Hyazinthen im Zimmer zu treiben ist eine der schönsten Möglichkeiten, den Winter mit Blütenduft zu verschönern. Die Hyazinthe ist eine der beliebtesten Treibzwiebeln und kann sowohl auf Gläsern als auch in Töpfen kultiviert werden. Die Treiberei in Töpfen ist jedoch einfacher und bringt weniger Ausfälle mit sich, weil diese Art der Anzucht den natürlichen Ansprüchen der Zwiebel mehr entspricht.
Hyazinthen auf Gläsern treiben: Schritt für Schritt
Hyazinthengläser waren früher schmal und hoch, während man heute mehr zu den niedrigen, gedrungeneren Formen übergeht, da diese fester stehen. Das Glas wird mit sauberem Wasser bis an die Verengung gefüllt, und die Zwiebel wird in die obere, eigens für sie vorgesehene Schale gelegt. Wichtig ist, dass der Zwiebelboden nicht direkt mit dem Wasser in Berührung kommt, sonst entsteht leicht Fäulnis – ein kleiner Zwischenraum von etwa 2 mm muss deshalb bleiben. Sobald die Blumenzwiebeln im Herbst verfügbar sind, sollten sie auf die Gläser gesetzt und in einen dunklen, kühlen Raum gestellt werden. Nur dann bilden sie Wurzeln. Wichtig: Nicht in einen Keller stellen, in dem Gemüse und Obst gelagert wird, da dort Fäulnis entstehen kann und das lagernde Obst viel Sauerstoff verbraucht, den die Zwiebeln zum Austrieb benötigen.
Einlagerung und Antreiben der Hyazinthen
Erst wenn das ganze Glas voller Wurzeln ist, darf die Hyazinthe ins kühle Zimmer geholt werden – das ist frühestens sechs bis acht Wochen nach dem Aufsetzen der Fall. Den Trieb muss man noch dunkel halten und stülpt deshalb die eigens dafür vorgesehenen Hütchen auf die Gläser. Erst wenn diese vom Trieb gehoben werden, ist es Zeit, sie abzunehmen. Wichtig ist, die Treibhyazinthen niemals sofort aus dem kalten Raum in ein warmes Zimmer zu bringen, sondern sie erst langsam an die höheren Temperaturen zu gewöhnen. Sonst bleiben die Knospen stecken. Das passiert auch, wenn die Zwiebeln zu früh, also bevor die Wurzeln den Boden des Glases erreicht haben, ins Warme gebracht werden. Während die Hyazinthen dunkel und kühl stehen, sollte hin und wieder geprüft werden, ob das Wasser noch klar ist. Trübes Wasser muss vorsichtig abgeschüttet und durch neues ersetzt werden – ein Stückchen Holzkohle hilft, das Wasser klar zu halten.
Hyazinthen in Töpfen treiben und eingraben
Hyazinthen, die in Töpfen getrieben werden, können zur Wurzelbildung gut im Garten eingegraben werden. Man hebt dazu eine Grube aus, stellt die Töpfe hinein und umgibt sie mit einer Schicht Sand, bevor die Erde daraufgefüllt wird. Durch die Sandschicht wird das spätere Herausnehmen sehr erleichtert, und man bricht nicht so leicht die Triebspitzen ab. Bei Frost sollte der Einschlag mit Laub oder Torfmull gut abgedeckt werden. Wer die Töpfe nicht eingraben möchte, kann sie auch im dunklen Keller mit Erde oder Torfmull in Kisten abdecken. Nach etwa zwölf Wochen haben die Zwiebeln sich bewurzelt und werden herausgeholt. Blühende Hyazinthen halten sich zwischen dem Doppelfenster oder im kühlen Raum länger als im stark geheizten Zimmer.
Häufig gestellte Fragen
Warum bleiben die Knospen meiner Treibhyazinthen stecken?
Steckengebliebene Knospen entstehen meist durch zu schnellen Temperaturwechsel. Bringen Sie die Hyazinthen langsam vom kühlen Keller ins Zimmer. Auch zu früh ins Warme gebrachte Zwiebeln, die noch nicht ausreichend bewurzelt sind, können stecken bleiben.
Kann man einmal getriebene Hyazinthenzwiebeln wiederverwenden?
Einmal getriebene Zwiebeln eignen sich nicht mehr zur Treiberei. Man kann sie jedoch in den Garten pflanzen, wo sie noch manches Jahr blühen werden.