch und Salz verspeist. Auch zu Suppen lassen sie sich verwenden. Ebenso kannst du sie kochen, braten, backen oder im eigenen Saft schmoren lassen. Der süßliche Geschmack ähnelt dem der Artischocke. Die Stängel werden gern vom Vieh gefressen, hauptsächlich von Kühen und Schafen, wenn es fast kein frisches Grün mehr gibt. Auch als Wildfutterpflanze ist Topinambur bei Jägern und Hegern gut bekannt.
Gaertner Poetschkes Tipp: Ernte Topinambur immer frisch nach Bedarf direkt aus dem Beet – so bleiben die Knollen knackig und vitaminreich. Bei Frost lässt sich der Boden mit einer Mulchschicht abdecken, damit du auch bei gefrorenem Boden ernten kannst.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Topinambur besonders für Diabetiker geeignet?
Topinambur enthält 17 Prozent Inulin und gilt daher als Kartoffel der Zuckerkranken. Wie Professor von Noorden festgestellt hat, sind 80 g Topinamburknollen einer Weißbroteinheit gleichzusetzen. Inulin wird im Körper anders verarbeitet als Stärke und belastet den Blutzucker weniger.
Wie wird Topinambur gelagert und warum verträgt er kein Einkellern?
Topinambur ist vollkommen winterhart und kann den ganzen Winter über direkt vom Standort aus in die Küche geholt werden. Das Einkellern verträgt er nicht, da er dort nur wenige Tage frisch bleibt. Im Keller muss er allseitig von Erde umschlossen aufbewahrt werden.