Tulpen und Narzissen treiben: Blumenzwiebeln im Zimmer

Tulpen und Narzissen im Zimmer treiben ist einfacher als gedacht: Mit der richtigen Vorbereitung und etwas Geduld lassen sich beide Blumenzwiebeln zuverlässig zum Blühen bringen. Wichtig ist, dass die Zwiebeln nach etwa zwölf Wochen Ruhe langsam ans Warme gewöhnt werden – dann fehlt es ihnen nicht an Feuchtigkeit und sie blühen prächtig.

Tulpen im Zimmer treiben: Sorten und Vorbereitung

Auch Tulpen lassen sich im Haus gut treiben. Empfehlenswert sind die frühen, niedrigen Sorten – sie sehen im Topf am besten aus. Ganz besonders hübsch sind die einfachblühenden und gefüllten, frühen Sorten. Die Töpfe werden mit lockerer Gartenerde gefüllt und drei bis fünf Zwiebeln so eingepflanzt, dass sie mit der Spitze noch aus der Erde ragen. Dann werden sie angegossen und mit den Hyazinthen eingegraben oder in einen kühlen, dunklen Keller gestellt. Ab Mitte Januar können dann nacheinander die Töpfe ins Haus geholt, langsam an höhere Temperaturen gewöhnt und angetrieben werden. Wichtig ist auch bei Tulpen, dass sie gut durchgewurzelt sind, bevor sie angetrieben werden, und dass sie genauso reichlich gegossen werden wie die Hyazinthen.

Häufige Fehler beim Treiben von Tulpen vermeiden

Wenn Treibblumenzwiebeln einmal trocken werden, bleibt leicht die Knospe stecken. Das Gleiche geschieht, wenn sie starken Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Daher ist es wichtig, die Töpfe gleichmäßig feucht zu halten und die Temperatur beim Antreiben langsam zu steigern. Einmal getriebene Zwiebeln sollten später in den Garten gepflanzt werden – zum Treiben eignen sie sich nicht mehr, im Garten blühen sie aber noch manches Jahr. Zu Weihnachten können nur eigens dafür präparierte Zwiebeln zur Blüte gebracht werden. Diese sollten so zeitig wie möglich eingepflanzt werden, damit sie Zeit haben, genügend Wurzeln zu bilden.

Narzissen treiben: Weihnachtsnarzissen und andere Sorten

Die Treiberei von Narzissen ist weniger bekannt, kann aber ohne Weiteres in der Wohnung durchgeführt werden. Am einfachsten ist die Treiberei von Weihnachtsnarzissen (Totus albus). Die Zwiebeln werden etwa acht Wochen vor Weihnachten in eine Schale mit Sand oder Kies eingepflanzt, sehr gut feucht gehalten und gleich ans Fenster gestellt. Die Zwiebeln sollten nur etwa zur Hälfte in dem Sand oder Kies stehen. Erst wenn sich der grüne Trieb zeigt, beginnt die Wurzelbildung. Die Zwiebeln heben sich dann oft leicht aus dem Sand – man muss sie wieder andrücken und eventuell etwas Sand nachfüllen. Wenn die blühenden Töpfe in einen kühleren Raum gestellt werden, kann man länger Freude an ihnen haben. Die Zwiebeln der Weihnachtsnarzissen sind nach dem Treiben nicht mehr zu verwenden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Tulpensorten eignen sich am besten zum Treiben im Zimmer?

Empfehlenswert sind frühe, niedrige Sorten. Besonders hübsch sind einfachblühende und gefüllte, frühe Sorten, die im Topf kompakt und dekorativ wirken.

Kann man Weihnachtsnarzissen nach dem Treiben weiterverwenden?

Nein, die Zwiebeln der Weihnachtsnarzissen sind nach dem Treiben nicht mehr zu verwenden und werden am besten auf den Komposthaufen gegeben. Andere Narzissensorten können nach dem Treiben in den Garten gepflanzt werden.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 171

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