Schwarzwurzel: Anbau und Pflege

Die Schwarzwurzel wird als der Spargel des Winters bezeichnet und ist ein ganz vorzügliches Wintergemüse, das sich kein Kleingärtner entgehen lassen sollte. Die Kultur ist einfach, der Ertrag sicher.

Standort und Bodenvorbereitung

Die Schwarzwurzel wird als der Spargel des Winters bezeichnet und ist ein ganz vorzügliches Wintergemüse, das sich kein Kleingärtner entgehen lassen sollte. Die Kultur ist einfach, der Ertrag sicher. Voraussetzung ist allerdings ein recht lockerer, tiefgründiger Boden, weil die Wurzeln sehr lang werden. Schwarzwurzeln werden immer in zweiter Tracht angebaut. Gern stehen sie auf Beeten nach Gurken, Kohl oder Kartoffeln. Bereits im Herbst musst du wissen, auf welchem Beet die Schwarzwurzeln im nächsten Jahr stehen sollen. Dieses Land wird nämlich dann zwei Spatenstich tief umgegraben. Als Düngung nimmt man nach der Aussaat „Pflanzenfutter-Fruchtgarten“. Für eine spätere Kopfdüngung mit „Pflanzenfutter“ sind Schwarzwurzeln immer dankbar. Die Aussaat erfolgt in der Regel im März bis April. Auch eine Herbstaussaat im August/September ist möglich. Bei Herbstaussaat müssen die Beete bis zum Aufgang der Saat gleichmäßig feucht gehalten werden. Auf geringem Boden bleiben die Wurzeln oft klein. In diesem Falle kannst du die Schwarzwurzeln noch ein Jahr stehen lassen. Da aber im zweiten Jahr alle Pflanzen in Blüte gehen, leiden die Wurzeln an Qualität. Die einjährigen Wurzeln sind bedeutend zarter. Bei Herbstaussaat überbrückst du diese Schwierigkeiten. Es wird nur wenige Blüher geben, auch werden die Wurzeln stärker werden. In Hobbygärtnerkreisen ist diese Aussaatzeit wenig bekannt. Die Reihenweite beträgt 25 cm. Dies ergibt vier Reihen aufs Beet. Mit einer kleinen Spitzhacke werden 3 cm tiefe Rillen gezogen, in die die Samen einzeln, alle 2 cm ein bis zwei Körner gelegt werden. Nach dem Bedecken der Saat wird gut angedrückt. Um starke Wurzeln zu erhalten, muss später auf 8 bis 10 cm verzogen werden. Obwohl Schwarzwurzeln mit ihren tief in den Boden hinabwachsenden Wurzeln sich leicht selbst mit Wasser versorgen können, ist bei großer Trockenheit ein kräftiges Gießen angebracht. Aufschießende Blütenstengel musst du abkneifen. Bei der Ernte ist besondere Sorgfalt nötig, um das Abbrechen der Wurzeln zu verhindern. Die Schwarzwurzeln sind vollkommen winterhart und können im Freien stehen bleiben. Wer im Winter frisch ernten will, muss so stark mit Laub oder Stroh abdecken, dass der Boden nicht gefriert. In der Regel werden die Schwarzwurzeln im Keller oder in der Miete in Sand eingeschlagen. Der Saft der Wurzeln darf nicht eintrocknen. Zu den Feinden der Schwarzwurzel gehören Mäuse und Wühlmäuse. Sorten: Als beste Sorte sind mir die „Einjährigen“ bekannt, wobei auch die Sorte „Hoffmanns schwarze Pfahl“ ebenfalls nicht zu verachten ist. Interessantes von der Schwarzwurzel: 1 g Samen enthält ca. 80 Stäbchen. Die Keimzeit beträgt 18 Tage. Die Saat bleibt nur ein Jahr keimfähig, deshalb stets frischen Samen einsäen! Auf 1 qm rechnet man 4 bis 5 g Samen. Der Durchschnittsertrag liegt bei 2 bis 3 kg pro qm. Vitamin B1, B2 und C ist in den Schwarzwurzeln enthalten. 100 g Schwarzwurzeln enthalten ca. 10 Kalorien. Die Wachstumszeit beträgt 200 bis 240 Tage. Eine Normalernte entzieht dem Boden pro qm an Reinnährstoffen: 12 g Stickstoff, 4 g Phosphor, 15 g Kali und 6 g Kalk. Eine letzte Kopfdüngergabe im Juli mit Pflanzenfutter-Fruchtgarten ist angebracht. Nähr- und Heilwert: Schon im Mittelalter wusste man, dass Schwarzwurzeln auf das Knochensystem einen günstigen Einfluss ausüben. Knochenbrüche heilen schnell, wenn der Verletzte die Wurzelabkochung trinkt und reichlich Schwarzwurzel isst. Äußerlich kann man die mit Wasser verdünnte Tinktur, ähnlich wie die Arnikatinktur,

Aussaat und Anbau

zum Verband verwenden. Sehr günstig wirkt die Wurzel bei Bluthusten, Schleimdurchfall und ruhrartigem Durchfall, verbunden mit krampfartigen Leibschmerzen. Gegen Harnbeschwerden mit scharfem Urin ist die Wurzel ein altes Mittel. 30 g zerschnittene Wurzel werden in einem halben Liter Wasser gekocht. Diese Menge genügt als Tagesgabe. Es ergibt sich also, dass Schwarzwurzeln neben ihrem Wohlgeschmack als Gemüse gleichzeitig im Körper heilkräftig wirken. Lass dir dieses Gemüse nicht entgehen, säe auch ein Beet Schwarzwurzeln alljährlich mit aus. Da Schwarzwurzeln nur sehr wenig Kalorien enthalten, sind sie das geeignete Gericht für korpulente Menschen, weil sie den Magen füllen, wenig Nährwert haben und das Gefühl der Sättigung vermitteln, ohne dick zu machen! Weniger bekannt ist, dass Schwarzwurzeln ein anerkanntes Inulin-Gemüse sind und Zuckerkranken ärztlicherseits zum Genuss empfohlen werden. Die Schwarzwurzel in der Küche: Liebe Hausfrau! Die Schwarzwurzel ist unser Winterspargel, und ich hoffe, dass auch du dieses wohlschmeckende Gemüse aus deinem Garten bekommst. Hinzu kommt der hohe Gehalt an Vitaminen, denn gerade im Winter braucht doch der Körper diese kleinen, geheimnisvollen Wirkstoffe, um sich gesund zu erhalten. Da sich die Schwarzwurzeln im Einschlag sehr gut halten, ist es angebracht, alljährlich ein Beet davon neu anzulegen. Schwarzwurzel in holländischer Soße: Du schabst die Wurzeln recht schön sauber und legst sie sofort in Wasser, dem du einen Schuss Essig beigefügt hast, damit sie weiß bleiben. Dann schneidest du sie in fingerlange Stücke und gibst sie in kochendes Salzwasser, worin sie etwa fünf bis zehn Minuten weiterkochen. Anschließend werden sie herausgenommen und in Fleischbrühe weitergekocht. Ein Stück Butter und Salz kommt dazu. Die Brühe machst du durch Beigabe von Mehl oder Stärke sämig und lässt die Wurzeln nun so lange kochen, bis sie gar sind. Schwarzwurzeln in Käse: Du bereitest die Schwarzwurzeln wie oben berichtet zu, nimmst sie aus dem Salzwasser heraus, lässt sie abtropfen, gibst sie in eine Pfanne, in welcher du Butter zerlassen hast und streust geriebenen Käse und eine Prise Pfeffer darüber. Gebackene Schwarzwurzeln: Du nimmst zehn Esslöffel Mehl, zwei Eigelb, etwas Weißbier oder Milch, eine zerkleinerte Zwiebel, eine Prise Salz und Pfeffer, machst davon einen dickflüssigen Ausbackteig, den du mit dem zu Schnee geschlagenen Eiweiß verfeinerst. Die in Salzwasser gekochten Schwarzwurzeln kommen da hinein und werden einzeln wieder herausgeholt. Sie kommen nunmehr in eine Pfanne mit Fett oder noch besser in die Fritteuse, worin du sie hellbraun backen lässt. Rote Rübe, Rote Bete (Siehe Bildtafel 6 nach Seite 96): Salatbete, Salatrüben, Rote Rübe oder Rahne werden sie noch genannt. Aus den Mittelmeergebieten kamen sie zu uns. Sie werden gewöhnlich ab April im Hausgarten ausgesät, und zwar in einem Reihenabstand von 20 cm. Wer alle 10 cm zwei Samenkörner steckt, erspart sich meist das Verziehen. Sie lieben altgedüngten, lockeren Gartenboden, jedoch nicht frisch mit Mist gedüngtes Land. Beachte später bei der Ernte, dass die Rüben nicht verletzt werden, weil sie sonst „hell verbluten“. Auch das Kraut nicht abschneiden, sondern abdrehen. Ein Verpflanzen zu dicht aufgegangener Saat ist nicht möglich, da bei der dadurch auftretenden Wachstumsstockung die Ringbildung gefördert wird. Interessantes über die Rote Rübe: 1 g Saat enthält ca. 70 Körner. Nach 12 bis 14 Tagen ist der Keimprozess beendet. Vier Jahre bleibt die S

Ernte, Lagerung und Verwendung

aat keimfähig, Saattiefe 3 cm. Bis zur Ernte braucht die Rote Rübe je nach Sorte drei bis vier Monate Zeit. Samenbedarf 2 bis 3 g pro qm. Die Rüben enthalten pro 100 g 20 Kalorien. Eine Normalernte entzieht dem Boden pro qm folgende Reinnährstoffe: 15 g Stickstoff, 8 g Phosphor, 15 g Kali und 20 g Kalk. Gegen Spätfröste sind sie empfindlich, ernte deshalb rechtzeitig. Der rote Saft wird von klugen Hausfrauen und der Industrie gern als neutrales Färbemittel verwendet. An Vitaminen liefern sie: B1, B2 und C. Das Lebensmittelgesetz, wonach alle chemisch gefärbten Speisen und Konserven genau bezeichnet werden müssen, gibt der Roten Bete neue Aufgaben und Chancen als natürlicher Farbstoff. Botanisch heißt sie Beta vulgaris rubra und wird zu den Gänsefußgewächsen gerechnet. Wer die Ringbildung vermeiden will, der sorge für zügiges Wachstum, genügend Wasser und Pflanzenfutter-Fruchtgarten als Kopfdüngung. In manchen Jahren sind sie anfällig gegen Rübenblattwanze, Herztrockenfäule, Schwarzbeinigkeit und Rübennematode. Geeignete zeitgemäße Mittel findest du in den Samenkatalogen angeboten. Die Rote Bete in der Küche: Liebe Hausfrau! Rote Bete erfreuen sich immer noch wachsender Beliebtheit. Vielerlei neue Gerichte sind inzwischen hinzugekommen und haben geholfen, den Speisezettel abwechslungsreicher zu gestalten. Rote Bete sind blutbildend. Der Salat aus ihnen ist sehr schmackhaft. Die Haltbarkeit im Winter ist gut, somit steht uns dieses Gemüse während der ganzen Wintermonate zur Verfügung. Gemüse von Roten Rüben, Rote Bete: Du wäschst Rote Rüben und kochst sie mit der Schale weich. Rote Bete werden aber nicht mit der Gabel angestochen, um zu probieren, ob sie weich sind, da sie dann Farbe verlieren. In kaltem Wasser wird nach dem Garwerden die Schale abgestreift und die Knollen werden zerkleinert. Mehl wird in Fett hellbraun geschwitzt, etwas saure Sahne kommt dazu sowie ein paar Pfefferkörner und ein Lorbeerblatt. Es wird langsam gekocht. Die Gewürze werden entfernt, die Soße mit den Roten Beten vermischt, ein Schuss Essig dazugegeben und nochmals alles zusammen kurz durchgekocht. Salat aus Roten Rüben, Rote Bete: Nachdem du einige Rote Bete gewaschen hast, ohne an ihnen herumzuschneiden, werden sie in Wasser gargekocht. Dann werden sie geschält und in Scheiben geschnitten. Etwas Öl und Essig kommt dazu, ein Stück kleingeriebener Meerrettich sowie einige Kümmelkörner. Eine Prise Pfeffer, Salz, Zucker, ein Lorbeerblatt und etwas Schnittlauch oder Zwiebelschlotten. Dann gut mischen und das Ganze ziehen lassen. Pikanter wird dieser Salat noch, wenn du Heringsstückchen und eine Sellerieknolle dazwischenmischst. Rote Rüben, Rote Bete eingemacht: Rote Bete stehen ja den ganzen Winter über aus dem Keller zur Verfügung, aber viele Hausfrauen schätzen sie eingemacht besonders, da sie dann gut durchgezogen sind. Du verfährst wie folgt: Nimm schöne dunkle Rüben, welche du kochst und möglichst nicht verletzt, da sonst der Saft beim Kochen schon entweicht und die Rüben blass werden. Wenn sie sich weich anfühlen, werden sie herausgenommen. Die Haut wird warm abgezogen (nicht anstechen!). Jetzt werden sie in Scheiben geschnitten. Es kommen Salz, geriebener Meerrettich, Kümmel, Nelken und Lorbeerblätter hinzu. Das Ganze wird in einen Steintopf oder ein Glas gefüllt. Wir kochen nun 1 Liter guten Weinessig mit einem halben Liter Wasser und geben etwas Zucker hinzu. Jetzt wird diese Lösung über die Roten Rüben gegossen, das Gefäß zugebunden und kalt gestellt.

Gaertner Poetschkes Tipp: Sorten: Als beste Sorte sind mir die „Einjährigen“ bekannt, wobei auch die Sorte „Hoffmanns schwarze Pfahl“ ebenfalls nicht zu verachten ist.

Häufig gestellte Fragen

Warum wird die Schwarzwurzel als 'Spargel des Winters' bezeichnet?

Die Schwarzwurzel gilt als Spargel des Winters, weil sie ein vorzügliches Wintergemüse ist, das sich kein Kleingärtner entgehen lassen sollte. Die Wurzeln sind vollkommen winterhart und können im Freien stehen bleiben oder im Keller in Sand eingeschlagen werden.

Wie ernte ich Schwarzwurzeln, ohne sie zu beschädigen?

Bei der Ernte der Schwarzwurzel ist besondere Sorgfalt nötig, um das Abbrechen der langen Wurzeln zu verhindern. Der Boden sollte locker und tiefgründig sein. Wer im Winter frisch ernten möchte, muss das Beet so stark mit Laub oder Stroh abdecken, dass der Boden nicht gefriert.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 103

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