Spinat anbauen lohnt sich: Seit dem Jahre 1351 ist er bei uns bekannt und wird in einem alten Schriftstück den Mönchen als Fastenspeise empfohlen. Schon damals war der Spinat ein wertvolles Gemüse.
Eigenschaften und Sorten
Seit dem Jahre 1351 ist er bei uns bekannt und wird in einem alten Schriftstück den Mönchen als Fastenspeise empfohlen. Schon damals war der Spinat ein wertvolles Gemüse. Heute baut man allein in der Bundesrepublik jährlich 4000 bis 5000 ha davon an. Seine Wiege hat in Kleinasien gestanden, die Botaniker tauften ihn auf den Namen Spinacia oleracea und zählen ihn zu den Gänsefußgewächsen. Als vitaminreich ist er allen Müttern bekannt, denn er produziert reichlich die Vitamine A, B1, B2 und C. Noch heute wird sein hoher Eisengehalt immer wieder hervorgehoben. Tatsächlich aber hat sich eine Laborantin bei der Feststellung des Eisens im Spinat vertan. Durch ein falsch gesetztes Komma kam es zu der irrigen Annahme, dass Spinat besonders eisenhaltig sei. Seine blutreinigende Wirkung bei Hautausschlägen allerdings ist bekannt, desgleichen seine günstige Wirkung bei Bleichsucht. Wer Spinat im Sommer ernten will, der muss die Aussaat ab März bis Mai vornehmen. Für den Frühjahrsbedarf wird von August bis Oktober ausgesät, und zwar möglichst in Abständen von drei Wochen. Wird der Herbst gut, dann hast du noch eine Späternte. Ist er nicht besonders schön, dann kommt die erste oder zweite Aussaat besser durch den Winter. Etwas Schutz durch Deckreisig ist nur in besonders kalten Lagen ratsam. Spinat liebt lockeren, nährstoffreichen Boden. Findet er zu wenig Stickstoff in der Erde, dann zeigt er das durch gelbe Blätter recht deutlich an. Säe ihn bitte auch nicht zu dicht aus, möglichst 20 bis 25 cm Reihenabstand. Wo er zu dicht steht, verziehe ihn lieber. Ein Verpflanzen verträgt er jedoch nicht. Interessantes vom Spinat: 1 g Samen sind 70 bis 80 Samenkörner. 10 bis 14 Tage braucht er zur Keimung. Drei bis vier Jahre behält er seine Keimkraft. 5 g Samen musst du pro qm rechnen. Je nach Düngung kannst du mit einer Ernte von 1 bis 2 kg pro qm rechnen. In 100 g Spinatgemüse sind ca. 20 Kalorien enthalten. An Reinnährstoffen entzieht er dem Boden pro qm bei einer Normalernte: 6 g Stickstoff, 2 g Phosphor, 5 g Kali und 3 g Kalk. Über die einzelnen Sorten orientierst du dich am besten in den Samenkatalogen. Wer wenig Platz im Hausgarten hat, kann ihn natürlich auch als Einfassung aussäen.
Aussaat und Anbau
Spinat ist ein sehr gesundes Gemüse. Vitamine sind in hohem Maße vorhanden. Er reinigt das Blut. Bei Hautausschlägen und bei Bleichsucht wird reichlich Spinatkost empfohlen. Nickelgegenstände, mit Spinatwasser gereinigt, erhalten Hochglanz. Da der Spinat schnell in Blüte geht, solltest du ihn rechtzeitig ernten! Was nicht gleich verbraucht werden kann, lässt sich problemlos einfrieren und kann dann nach und nach verbraucht werden. Der rankende Spinat: Ihn kennst du unter dem Namen Neuseeländer Spinat und da er kein „echter“ Spinat ist, nennt man ihn neuerdings „Spinatähnliches Gemüse Neuseeländer“. Der Name sagt schon, wo er herkommt. Botanisch nennt man ihn Tetragonia expansa. Er ist in der Lage, dich den ganzen Sommer über mit Spinatgemüse zu versorgen, denn er bildet immer neue, bis zu 1 m lange Ranken und dicke Blätter. Nur braucht er etwa ein bis zwei Monate Zeit zum Keimen. Deshalb ist es besser, du setzt ihn in Töpfe aus, nachdem du den Samen ein bis zwei Tage vor der Aussaat in Wasser gelegt hast. Danach steckst du stets drei bis vier Korn in einen Blumentopf, was ab März geschehen kann. Stelle die Töpfe ans Fenster und pflanze später so aus, dass je qm nur eine einzige Pflanze steht. Den leeren Raum bepflanzt du mit Salat oder säst Radieschen. Gib ihm nach der Pflanzung reichlich Wasser. 5 bis 8 Pflanzen reichen für eine vierköpfige Familie. Deshalb ist es verkehrt, den Neuseeländer Spinat in Gewichtsmengen einzukaufen, es genügt für den Normalbedarf eine Portion vollkommen. Er hat einen sehr guten, intensiven Spinatgeschmack. Bekanntlich gehört der Spinat mit zu den Gemüsearten, die den höchsten Gehalt an Vitaminen besitzen. Es sind in ihm reichlich A, B1, B2 und C vertreten. Im Frühjahr macht sich fast bei jedem Menschen die sogenannte „Frühjahrsmüdigkeit“ bemerkbar. Die Ärzte wissen, dass diese Allgemeinerscheinung auf Vitaminmangel zurückzuführen ist und raten immer wieder zu reichlicher Spinat- und Gemüsekost, vor allen Dingen bei Kindern. Da nun der Spinat im Herbst ausgesät werden kann und dazu noch auf abgeräumte Beete kommt – im Frühjahr aber auch schon zeitig das Beet frei macht, ist immer wieder zum Anbau von Spinat zu raten.
Ernte und Verwendung
Liebe Hausfrau! Sorge dafür, dass alljährlich ein großes Beet Spinat im Herbst ausgesät wird! Der Spinat in der Küche: Spinat sollte stets in kochendes Salzwasser gegeben werden, und zwar nur etwa 6 bis 8 Minuten. Damit er die schöne grüne Farbe behält, gibst du einen Schuss Essig dazu. Es ist verkehrt, den Deckel zu schließen, er bleibt offen. Nach der genannten Zeit wird der Spinat mit dem Schaumlöffel aus dem Topf genommen und sofort in Eis-Wasser gelegt, worin er abkühlt. Mit den Händen wird er ausgedrückt und mit dem Fleischwolf zerkleinert. Dann kommt ein Stück Butter in einen Topf. Der Spinat kommt dazu, mit Salz wird abgeschmeckt, ein bisschen Muskatnuss beigefügt und zum Schluss Fleischbrühe (Wasser oder Bouillonbrühe). Jetzt lässt du ihn langsam kochen. Es wird hin und wieder umgerührt. Anstelle des Wassers oder der Brühe kannst du auch Sahne zugeben, je nachdem, wie man es wünscht. Serviert wird mit Salzkartoffeln und Spiegelei. Andere Hausfrauen geben Speck darunter und noch einen Schuss Suppenwürze dazu, wodurch das Gericht pikanter wird. Gerade beim Spinat ist deiner Fantasie reichlich Spielraum gelassen. Etwas Gartenkresse dem Spinat zugesetzt, macht ihn pikanter und schmackhafter, desgleichen ein paar Blätter Sauerampfer. Spinat mit Schlagrahm: Du nimmst ganz jungen Spinat, wäschst ihn und zerhackst ihn recht fein. Zitronensaft, Honig und Schlagrahm werden verrührt und zum Schluss über den als Salat zubereiteten Spinat gegossen und gut durchgemischt. Spinatsalat: Du kannst zarte, junge Spinatblätter genau wie den Kopfsalat mit Essig, Öl und allen anderen zur Verfügung stehenden Gewürzen anrichten. Gerade der roh gegessene Spinat hat keinen Vitaminverlust durch Kochen und sollte deshalb im zeitigen Frühjahr recht oft auf dem Tisch zu finden sein. Ganz besonders gern mag ich den Spinat so, wenn etwas Gartenkresse darunter gemischt ist. Das Einfrieren von Spinat: Bei Spinat solltest du zum Einfrieren nur frische, junge und zarte Blätter verwenden, die keine Stiele haben. Die sauber geputzten Blätter werden etwa 3 Minuten in siedendes Wasser gelegt und anschließend sofort unter fließendem Wasser, besser noch mit Eiswasser, abgekühlt und in Beutel gefüllt.
Gaertner Poetschkes Tipp: Säe ihn bitte auch nicht zu dicht aus, möglichst 20 bis 25 cm Reihenabstand.
Häufig gestellte Fragen
Wann und wie oft kann Spinat im Jahr ausgesät werden?
Spinat kann mehrmals im Jahr ausgesät werden: Für die Sommerernte ab März bis Mai, für den Frühjahrsbedarf von August bis Oktober in Abständen von drei Wochen. Eine Herbstaussaat überwintert und liefert im Frühjahr eine frühe Ernte.
Warum schießt Spinat so schnell in Samen und wie verhindere ich das?
Spinat schießt bei langen Tagen und Wärme schnell in Samen. Um das zu verzögern, solltest du hitzetolerante Sommersorten wählen und regelmäßig neue Aussaaten vornehmen. Zu dichter Stand fördert das Schießen, daher auf ausreichenden Reihenabstand von 20 bis 25 cm achten.