Pikieren: Sämlinge richtig vereinzeln

Pikieren bedeutet, dicht stehende Sämlinge zu vereinzeln und in größere Abstände umzupflanzen. Je früher pikiert wird, desto besser entwickeln sich die Wurzeln und desto kräftiger werden die Jungpflanzen.

Wann und warum pikieren?

Stehen Sämlinge sehr eng, konkurrieren sie um Licht, Wasser und Nährstoffe. Frühzeitiges Pikieren gibt jedem Sämling genug Raum zur Entwicklung. Der beste Zeitpunkt ist, wenn das erste echte Blattpaar erscheint – die Keimblätter allein reichen als Signal noch nicht aus.

So wird pikiert: Schritt für Schritt

Mit einem Pikierholz oder einem Bleistift ein Loch in die vorbereitete Erde stechen. Den Sämling vorsichtig am Keimblatt (nie am Stängel) anfassen und herausheben. In das Loch einsetzen, so tief, dass die Keimblätter knapp über der Erde sitzen. Erde andrücken und angießen.

Pflege nach dem Pikieren

Frisch pikierte Sämlinge an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Standort aufstellen. In den ersten Tagen etwas schattieren, damit die Pflanzen nicht austrocknen. Gleichmäßig feucht halten und auf Schädlinge achten.

Gaertner Poetschkes Tipp: Ist die Keimlingswurzel sehr lang, kürze sie vorsichtig mit dem Fingernagel ab – das fördert die Verzweigung und damit ein kräftigeres Wurzelsystem.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Pikieren?

Sobald das erste echte Blattpaar erscheint und die Sämlinge eng stehen, ist es Zeit zum Pikieren. Je früher, desto besser für die Wurzelentwicklung.

Warum fasst man Sämlinge beim Pikieren am Keimblatt an?

Der Stängel ist sehr empfindlich und kann beim Anfassen leicht gequetscht werden. Das Keimblatt ist robuster und übersteht den kurzen Kontakt ohne Schaden.

Gärtnerische Grundlagen – Band I (2008)

Seiten: 167

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