Liebstoeckel anbauen lohnt sich fuer alle, die ein intensives, sellerieartiges Wuerzkraut im Garten haben moechten: Eine einzige Pflanze deckt den Bedarf einer ganzen Familie. Das im Volksmund als Maggikraut bekannte Wuerzkraut wird bis zu 2 m hoch und braucht daher entsprechend viel Platz im Kraeuter- oder Gemuesegarten. Blaetter, Staengel und Samen sind aromatisch und vielseitig in der Kueche einsetzbar.
Botanik und Herkunft des Liebstoeckels
Liebstoeckel (Levisticum officinale) stammt urspruenglich wohl aus Sued- und Mitteleuropa, kommt aber ausserhalb von Gaerten nicht mehr in der freien Natur vor. Er hat dunkel- bis gelbgruene, nach oben hin kleiner werdende Blaetter, die sich in keilfoermige Einzelblaettchen verzweigen. Im Sommer entwickeln sich grosse gruenliche Bluetendolden, aus denen im Herbst braune, aromatische Samen entstehen. Die hohlen, gerillten Staengel und die Blaetter des Liebstoeckels erinnern vom Aussehen her stark an Sellerie. Die Pflanze ist mehrjaehrig und winterhart, einmal gepflanzt kehrt sie Jahr fuer Jahr zuverlaessig zurueck. Im Herbst zieht Liebstoeckel ein und treibt im Fruehjahr wieder frisch aus. Eine einzige Pflanze reicht fuer den Bedarf einer ganzen Familie.
Standort, Pflege und Vermehrung
Liebstoeckel bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit tiefgruendigem, naehrstoffreichem, gleichmaessig feuchtem Boden. Er ist sehr wuchskraeftig und braucht ausreichend Platz, mindestens 60 cm Abstand zu anderen Pflanzen. Geduengt wird im Fruehjahr mit Kompost oder einem organischen Volldunger. Regelmaessiges Giessen ist wichtig, besonders in Trockenperioden. Im Herbst knicken die Staengel bei starkem Wind oft ab, was nichts macht, weil die Pflanze ohnehin im Spaetherbst einzieht. Die Aussaat erfolgt Ende April direkt ins Freiland oder ab Maerz unter Glas. Alternativ kann Liebstoeckel durch Teilung aelterer Horste im Fruehjahr vermehrt werden. Die Ernte beginnt ab Ende Mai des zweiten Standjahres.
Ernte und Verwendung in der Kueche
Geerntet werden Blaetter und Staengel von Mai bis September. Fuer die Samenernte werden die fast reifen Fruchtdolden als Ganzes abgeschnitten und kopfueber an einem luftigen, warmen Ort getrocknet. In der Kueche verwendet man Blaetter, Staengel und Samen von Liebstoeckel wie die von Sellerie: Er verleiht Suppen und Soessen, Eintoepfen, Pasteten sowie Fleisch- und Fischgerichten ein wuerziges Aroma. Die Samen passen zu Brot und koennen als Gewuerz verwendet werden, wenn man den typischen, sellerieartigen Geschmack mag. Frische Blaetter lassen sich einfrieren, getrocknete Blaetter verlieren viel Aroma. Als Heilpflanze wird Liebstoeckel bei Verdauungsbeschwerden und als harntreibendes Mittel eingesetzt.
Gaertner Poetschkes Tipp: Eine einzige Liebstoeckelpflanze reicht fuer den Bedarf einer ganzen Familie. Pflanze sie an einen Platz mit ausreichend Platz und gutem Boden, dann liefert sie jahrelang zuverlaessig aromatische Blaetter.
Häufig gestellte Fragen
Warum heisst Liebstoeckel auch Maggikraut und schmeckt er wirklich wie Maggi?
Der Name Maggikraut kommt daher, dass das Aroma des Liebstoeckels dem der Maggi-Wuerze sehr aehnelt. Tatsaechlich enthaelt Maggi-Wuerze aber keinen Liebstoeckel, das Aroma entsteht durch Fermentation von Weizenprotein. Die Aehnlichkeit ist rein zufaellig, aber verbluffend.
Kann man Liebstoeckel auch im Kuebel anbauen?
Liebstoeckel wird bis zu 2 m hoch und hat ein tiefes Wurzelsystem, weshalb er im Kuebel nur bedingt gedeiht. Wenn ueberhaupt, dann in einem sehr grossen, tiefen Kuebel mit mindestens 40 cm Durchmesser und regelmaessiger Duengung. Im Gartenbeet fuehlt er sich deutlich wohler.