Laufkäfer sind die unbekannten Helden des Gartenbodens: Die nachtaktiven Jäger fressen Schnecken, Raupen, Drahtwürmer und Insektenlarven in erstaunlichen Mengen. In Deutschland gibt es über 550 Laufkäfer-Arten, viele davon leben in Gärten – vorausgesetzt, sie finden dort Verstecke und chemiefreie Bedingungen.
Laufkäfer erkennen und ihren Nutzen verstehen
Laufkäfer sind 5 bis 35 mm große, meist dunkel gefärbte Käfer mit langen Beinen, die schnell über den Boden rennen. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen, Mulch und Totholz, nachts gehen sie auf Jagd. Besonders der Goldlaufkäfer und der Große Puppenräuber sind effektive Schneckenjäger. Manche Arten klettern sogar in Bäume, um Raupen und Gespinstmotten zu fressen.
Lebensraum und Schutz bieten
Lege Steine, Holzstücke und Rindenmulch in Beetnähe aus – sie dienen als Tagesversteck. Lass Laubschichten unter Sträuchern liegen. Bodendeckende Pflanzen wie Günsel oder Kriechender Hahnenfuß bieten Deckung. Vermeide Bodenbearbeitung und Pestizide, die Laufkäfer direkt schädigen oder ihre Nahrungsgrundlage zerstören. Permanente Beetbegrenzungen mit niedrigen Steinkanten bieten den Käfern Leitstrukturen und Überwinterungsquartiere.
Laufkäfer und Schneckenbekämpfung
Laufkäfer ergänzen Igel, Kröten und Laufenten perfekt bei der natürlichen Schneckenbekämpfung. Anders als diese Wirbeltiere jagen Laufkäfer auch in Beeten, unter Mulch und in Erdlöchern – dort, wo sich Schnecken verstecken. Schneckenkorn tötet jedoch auch Laufkäfer und andere nützliche Bodenbewohner. Setze statt Schneckenkorn auf Schneckenzäune und fördere die natürlichen Feinde – das wirkt nachhaltiger.
Gaertner Poetschkes Tipp: Lege einige flache Steine oder Holzbretter neben deine Gemüsebeete – Laufkäfer nutzen sie tagsüber als Versteck und jagen nachts die Schnecken direkt in deinem Beet.
Häufig gestellte Fragen
Können Laufkäfer fliegen?
Die meisten Gartenarten sind flugunfähig oder fliegen nur selten. Sie bewegen sich hauptsächlich laufend fort – daher der Name.
Wie überwintert der Laufkäfer?
Laufkäfer überwintern als erwachsene Käfer oder Larven im Boden, unter Laub, Steinen oder Totholz. Lass diese Strukturen über den Winter stehen.