Totholz im Garten: Warum abgestorbenes Holz voller Leben steckt

Totholz ist das Gegenteil von tot – es ist einer der artenreichsten Lebensräume im Garten. In einem einzigen Totholzhaufen leben Hunderte von Insekten-, Pilz- und Mikroorganismen-Arten. Wildbienen nisten in Käferbohrlöchern, Marienkäfer und Florfliegen überwintern unter der Rinde, Igel finden Unterschlupf und Pilze zersetzen das Holz zu wertvollem Humus. Wer Totholz aus dem Garten entfernt, nimmt diesen Nützlingen ihre Lebensgrundlage.

Warum Totholz so wertvoll ist

Ein Viertel aller Waldtier- und Pflanzenarten ist auf Totholz angewiesen. Im Garten bietet es Nistplätze für Wildbienen (in Käfergängen und Bohrlöchern), Überwinterungsquartiere für Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer, Verstecke für Igel und Kröten sowie Nahrung für Pilze und holzabbauende Käfer, die das Holz zu Humus umwandeln. Totholz speichert zudem Feuchtigkeit und gibt sie langsam an die Umgebung ab – ein Vorteil in trockenen Sommern.

Totholz richtig anlegen

Lege einen Totholzhaufen aus dickeren Ästen und Stammstücken in einer halbschattigen Ecke des Gartens an. Je dicker die Stücke, desto vielfältiger die Besiedlung. Mische Laubholz und Nadelholz, da unterschiedliche Arten verschiedene Holzarten besiedeln. Lass den Haufen über Jahre wachsen und entferne nichts – der natürliche Zersetzungsprozess ist gewollt. Ergänze den Haufen um aufrecht stehende Stammstücke, die der Sonne ausgesetzt sind – diese werden besonders gerne von Wildbienen besiedelt.

Totholz in die Gartengestaltung integrieren

Totholz muss nicht unordentlich aussehen. Ein kunstvoll geschichteter Totholzhaufen kann ein gestalterisches Element sein. Alte Baumstämme als Beetbegrenzung oder als Sitzgelegenheit sind zugleich Lebensraum und Gartenmöbel. Stehendes Totholz – abgestorbene Bäume, die nicht gefällt werden – ist ökologisch besonders wertvoll, da Spechte darin Höhlen zimmern, die später von anderen Vögeln, Fledermäusen und Hornissen bewohnt werden.

Gaertner Poetschkes Tipp: Schneide im Herbst nicht alle Stauden zurück – lass die hohlen Stängel über den Winter stehen. In vielen von ihnen überwintern Wildbienenlarven, die im Frühling schlüpfen.

Häufig gestellte Fragen

Zieht Totholz Schädlinge an?

Nein, die holzbewohnenden Käfer im Totholz befallen keine lebenden Bäume. Im Gegenteil: Viele der Totholzbewohner sind Nützlinge, die Schädlinge fressen.

Wie viel Totholz braucht ein Garten?

Schon ein einzelner Totholzhaufen von einem Quadratmeter Grundfläche macht einen großen Unterschied. Je mehr verschiedene Strukturen du anbietest – stehend, liegend, dick, dünn – desto mehr Arten siedelst du an.

AI-generated content – Gaertner Poetschke Editorial

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