Primeln Sorten: Fliederprimel, Becher- und chinesische Primel

Primeln Sorten gibt es in großer Vielfalt – für das Zimmer eignen sich vor allem drei Arten besonders gut: die Fliederprimel (Primula malacoides), die Becherprimel (Primula obconica) und die chinesische Primel (Primula praenitens). Alle drei gehören zur Familie der Primelgewächse und zählen zu den ältesten und beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt. Trotz ihrer Ähnlichkeit unterscheiden sie sich in Blütezeit, Lebensdauer und Pflegeansprüchen deutlich.

Fliederprimel: Zierliche Winterblüherin für kühle Räume

Die Fliederprimel (Primula malacoides) ist die zierlichste der drei Topfprimel-Arten und blüht typischerweise von Januar bis Februar – also mitten im Winter, wenn andere Zimmerpflanzen noch in der Ruhephase sind. Durch ihre kompakte Größe lässt sie sich auch auf engstem Raum unterbringen und eignet sich hervorragend für Fensterbänke in kühlen Zimmern. Die Fliederprimel ist vollkommen priminfrei und daher auch für Allergiker unbedenklich. Nach der Blüte ist sie wertlos und wird entsorgt. Für eine möglichst lange Blütezeit sollte sie kühl und hell stehen, gleichmäßig gegossen und vor direkter Sonne geschützt werden. In warmen, trockenen Räumen verblüht sie sehr schnell.

Becherprimel: Die langlebige Topfprimel mit Allergiepotenzial

Die Becherprimel (Primula obconica) ist die einzige Topfprimel, die bei guter Pflege mehrere Jahre lang kultiviert werden kann. Sie blüht vom Frühjahr bis in den Herbst und ist damit die ausdauerndste der drei Arten. Allerdings enthält ihre Blattbehaarung den Stoff Primin, gegen den viele Menschen empfindlich sind – Kontakt mit den Blättern kann Ausschlag an den Händen verursachen. Wer allergisch reagiert, sollte auf priminfreie Sorten zurückgreifen, die inzwischen im Handel erhältlich sind. Die Becherprimel verlangt wie alle Topfprimeln eine kräftige, lehmhaltige Erde, gleichmäßige Feuchtigkeit und einen kühlen, hellen Standort ohne direkte Sonne.

Chinesische Primel: Klein, zierlich und kurzlebig

Die chinesische Primel (Primula praenitens) ist die kleinste und zierlichste der drei Topfprimel-Arten. Sie ist vollkommen priminfrei und daher für alle Hausbewohner unbedenklich. Leider hat sie nur eine sehr kurze Lebensdauer und ist nach der Blüte wertlos. Ihre Pflege entspricht der der anderen Topfprimeln: kühler, heller Standort, gleichmäßige Feuchtigkeit und kräftige, lehmhaltige Erde. Alle drei Primel-Arten haben gemeinsam, dass sie die volle Sonne scheuen und in warmen, trockenen Räumen schnell verblühen. Wer Primeln im Zimmer kultivieren möchte, sollte daher auf einen kühlen Standort achten und regelmäßig gießen, ohne Staunässe entstehen zu lassen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Primelsorte blüht am längsten im Zimmer?

Die Becherprimel (Primula obconica) blüht am längsten – vom Frühjahr bis in den Herbst – und kann bei guter Pflege mehrere Jahre kultiviert werden. Fliederprimel und chinesische Primel sind nach der Blüte wertlos.

Sind alle Primeln für Allergiker geeignet?

Nein. Die Becherprimel enthält Primin, das bei empfindlichen Personen Hautausschlag verursachen kann. Fliederprimel und chinesische Primel sind priminfrei und daher für Allergiker unbedenklich.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 167

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