Sandige Böden verbessern und bepflanzen

Sand speichert weder Wasser noch Nährstoffe – und genau das macht sandige Böden zur Herausforderung im Garten. Doch ihre lockere Struktur hat auch Vorteile: Sie erwärmen sich im Frühjahr schnell und lassen sich bei jedem Wetter bearbeiten. Mit der richtigen Pflege kannst du aus einem mageren Sandboden einen fruchtbaren Gartenboden machen.

Wissenswertes im Überblick

Sandige Böden haben einen hohen Sandanteil und werden auch als leichte Böden bezeichnet. Sie erwärmen sich rasch, da die Bodenpartikel locker gelagert sind und die mit Luft gefüllten Zwischenräume gut Wärme aufnehmen können. Diese Eigenschaft kannst du dir für den Anbau früher Gemüsesorten zunutze machen. Für anspruchsvolle Gemüse- und Blumenarten sind leichte Böden hingegen weniger geeignet. Sand ist nichts anderes als verwitterter Sandstein, er kann weder Nährstoffe speichern noch Wasser aufnehmen und für längere Zeit halten. Sandige Böden trocknen daher viel schneller aus. Auch die Zersetzung von Humus bildenden Stoffen wie Stalldung oder Gründüngung geht im Sandboden verhältnismäßig rasch vor sich, dort werden vorhandene Pflanzennährstoffe schnell aus den oberen Bodenschichten ausgewaschen. Leichte sandige Böden sind ewig hungrig und ausgesprochene Düngerfresser. Leichten sandigen Böden fehlen also in erster Linie Humus oder Tonanteile. Durch reichliche Humuszufuhr in Form von Stalldung, Gründüngung oder gutem Kompost lässt sich ein solcher Boden daher verbessern. Dies solltest du jedes Jahr wiederholen, wenn der Effekt länger anhalten soll. Denselben Verbesserungseffekt erreichst du auch durch das Einarbeiten von Lehm oder Ton. Ist der Untergrund stärker lehmhaltig als die Mutterbodenschicht, so kann die obere Erdschicht durch tieferes Graben nach und nach mit dem Lehmboden aus der tieferen Schicht vermischt werden. Leichte sandige Böden besitzen meist wenig Kalkanteile und reagieren daher häufig sauer. Ich empfehle deshalb, den Boden-pH-Wert regelmäßig zu ermitteln und bei Bedarf zu kalken. Die Bodenanalyse ist heutzutage für jedermann leicht zu bewerkstelligen, Testsets sind überall im Handel erhältlich. Dies ist umso wichtiger, da eine Bodenuntersuchung nicht nur rechtzeitig einen Nährstoffmangel anzeigt, sondern auch diejenigen Nährstoffe erfasst, die dem Boden gänzlich fehlen. Jede Düngerempfehlung ist daher von dem Ergebnis der Bodenanalyse abhängig. Lass also deinen Boden untersuchen, so sparst du unnötige Ausgaben für Düngersalze, die im Boden noch ausreichend vorhanden sind. Aber einen Vorteil haben leichte Böden: Sie sind bei jedem Wetter begehbar und können auch nach starkem Regen bearbeitet werden. Lehmige Sandböden haben dagegen einen höheren Tonanteil und können ausreichend Wasser und Nährstoffe speichern. Sie zählen bei einem guten Mischungsanteil zu den optimalen Gartenböden und lassen sich leicht durch Humusgaben optimieren.

Gärtner Poetschkes Tipp: Mische im Herbst eine 5 cm dicke Schicht reifen Kompost in die oberen 20 cm deines Sandbodens ein. So verbesserst du Jahr für Jahr die Wasserspeicherfähigkeit und verhinderst, dass Nährstoffe zu schnell ausgewaschen werden.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die typischen Eigenschaften von sandigen Böden?

Sandige Böden erwärmen sich schnell, trocknen rasch aus und können weder Wasser noch Nährstoffe gut speichern. Sie sind locker, gut durchlüftet und bei jedem Wetter bearbeitbar.

Wie kann ich sandige Böden dauerhaft verbessern?

Arbeite jährlich Kompost, Stalldung oder Gründüngung ein. Zusätzlich kannst du Lehm oder Ton untermischen, um die Speicherfähigkeit zu erhöhen. Regelmäßiges Kalken gleicht den oft sauren pH-Wert aus.

Gärtnerische Grundlagen – Band I (2008)

Seiten: 81

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