Jederzeit der richtige Schnitt: Obstbäume das ganze Jahr pflegen

Den richtigen Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt zu wählen, entscheidet über Gesundheit und Ertrag deiner Bäume: Ob Pflanzschnitt im Herbst, Erziehungsschnitt im Winter oder Sommerschnitt zur Wuchsregulierung – jede Jahreszeit hat ihre eigenen Schnittmaßnahmen, die den Baum optimal fördern.

Pflanzschnitt und Erziehungsschnitt in den ersten Jahren

Direkt nach dem Einpflanzen eines jungen Obstbaumes erfolgt der Pflanzschnitt. Er fördert das Anwachsen der Pflanze und legt die Grundform der späteren Krone fest. Bei der Spindelerziehung wird der Mitteltrieb leicht eingekürzt und die Seitentriebe werden auf etwa ein Drittel ihrer Länge zurückgeschnitten. In den folgenden Jahren formt der Erziehungsschnitt die Krone des Baumes. Dabei werden unerwünschte Triebe entfernt, Leitäste in die richtige Position gebracht und die Kronenform stabilisiert. Wichtig ist, in dieser Phase nicht zu stark zu schneiden, damit der Baum genug Energie für ein kräftiges Wachstum hat. Der Erziehungsschnitt wird in der Regel im Winter oder frühen Frühjahr durchgeführt, wenn der Baum noch in der Ruheperiode ist und die Knospen noch nicht ausgetrieben haben.

Auslichtungsschnitt und Sommerschnitt bei ausgewachsenen Bäumen

Bei ausgewachsenen Obstbäumen steht der Auslichtungsschnitt im Vordergrund. Er wird in der Regel im Winter oder frühen Frühjahr durchgeführt und dient dazu, die Krone offen und lichtdurchflutet zu halten. Dabei werden zu dicht stehende, kreuzende oder nach innen wachsende Äste entfernt. Wasserreiser – steil nach oben wachsende, kräftige Triebe – solltest du regelmäßig ausschneiden oder besser noch ausreißen, da sie dem Baum Energie entziehen, ohne Früchte zu tragen. Der Sommerschnitt ist eine ergänzende Maßnahme, die das Wachstum reguliert und die Fruchtqualität verbessert. Er wird nach der Ernte oder im Hochsommer durchgeführt und regt den Baum weniger stark zum Neuaustrieb an als der Winterschnitt. Besonders bei Steinobst wie Kirschen und Pflaumen ist der Sommerschnitt empfehlenswert, da diese Gehölze im Winter anfälliger für Pilzkrankheiten sind.

Verjüngungsschnitt für alte und vergreiste Obstbäume

Alte Obstbäume, die kaum noch Früchte tragen und deren Krone vergreist ist, können durch einen Verjüngungsschnitt zu neuer Vitalität gebracht werden. Dabei werden alte, abgestorbene oder schwach fruchtende Äste entfernt und der Baum auf ein jüngeres Kronengerüst zurückgeführt. Wichtig ist, den Verjüngungsschnitt nicht auf einmal durchzuführen, sondern über zwei bis drei Jahre zu verteilen. Ein zu starker Rückschnitt regt den Baum zu übermäßigem Neuaustrieb an, der dann wieder ausgedünnt werden muss. Nach dem Verjüngungsschnitt solltest du den Baum gut düngen und bei Trockenheit ausreichend wässern, damit er die nötige Kraft für den Neuaustrieb hat. Mit etwas Geduld lassen sich auch sehr alte Obstbäume wieder zu ertragreichen Gehölzen entwickeln.

Gaertner Poetschkes Tipp: Wasserreiser – steil nach oben wachsende Triebe – solltest du regelmäßig ausschneiden oder besser noch ausreißen. Sie entziehen dem Baum Energie, ohne Früchte zu tragen.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt im Jahr?

Der Hauptschnitt erfolgt im Winter oder frühen Frühjahr, wenn der Baum noch in der Ruheperiode ist. Steinobst wie Kirschen und Pflaumen schneidest du besser im Sommer, da diese Gehölze im Winter anfälliger für Pilzkrankheiten sind.

Was sind Wasserreiser und warum sollte man sie entfernen?

Wasserreiser sind steil nach oben wachsende, kräftige Triebe, die dem Baum viel Energie entziehen, ohne Früchte zu tragen. Du solltest sie regelmäßig ausschneiden oder besser noch ausreißen, um den Baum zu entlasten.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch Band III – Obst

Seiten: 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33

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