Rasen sanden klingt ungewöhnlich, ist aber eine der wirksamsten Maßnahmen gegen verdichteten Boden und schlechte Drainage. Professionelle Greenkeeper schwören auf das regelmäßige Sanden – und auch im Hausgarten kann es den entscheidenden Unterschied machen, vor allem auf schweren Lehm- und Tonböden.
Warum Sanden dem Rasen hilft
Sand lockert die obere Bodenschicht und verbessert die Durchlässigkeit für Wasser und Luft. Auf verdichteten Böden staut sich Regenwasser an der Oberfläche, die Graswurzeln bekommen zu wenig Sauerstoff und Moos breitet sich aus. Durch regelmäßiges Sanden entsteht nach und nach eine besser drainierte Tragschicht, die den Gräsern ideale Wachstumsbedingungen bietet.
Welchen Sand verwenden?
Verwende gewaschenen, kalkfreien Quarzsand mit einer Körnung von 0 bis 2 Millimetern. Gewöhnlicher Bausand enthält Lehm- und Tonanteile, die den Boden zusätzlich verdichten – genau das Gegenteil vom gewünschten Effekt. Rasensand ist im Baustoffhandel oder Gartencenter erhältlich. Rechne mit etwa 3 bis 5 Litern Sand pro Quadratmeter bei jeder Anwendung.
Sand richtig ausbringen
Der beste Zeitpunkt zum Sanden ist das Frühling nach dem Vertikutieren oder Aerifizieren. Verteile den Sand gleichmäßig über die Rasenfläche und arbeite ihn mit einem Straßenbesen oder einer Schleppnetzegge in die Grasnarbe und die Vertikutier-Rillen ein. Der Sand sollte nicht auf den Halmen liegenbleiben, sondern bis zur Bodenoberfläche durchdringen. Wiederhole das Sanden ein- bis zweimal jährlich – nach zwei bis drei Jahren wirst du eine deutliche Verbesserung der Bodenstruktur bemerken.
Gaertner Poetschkes Tipp: Kombiniere Sanden immer mit Aerifizieren – der Sand füllt die Hohlräume der Aerifizier-Löcher und hält die Drainage-Kanäle dauerhaft offen.
Häufig gestellte Fragen
Kann Sanden dem Rasen schaden?
Nein, solange du gewaschenen Quarzsand verwendest und nicht mehr als 5 Liter pro Quadratmeter ausbringst. Zu viel Sand auf einmal kann die Grashalme ersticken.
Muss ich auch sandige Böden sanden?
Nein, auf sandigen Böden ist Sanden überflüssig. Hier ist die Drainage bereits gut – diese Böden brauchen eher Humus oder Kompost, um Wasser und Nährstoffe besser speichern zu können.