Die richtige Bodenbearbeitung ist das Fundament für gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte. Ob Umgraben, Lockern oder Hacken – jede Technik hat ihre eigene Funktion und den richtigen Zeitpunkt. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du deinen Gartenboden optimal vorbereitest und pflegst, damit deine Pflanzen die besten Bedingungen zum Wachsen haben.
Wissenswertes im Überblick
Stecke mit einem Pflock das umzugrabende Stück Land in Streifen von je einem Meter Breite ab. Markiere die ersten beiden Streifen mit einer Schnur. Hebe von den beiden Streifen die Oberkrume einen Spatenstich tief aus und fahre den Aushub an das Ende des umzugrabenden Stücks. Auch vom ersten Streifen fährst du die Mittelschicht an das Ende, häufst sie aber separat auf. Den jetzt frei liegenden Untergrund des ersten Streifens gräbst du gut um. Auf diesen Untergrund kommt die frei liegende Mittelschicht des zweiten Streifens. Nun gräbst du den Untergrund des zweiten Streifens um. Markiere den dritten Streifen mit der Schnur. Werfe die Oberschicht von Streifen drei auf Streifen eins. Die freie Mittelschicht von Streifen drei wird als Mittelschicht auf den gegrabenen Untergrund des Streifens zwei geworfen. Der Untergrund von Streifen drei wird nun wie bei Streifen zwei umgegraben. Versetze die Schnur weiter auf Streifen vier, werfe die Oberschicht auf Streifen zwei und fahre so fort. Am Schluss wird die anfangs beiseitegelegte Erde wieder aufgefüllt. Die Bodenpflege im Frühjahr erfordert besondere Aufmerksamkeit. Viele Hobbygärtner meinen, sie müssten im Frühjahr noch einmal tief umgraben. Richtig ist es vielmehr, mit einem Grubber nur die oberste Schicht, ungefähr 10 bis 15 cm tief, feinkrümelig zu lockern. Was bewirkt das Lockern? Durch vorsichtiges Lockern und Belüften der Bodenoberschicht im Frühjahr hält der Boden länger seine Winterfeuchtigkeit und bleibt feinkrümelig. Das ermöglicht es den Pflanzen, die Erde gleichmäßiger zu durchwurzeln, und es erleichtert ihnen die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Ein im Frühjahr umgegrabener Boden würde an warmen sonnigen Tagen und bei anhaltender Trockenheit schnell bis in die tieferen Schichten austrocknen, während der im Herbst bearbeitete Boden noch größere Mengen Feuchtigkeit gespeichert hat. Auch Samen keimen in dem gleichmäßig feuchten Boden leichter, was natürlich ganz wichtig für den Ernteerfolg ist. Wenn im Frühjahr umgegraben werden muss, zum Beispiel weil du es im Herbst nicht mehr geschafft hast, dann verwende statt eines Spatens eine Grabegabel. Wichtig: Nicht zu tief graben! Mit der Grabegabel zerkrümelt der Boden beim Umwenden besser als beim Graben mit dem Spaten. Gegraben wird außerdem erst, wenn die obere Mutterbodenschicht so weit abgetrocknet ist, dass sie sich beim Umgraben leicht zerkrümeln lässt. Je feiner der Boden zerkrümelt wird, umso besser werden die Wurzeln darin wachsen. Ein so behandelter Boden hält die Feuchtigkeit noch bis in den Sommer hinein. Weitere Geräte zur Lockerung und Belüftung des Bodens sind der Grubber, ein Gerät mit drei gekrümmten Zinken, und die Sternfräse, auch Gartenwiesel genannt. Hacken ist sinnvoll! Das Hacken erfüllt viele Funktionen und ist vom Frühjahr bis zum Herbst fester Bestandteil der Bodenpflege. Dabei wird nicht nur unerwünschter Wildwuchs beseitigt, es durchlüftet und lockert auch den Boden und reguliert dessen Feuchtigkeitshaushalt. Ein altes Gärtnersprichwort sagt: „Richtig hacken ist die halbe Düngung.“ Und genau auf das richtige Hacken kommt es an! Es ist zum Beispiel ein Irrtum zu glauben, dass häufiges und tiefes Hacken den Pflanzen besonders gut bekommt. Im Gegenteil – dabei werden viele der feinen flachen Wurzeln mit abgehackt und beschädigt, die den Pflanzen zur Nahrungsaufnahme dienen. So ein Hacken des Erdbeerbeets ist zum Beispiel gar nicht förderlich. Deshalb lockerst du mit der Hacke nur die oberste Bodenschicht leicht auf. Hierbei werden die feinen Kapillarröhrchen zerstört, in denen das in der Erde versickerte Regenwasser wieder aus dem Bodenuntergrund nach oben steigt und verdunstet. Nach dem Hacken bleibt also mehr Feuchtigkeit im Boden, was den Pflanzen zugute kommt. Deshalb sagen wir Gärtner auch: „Einmal hacken ist so gut wie zweimal gießen.“ Dies mag auf den ersten Blick sehr unglaubwürdig klingen, aber probiere es selbst einmal aus. Auf zwei nebeneinanderliegenden Beeten lockerst du ein Beet einen Tag nach einem schweren Regen mit einer Ziehhacke ungefähr 2 cm tief, das andere Beet bleibt unbearbeitet. Das gehackte Beet wird bereits nach wenigen Sonnenstunden trocken aussehen, das unbearbeitete wirkt dagegen feucht. Nach wenigen Tagen siehst du, wie auch das unbearbeitete Beet langsam antrocknet. Gräbst du nun in beiden Beeten etwas tiefer, so findest du im gehackten Beet noch feuchte Erde, während das unbearbeitete auch in der etwas tieferen Schicht schon trocken geworden ist. Gärtner hacken auch, wenn nach einem starken Regen die obere Bodenschicht zusammenbackt. Dadurch gelangt lebenswichtige Luft in den Boden, denn auch die unterirdischen Pflanzenteile atmen und brauchen Sauerstoff. Am schonendsten geht dies mit einem „durchziehenden“ Sauzahn. Hacken ist überwiegend eine Arbeit im Gemüsegarten, der mehrmals in der Saison bepflanzt werden kann. Im Ziergarten bedecken Rasen, Stauden und Bodendecker die Erde oft ganzjährig, so dass kaum frei liegender Boden sichtbar ist. Hier kannst du dich auf das Jäten von Unkraut beschränken. Den gleichen Effekt haben regelmäßig aufgebrachte Mulchschichten. Auch hier erübrigt sich das Hacken und du kannst dich auf das Jäten von Unkraut konzentrieren. Einen Nachteil des Hackens möchte ich jedoch nicht verschweigen: Wurzelunkräuter wie Giersch werden eher verbreitet als bekämpft, da jedes Wurzelstückchen zu einer neuen Pflanze heranwachsen kann. In meinem Katalog und im Fachhandel sind viele unterschiedliche Gartengeräteformen erhältlich, die für die unterschiedlichsten Techniken und Möglichkeiten der Bodenbearbeitung entwickelt worden sind. Ganze Systeme kombinierbarer Einzelgeräte lassen wirklich keine Wünsche mehr offen. Fräsen mit Bedacht: Das Fräsen dient ebenfalls der Bodenlockerung. Aber auch hier gilt, was ich schon für das Hacken gesagt habe – gefräst wird so flach wie möglich, so dass nur die oberste Bodenschicht der bereits im Herbst umgegrabenen Böden gelockert und zur Aussaat oder Pflanzung vorbereitet wird. Selbstverständlich kannst du die Fräse, flach eingestellt, auch den ganzen Sommer über zur Lockerung des Bodens in mehrjährigen Kulturen verwenden. Dies erspart es dir aber nicht, das Unkraut in Pflanzennähe von Hand zu jäten, da dies mit Fräsen allein nicht erreicht wird. Ich möchte auch zu bedenken geben, dass häufiges Fräsen der Krümelstruktur des Bodens schadet. Die Folge ist, dass der Boden viel leichter austrocknet und starke Regen- und Gewitterschauer, aber auch die Beregnung solcher Flächen, schnell zu verschlämmten Böden führen, in denen sich Pflanzenwurzeln nicht mehr wohlfühlen. Deshalb ist während des Sommers das Hacken dem Fräsen immer vorzuziehen. Harken und Rechen: Geharkt wird im Frühjahr und während des Sommers nach dem Räumen von Beeten, wenn diese neu bestellt werden. Harken und Rechen dient auch dem Ebnen von gefrästen, umgegrabenen oder gegrubberten Beeten. Dabei werden Steine aufgelesen und Erdklumpen zerkleinert. Die oberste Bodenschicht wird so feinkrümelig und die Rillen für die Aussaat lassen sich gleichmäßiger tief und gerade ziehen. Unebene, schlecht oder gar nicht geharkte Beete weisen Bodenunebenheiten auf. Hier wird die Saat nur schlecht oder ungleichmäßig auflaufen, da sich in der Bodendeckschicht nach Regen oder Wässern unterschiedlich dicke verschlämmte Bereiche bilden. Wachsen und Vergehen sind die zwei Seiten der Natur. Nur dort, wo etwas welkt und vergeht, kann wieder etwas Neues entstehen. So ist es auch in unseren Gärten. Wenn also im Herbst die Gartensaison dem Ende zugeht, dann muss keine Wehmut aufkommen: Wir sammeln die Gartenabfälle und setzen sie zu einem Komposthaufen auf. Durch das Verrotten der Pflanzenrückstände erzeugen wir den besten „Dünger“, den es gibt. Man nennt ihn nicht zu Unrecht „das schwarze Gold des Gärtners“. Die Komposterde dient als Bodenverbesserer und ist mit wohldosierten mineralischen oder organischen Düngemitteln die beste Kombination für unsere Pflanzen. Damit wir richtig mit ihnen umgehen und die besten Ergebnisse erzielen, müssen wir wissen, aus welchen Bestandteilen Düngemittel bestehen und wie sie wirken.
Gärtner Poetschkes Tipp: Auch wenn die Bodenoberfläche nach dem Winter verschlämmt ist und fest aussieht, ist leichtes Lockern immer dem Umgraben vorzuziehen.
Häufig gestellte Fragen
Warum sollte man im Frühjahr nicht tief umgraben?
Ein im Frühjahr umgegrabener Boden trocknet an warmen Tagen schnell bis in tiefe Schichten aus, während der im Herbst bearbeitete Boden noch viel Winterfeuchtigkeit speichert. Deshalb reicht es, nur die obersten 10 bis 15 cm mit einem Grubber feinkrümelig zu lockern.
Was bedeutet das Sprichwort „Einmal hacken ist so gut wie zweimal gießen"?
Beim Hacken werden feine Kapillarröhrchen im Boden zerstört, durch die Wasser aus tieferen Schichten nach oben steigt und verdunstet. So bleibt mehr Feuchtigkeit im Boden erhalten, was den Pflanzen zugutekommt und das Gießen reduziert.