Wir Gärtner haben es heute viel leichter als noch unsere Eltern oder Großeltern. Diese mussten ihre Düngermischungen noch selbst herstellen. Die Folge war, dass oft überdüngt worden ist, weil manche Nährstoffe im Überschuss vorhanden waren. Heutzutage gibt es fertige Mischungen für fast jeden Zweck zu kaufen – das ist sicherer und bequemer in der Handhabung.
Wissenswertes im Überblick
Im Folgenden möchte ich nun ausführlicher auf die sogenannten Mineraldünger eingehen, auch wenn wir Gärtner es heute viel leichter haben als noch unsere Eltern oder auch Großeltern. Diese mussten ihre Düngermischungen noch selbst herstellen. Die Folge war, dass oft überdüngt worden ist, weil manche Nährstoffe im Überschuss vorhanden waren. Heutzutage gibt es fertige Mischungen für fast jeden Zweck zu kaufen. Das ist sicherer und auch bequemer in der Handhabung. Doch wird in der Anwendung trotzdem noch viel falsch gemacht. Statt Stickstoff wird Phosphordünger eingesetzt, statt schnell wirkenden gibt der Laie langsam wirkenden, statt Kopfdünger solchen, der sich genau hierfür nicht eignet. Daher überlege vor dem Kauf immer genau, wofür du Dünger benötigst und welche Nährstoffe ergänzt werden sollen.
Stickstoffdünger
Früher plagten Gärtner sich mit Natronsalpeter, Kalksalpeter und schwefelsaurem Ammoniak ab, Mittel, die oft in größeren Mengen gekauft und selbst abgewogen wurden. Nicht alle davon waren harmlos, und schnell wurde zu hoch dosiert. Die Folge: Pflanzen können nicht so viel Mineralsalze aufnehmen und der Rest wird einfach ausgespült. Heute wird vorwiegend Kalkstickstoff verwendet, den du in kleinen Mengen kaufen kannst. Er enthält 20 bis 23 % Stickstoffanteil in schwer löslicher Form und ca. 50 bis 60 % Kalk. Er ist ein wichtiger Vorratsdünger und gut geeignet für schwere Böden. Ausgebracht wird er etwa vier Wochen vor der Bestellung der Beete, also nie zwischen bestehenden Kulturen streuen! Kommt Kalkstickstoff mit Feuchtigkeit in Verbindung, entsteht Cyanamid, das zu Harnstoff umgewandelt wird. Aus diesem entsteht später kohlensaures Ammoniak und am Ende leicht löslicher Salpeter. Der Grund, weshalb ich das so ausführlich beschreibe, ist folgender: Kalkstickstoff ist im Moment des Ausstreuens und in der Cyanamid-Phase sehr ätzend. In diesem Zustand wird er zur Bekämpfung tierischer Schädlinge, vieler Erreger von Pilzkrankheiten wie Kohlhernie und von Samenunkräutern eingesetzt.
Phosphorsalze
Früher erhielt man im Handel Superphosphat, ein schnell löslicher Dünger mit einem Gehalt von etwa 18 % leicht löslichem Phosphor. Er wirkte schnell und lockerte schwere Böden. Er wurde vor der Bestellung der Beete ausgestreut und eignete sich auch als Kopfdünger, da er sofort von den Wurzeln aufgenommen werden konnte. Auch das Thomasmehl ist unter dieser Bezeichnung nicht mehr erhältlich. Mit einem Gehalt von 16 % schwer löslichem Phosphor und bis zu 50 % Kalk war er ein ausgesprochener Vorratsdünger, der ohne Bedenken reichlich im Herbst gestreut werden konnte.
Kalidünger
Kalium ist leicht löslich und für die Pflanze schnell verfügbar. Es hält sich aber länger im Boden als die anderen schnell löslichen Nährstoffe. Deshalb wird es am besten im Frühjahr gestreut. Patentkali, auch als schwefelsaures Kali-Magnesia bekannt, bietet sich zum Ausgleich der Nährstoffe Kalium und Magnesium an. Gleichzeitig wird die Schwefelversorgung gesichert. Es enthält 26 bis 30 % Kalium, 10 % Magnesium und ca. 17 % Schwefel und wirkt ebenfalls schnell. Für den Hausgarten eignet es sich sehr gut, da es in der Zusammensetzung chlorfrei ist. Auch als Kopfdünger verwendbar, 5 kg je 100 m² reichen für den ganzen Sommer.
Gartenkalk
Die im Handel erhältlichen Kalkdünger sind Gartenkalk und Algenkalk. Algenkalk besteht aus abgestorbenen Korallalgenablagerungen (Rotalgen) und enthält 80 % kohlensauren Kalk, 10 % Magnesium, 4 bis 5 % Silikate und Spurenelemente, z. B. Bor und Jod. Damit beugt er einem Mangel an Spurenelementen vor. Das Verhältnis Kalk zu Magnesium ist besonders günstig. Gartenkalk wird sehr gerne auf leichteren Böden eingesetzt, denn er wirkt langsam und ist nicht hygroskopisch, also Feuchtigkeit aufnehmend. Kalkdünger sind Bodenverbesserer und machen andere Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar. Kohlensaure Kalke können übrigens zu jeder Jahreszeit ausgebracht werden. Kalk darf niemals gemeinsam mit Stallmist oder ammoniakhaltigen Düngern in den Boden gebracht werden, sondern mindestens 8 bis 14 Tage vorher. Wie schon im Kapitel „Kompost“ beschrieben, regt er die Verrottung des Stallmistes an, weil er das Leben der Mikroorganismen im Boden fördert. Die Folge wäre eine schnellere Zersetzung der organischen Substanzen im Stallmist. Er besitzt auch die Fähigkeit, Nährstoffe im Boden zu lösen. Um Nährstoffverluste zu vermeiden, darf man organische Dünger also nicht gleichzeitig mit Kalk ausbringen. Er verbindet sich mit leicht löslichen Nährstoffanteilen und wäscht diese regelrecht aus.
Kalk für gesunden Gartenboden
Kalk reguliert den Säuregrad des Bodens, der in pH-Werten gemessen wird. Kalkarme Böden bezeichnet man als sauer, gut mit Kalk versorgte als neutral und sehr kalkhaltige als alkalisch. Böden mit einem pH-Wert unter 5 werden als sauer bezeichnet, ein pH-Wert zwischen 6 und 7 bescheinigt einen neutralen Boden, Werte über 7 bezeichnen alkalische Böden. Ideale pH-Werte für leichte Böden bewegen sich zwischen pH 5,5 und pH 6, für schwerere zwischen pH 6 und pH 7. Starke Abweichungen des Boden-pH-Wertes, vor allem im sauren Bereich, können durch Kalkgaben ausgeglichen werden. Durch Aufkalken lässt sich ein solcher Boden in den neutralen Bereich bringen. Statt des schnell löslichen Branntkalks empfehle ich hierfür Algenkalk, er wirkt langsamer, aber nachhaltig und beugt so einem kurzfristigen Kalküberschuss vor. Stark alkalischen Böden kann nicht ohne Weiteres Kalk entzogen werden. Hier schaffen sauer reagierende Humusstoffe oder Torf Abhilfe. Ein untrüglicher Hinweis für den Kalkgehalt eines Bodens sind die Wildpflanzen, die sich an diesem Standort einstellen. Als kalkfliehende Pflanzen bezeichnet man solche, die auf sauren Böden wachsen. Beispiele sind Sauerampfer, Wegerich und Acker-Frauenmantel. Huflattich, Wegwarte, Ackersenf, Mohn, Rote Taubnessel und Echte Kamille weisen dagegen auf eher kalkhaltige Böden hin.
Mehrnährstoffdünger
Was früher als Voll- und Mischdünger bezeichnet worden ist, heißt heute allgemein Mehrnährstoffdünger. Dies sind Düngemittel, die zumindest die drei wichtigsten Hauptnährstoffe enthalten: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) in unterschiedlichen Anteilen. In diesen NPK-Düngern sind auch noch ein oder mehrere Spurenelemente wie Schwefel, Magnesium und Eisen enthalten, was sie für die Pflanzen noch wertvoller macht. Deshalb ist die Verwendung von Mehrnährstoffdüngern auch sehr empfehlenswert. Dabei verursacht ihre Handhabung wenig Arbeit. Man streut sie erst kurz vor der Aussaat oder Pflanzung. Als Kopfdünger während der Kulturzeit sind sie ebenfalls gut verwendbar. Leichtes Unterhacken genügt. Im Handel sind zahlreiche Mehrnährstoffdünger erhältlich, viele von ihnen Spezialmischungen, die genau auf die Bedürfnisse bestimmter Pflanzen und Pflanzengruppen eingestellt sind. Dies ist heute der leichteste Weg für den Pflanzen- und Gartenliebhaber, seinen Schützlingen die optimale Düngung zu garantieren. Die Pflanzen danken es dir durch gutes Wachstum und hohe Erträge. Der bekannteste Mehrnährstoffdünger ist Blaukorn. Blaukorn kann grundsätzlich für alle Kulturpflanzen, wie z. B. Gemüse und Obst, aber auch für Rasen oder Zierpflanzen verwendet werden. Auf dem Markt gibt es verschiedene Hersteller, wobei es hier Unterschiede gibt in der Zusammensetzung der enthaltenen Inhaltsstoffe. Aus eigener Erfahrung möchte ich dir das vielfach bewährte „Gärtner Pötschke Pflanzenfutter“ empfehlen. Es handelt sich um verschiedene Volldünger in einer gut ausgewogenen Zusammenstellung, die speziell auf den Bedarf der jeweiligen Pflanzen abgestimmt ist.
Spezialdünger
Eine Pflanzengruppe benötigt grundsätzlich immer einen Spezialdünger – die Moorbeetpflanzen. Zu ihnen zählen zum Beispiel Erikagewächse, Azaleen und Rhododendren. Für diese muss der Dünger immer chlorid- und kalkfrei sein, weshalb keine normalen Handelsdünger verwendet werden dürfen. Spezialdünger wie etwa „Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter für Rhododendren“ ist auch für die anderen Moorbeetpflanzen das ideale „Futter“. Er setzt sich aus organischen und mineralischen Düngern zusammen und enthält auch etwas Magnesium. Die Hauptnährstoffe sind 12 % Stickstoff, 8 % Kalium und 6 % Phosphor. Auch für die Rasendüngung sind spezielle Mehrnährstoffdünger im Handel erhältlich, allerdings nur in fester Form als Granulat. Manche enthalten Beimischungen gegen Unkrautwuchs und wirken hemmend auf das Wachstum von Moos, gelten dann aber als Pflanzenschutzmittel. Sie sind entweder sofort wirksam, oder es sind Vorratsdünger, die den ganzen Sommer hindurch nach und nach ihre Nährstoffe freisetzen und an die Pflanzen abgeben. Die Zahl der Mehrnährstoffdünger ist groß. Egal für welchen du dich entscheidest: Lies vor der Verwendung stets genau die Gebrauchs- und Dosieranleitung!
Gärtner Poetschkes Tipp: Gesteinsmehle steigern die Kapazität des Bodens, Wasser zu binden, und verhindern so eine rasche Auswaschung von Nährstoffen in den Untergrund. Wildpflanzen sind natürlich nur ein Hinweis auf die Bodenbeschaffenheit und ersetzen keinesfalls eine Bodenuntersuchung!
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter mineralischen Düngern im Garten?
Mineralische Dünger sind Düngemittel, die Nährstoffe in mineralischer Form enthalten. Dazu zählen Stickstoffdünger wie Kalkstickstoff, Phosphorsalze, Kalidünger und Mehrnährstoffdünger. Sie wirken meist schneller als organische Dünger und sind heute in fertigen Mischungen erhältlich, die genau auf die Bedürfnisse verschiedener Pflanzen abgestimmt sind.
Wie werden mineralische Dünger richtig eingesetzt?
Überlege vor dem Kauf genau, welche Nährstoffe deine Pflanzen benötigen. Stickstoffdünger wie Kalkstickstoff werden etwa vier Wochen vor der Bestellung ausgebracht, Kalidünger am besten im Frühjahr. Mehrnährstoffdünger streust du kurz vor der Aussaat oder Pflanzung. Lies immer die Dosieranleitung, um Überdüngung zu vermeiden.