Paprika anbauen: Aussaat, Pflege und Ernte

Paprika anbauen erfordert Wärme und Geduld, belohnt aber mit aromatischen Früchten in vielen Farben und Schärfegraden. Die aus Mittel- und Südamerika stammenden Pflanzen gedeihen im Gewächshaus und an geschützten Standorten im Freiland.

Aussaat und Vorkultur ab Februar

Paprika hat eine lange Entwicklungszeit und wird bereits ab Ende Februar auf der Fensterbank vorgezogen. Säe die Samen in Anzuchterde und halte die Temperatur bei 22 bis 28 Grad Celsius. Die Keimung dauert oft zwei bis drei Wochen. Nach dem Pikieren wachsen die Jungpflanzen bei 18 bis 20 Grad Celsius weiter. Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die Pflanzen ins Freiland, da sie keinerlei Frost vertragen. Im Gewächshaus ist eine frühere Pflanzung möglich. Der Pflanzabstand beträgt 40 bis 50 cm. Paprika hat einen hohen Wärmebedarf und darf auf keinen Fall ins Freiland, solange der Boden noch kalt ist.

Pflege, Düngung und Königsknospe

Paprika braucht einen vollsonnigen, windgeschützten Standort und gleichmäßige Wasserversorgung. Gieße regelmäßig, aber vermeide Staunässe. Dünge alle zwei Wochen mit einem kaliumbetonten Dünger, sobald die ersten Früchte angesetzt haben. Ein wichtiger Pflegetipp ist das Ausbrechen der sogenannten Königsknospe: Die erste Blüte in der Triebgabel entfernst du, damit die Pflanze zunächst kräftiger wächst und anschließend mehr Früchte ansetzt. Stütze die Pflanzen mit Stäben, da die schweren Früchte die Triebe herunterziehen können. Aus getrockneten Paprikaschoten wird Paprikapulver in unterschiedlichen Schärfen gewonnen.

Ernte und Sortenvielfalt

Paprika kann ab Ende Juli geerntet werden. Grüne Früchte sind unreif, aber essbar. Lässt du sie länger hängen, färben sie sich je nach Sorte gelb, orange oder rot und werden süßer. Peperoni und Chilis erntest du, wenn sie die gewünschte Farbe und Schärfe erreicht haben. Die Sortenvielfalt ist enorm: Von milden Blockpaprika über fruchtige Spitzpaprika bis zu feurigen Habaneros ist für jeden Geschmack etwas dabei. Für den Freilandanbau eignen sich frühreifende Sorten wie ‚Yolo Wonder‘ oder ‚Neusiedler Ideal‘. Im Gewächshaus gelingen auch wärmebedürftigere Sorten zuverlässig.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Königsknospe bei Paprika und warum wird sie entfernt?

Die Königsknospe ist die erste Blüte, die sich in der Triebgabel der Paprikapflanze bildet. Entfernst du sie, verzweigt sich die Pflanze stärker und bildet insgesamt mehr Früchte. Die Pflanze steckt ihre Energie dann nicht in eine einzelne frühe Frucht.

Können Paprika und Peperoni nebeneinander wachsen?

Ja, Paprika und Peperoni können nebeneinander stehen. Eine Übertragung der Schärfe durch Kreuzbestäubung wirkt sich erst auf die nächste Generation aus, also auf Pflanzen aus selbst gewonnenen Samen. Die Früchte der aktuellen Saison behalten ihren sortentypischen Geschmack.

Gaertner Poetschkes Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 150, 151

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