Beifuß anbauen ist denkbar unkompliziert – der Korbblütler mit dem botanischen Namen Artemisia vulgaris wächst in vielen Gegenden wild am Wegesrand und ist im Garten äußerst anspruchslos. Als Würzkraut zu Gänse-, Enten- und Schweinebraten steht er seit Jahrhunderten in hohem Ansehen. In knospigem Zustand geschnitten und im Schatten getrocknet, entfaltet er sein volles Aroma und macht fette Braten bekömmlicher.
Anbau und Pflege von Beifuß im Garten
Beifuß wächst in jedem Gartenboden und stellt kaum Ansprüche an Standort oder Pflege. Er wird etwa 50 cm hoch und eignet sich gut für einen ruhigen Gartenwinkel, wo er sich über Jahre hinweg selbst überlassen bleibt. Die Aussaat nimmst du ab April vor und pflanzt später die kräftigsten Pflanzen an ihren endgültigen Standort. Eine oder zwei Stauden genügen für den Bedarf einer Familie. Wenn du in deiner Nähe Beifuß wild am Wegesrand findest, kannst du auch einfach einige Pflanzen ausgraben und in den Garten verpflanzen. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein; Beifuß verträgt auch etwas Trockenheit. Regelmäßiges Gießen ist nicht notwendig, sobald die Pflanze etabliert ist. Als ausdauernde Staude kommt Beifuß jedes Jahr wieder und bildet mit der Zeit einen kräftigen Busch.
Ernte, Trocknung und Verwendung als Gewürz und Heilkraut
Für die Verwendung als Gewürz schneidest du Beifuß am besten in knospigem Zustand, bevor die Blüten sich vollständig öffnen – dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Bei der Ernte werden nur die kleinen, zarten Blättchen gezupft, was möglichst kurz vor dem Aufblühen der winzigen Knospen geschehen sollte. Die geschnittenen Triebe werden zu kleinen Bündeln gebunden und im Schatten an einem luftigen Ort getrocknet. Getrockneter Beifuß ist zu Gänse-, Enten- und Schweinebraten unentbehrlich, da er das Fett der Braten bekömmlicher macht. In der Volksmedizin gilt der Tee bei allgemeiner Schwäche als gutes Kräftigungsmittel, das sehr belebend auf den Organismus wirkt. Die Verdauungsorgane und das Blut werden günstig beeinflusst. Als Mittel gegen chronische Durchfälle, Verschleimung und Wassersucht wird er seit langer Zeit empfohlen. Aus der Wurzel wird ein krampfstillendes, schweißtreibendes Mittel hergestellt.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Beifuß traditionell zu fettem Geflügel gereicht?
Beifuß enthält ätherische Öle und Bitterstoffe, welche die Fettverdauung fördern und schwere Speisen wie Gänse- oder Entenbraten bekömmlicher machen. Deshalb ist er seit Jahrhunderten ein klassisches Gewürz zu Festtagsbraten.
Welche Heilwirkungen werden dem Beifuß in der Volksmedizin zugeschrieben?
Der Tee aus Beifuß gilt als Kräftigungsmittel, das belebend auf den Organismus wirkt. Er soll die Verdauungsorgane und das Blut günstig beeinflussen und wird bei allgemeiner Schwäche, chronischen Durchfällen und Wassersucht empfohlen.