Wildbienen fördern: Lebensraum und Nahrung für die stillen Bestäuber

In Deutschland leben über 560 Wildbienenarten – von der pelzigen Hummel bis zur winzigen Maskenbiene. Viele von ihnen bestäuben Obstbäume und Gemüsepflanzen sogar effizienter als Honigbienen, weil sie auch bei kühlerem Wetter und Nieselregen fliegen. Doch mehr als die Hälfte aller Wildbienenarten steht auf der Roten Liste. Mit einfachen Maßnahmen kannst du deinen Garten zu einem Wildbienen-Paradies machen.

Nistplätze schaffen: Boden, Holz und Stängel

70 Prozent aller Wildbienenarten nisten im Boden – in sandigen, trockenen Böschungen, Wegrändern oder Beeten mit offener Erde. Lass einige Stellen im Garten unbepflanzt und unverdichtet, damit Erdbienen ihre Brutröhren graben können. Für hohlraumbesiedelnde Arten bohrst du Löcher (3 bis 10 mm Durchmesser) in Hartholzblöcke oder stellst gebündelte Schilf- und Bambusröhrchen auf. Markhaltige Stängel von Brombeere, Himbeere und Holunder werden von einigen Arten ausgenagt und als Brutkammer genutzt.

Das richtige Nahrungsangebot: Blühkalender für Wildbienen

Wildbienen brauchen von März bis Oktober ein durchgehendes Blütenangebot. Frühblüher wie Krokus, Schneeglöckchen und Weide liefern nach dem Winter die erste Nahrung. Im Sommer sind Wildblumen, Kräuter und heimische Stauden die beste Nahrungsquelle. Besonders wertvoll sind ungefüllte Blüten – gefüllte Züchtungen bieten oft keinen Pollen oder Nektar. Pflanze Natternkopf, Glockenblumen, Salbei, Thymian und Wiesenflockenblume für ein erstklassiges Wildbienen-Buffet.

Was Wildbienen schadet und wie du es vermeidest

Chemische Pflanzenschutzmittel, auch biologische Insektizide wie Neem, können Wildbienen schädigen. Setze sie nur im äußersten Notfall und nie auf blühende Pflanzen ein. Vermeide Schottergärten und versiegelte Flächen, die Nistplätze zerstören. Mähe Blumenwiesen nicht öfter als zweimal jährlich und lass dabei immer einen Teil stehen, damit blühende Pflanzen als Nahrungsquelle erhalten bleiben.

Gaertner Poetschkes Tipp: Lass nach dem Rückschnitt im Herbst markhaltige Stängel von Brombeere und Himbeere 30 bis 50 Zentimeter hoch stehen – darin nisten im Frühling Wildbienenarten wie die Keulhornbiene.

Häufig gestellte Fragen

Sind Wildbienen gefährlich?

Nein, Wildbienen sind äußerst friedlich und stechen nur in absoluter Notwehr. Viele Arten haben einen so schwachen Stachel, dass er die menschliche Haut gar nicht durchdringen kann.

Konkurrieren Honigbienen mit Wildbienen?

In Gebieten mit wenig Blütenangebot ja. Deshalb ist es wichtig, ein reichhaltiges und vielfältiges Blütenangebot zu schaffen, das für alle Bienenarten ausreicht.

AI-generated content – Gaertner Poetschke Editorial

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