Rosen pflanzen: Standort, Zeitpunkt und Anleitung

Die Königin der Blumen braucht mehr als ein einfaches Loch im Boden: Lehmiger, nährstoffreicher Untergrund, die richtige Pflanztiefe und ein durchdachter Zeitpunkt entscheiden darüber, ob deine Beet-, Strauch- oder Hochstammrosen kräftig anwachsen und jahrelang blühen.

Der ideale Boden für Rosen

Rosen lieben einen lehmigen, nährstoffreichen Boden. Auf reinem Sandboden würden sie schlecht gedeihen, wenn keine Verbesserung durch Lehm und Kompost vorgenommen wird. Vor der Pflanzung solltest du das Land mit reifem Kompost versorgen. Frischer Stallmist direkt ins Pflanzloch ist dagegen schädlich, denn die lockere Lagerung der Erde führt dazu, dass sie nicht fest genug an der holzartigen Wurzel sitzt und leichter austrocknet. Das kann zu unnötigen Ausfällen führen.

Herbst- oder Frühjahrspflanzung

Die besten Pflanzzeiten für Rosen sind Herbst und Frühjahr. In höheren, rauen Lagen ist die Frühjahrspflanzung günstiger, ansonsten bietet die Herbstpflanzung Vorteile. Im Herbst gepflanzte Rosen haben Zeit, Faserwurzeln zu bilden, ohne gleichzeitig austreiben zu müssen. Im Frühjahr gepflanzte Rosen müssen dagegen Wurzeln bilden und zugleich austreiben, was manchen Pflanzen schwerfällt. Vor dem Einsetzen solltest du die Rosen einige Stunden in Wasser legen, damit die holzartigen Wurzeln gut durchfeuchtet sind.

Schritt für Schritt richtig einpflanzen

An den Pflanzstellen werden Löcher von einer Spatenstichtiefe ausgehoben. Der Aushub wird mit guter Komposterde gemischt. Bei Herbstpflanzung schneidest du die jungen, nicht ausgereiften Triebe zurück, sodass pro Trieb noch drei bis fünf Augen verbleiben. Die Wurzeln werden mit einem scharfen Messer leicht gekürzt, wobei die Schnittfläche weiß sein und nach unten zeigen sollte. Beim Einsetzen muss die Veredlungsstelle etwa drei bis fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. Danach wird die Erde fest angedrückt und gründlich angegossen.

Anhäufelschutz nach der Pflanzung

Nachdem das Gießwasser versickert ist, wird die Rose so hoch wie möglich angehäufelt. Vor Eintritt des Frostes bringst du aus der weiteren Umgebung der Pflanzstelle einige Spatenstiche Erde auf jede Rose, sodass von den zurückgeschnittenen Trieben nichts mehr zu sehen ist. Den ganzen Winter über zeigen nur große Erdhügel den Standort der Rosen an. Sobald das Frühjahr kommt, befreist du die Rosen von der Erde und schneidest sie zurück, falls dies nicht bereits im Herbst geschehen ist. Dieser Anhäufelschutz bewahrt die empfindliche Veredlungsstelle zuverlässig vor Frostschäden.

Häufig gestellte Fragen

Wie tief muss die Veredlungsstelle beim Rosenpflanzen sitzen?

Die Veredlungsstelle sollte etwa drei bis fünf Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen. So ist sie vor Frost geschützt und die Rose kann kräftig austreiben.

Warum ist Herbstpflanzung bei Rosen oft besser als Frühjahrspflanzung?

Im Herbst gepflanzte Rosen können in Ruhe Faserwurzeln bilden, ohne gleichzeitig austreiben zu müssen. Im Frühjahr sind sie dann bereits angewachsen und treiben kräftiger aus als frisch gesetzte Pflanzen.

Gaertner Poetschkes Grosses Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 201, 202, 203, 204, 205

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