Kartoffelkrankheiten und Schaedlinge erkennen

Kartoffelkrankheiten können die Ernte erheblich schmälern, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden. Mit der richtigen Sortenwahl und vorbeugenden Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken.

Pilzkrankheiten bei Kartoffeln

Die häufigste und gefährlichste Pilzkrankheit ist die Kraut- und Knollenfäule, ausgelöst durch den Erreger Phytophthora infestans. Sie tritt vor allem bei feuchtwarmer Witterung auf und zeigt sich zunächst als braune Flecken auf den Blättern, die sich rasch ausbreiten. Befallene Knollen weisen eingesunkene, braune Stellen auf und faulen im Lager. Vorbeugend hilft es, widerstandsfähige Sorten zu wählen, weite Pflanzabstände einzuhalten und das Kraut bei Befall sofort abzuschneiden. Auch Dürre- und Braunfleckenkrankheit können auftreten und äußern sich durch braune Blattflecken mit konzentrischen Ringen.

Kartoffelkaefer und andere tierische Schaedlinge

Der Kartoffelkäfer ist der bekannteste Schädling im Kartoffelanbau. Die gelb-schwarz gestreiften Käfer und ihre orangeroten Larven fressen die Blätter bis auf die Blattrippen ab. Bei geringem Befall sammelst du Käfer und Larven von Hand ab. Auch Drahtwürmer, die Larven der Schnellkäfer, können Schäden verursachen, indem sie Gänge in die Knollen fressen. Nematoden befallen die Wurzeln und führen zu Kümmerwuchs. Wechsle den Standort jährlich und halte eine Anbaupause von mindestens vier Jahren ein, um den Befallsdruck zu senken. Natürliche Feinde wie Laufkäfer und Vögel unterstützen die biologische Schädlingsbekämpfung.

Vorbeugende Massnahmen fuer gesunde Kartoffeln

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist die Verwendung von gesundem, zertifiziertem Pflanzgut sowie die Auswahl widerstandsfähiger Sorten. Eine weite Fruchtfolge mit mindestens vier Jahren Anbaupause beugt bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen vor. Achte auf ausreichende Pflanzabstände, damit das Laub nach Regen schnell abtrocknen kann. Vermeide Staunässe und übermäßige Stickstoffdüngung, da beides die Anfälligkeit erhöht. Entferne befallenes Kraut sofort vom Beet und entsorge es über den Hausmüll, nicht auf dem Kompost. Regelmäßige Kontrolle der Pflanzen hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet man Kraut- und Knollenfaeule von Duerrefleckenkrankheit?

Bei der Krautfäule entstehen große, wässrige Flecken ohne klare Begrenzung, oft mit weißem Pilzrasen auf der Blattunterseite. Die Dürrefleckenkrankheit zeigt dagegen scharf begrenzte, braune Flecken mit konzentrischen Ringen.

Kann man Kartoffeln nach Kartoffelkaefer-Befall noch essen?

Ja, die Knollen sind trotz Käferbefall am Laub essbar. Der Kartoffelkäfer schädigt nur die oberirdischen Pflanzenteile. Allerdings kann starker Blattfraß den Ertrag deutlich verringern, weil die Pflanze weniger Energie in die Knollen einlagert.

Gaertner Poetschkes Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 134, 135

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