Gartenboden verstehen: Aufbau, Arten und Bodenpflege

Den Gartenboden zu verstehen ist die Grundlage für jeden Gartenerfolg: Er ist Träger und Ernährer aller Pflanzen. Jede Pflanzenart stellt andere Ansprüche an den Boden, und nur wer seine Zusammensetzung, die Untergrundverhältnisse und die Wasserverhältnisse kennt, kann ihn gezielt verbessern. Einen guten Kulturboden zu schaffen, muss das erste Ziel jedes Gartenfreundes sein.

Was ist ein guter Kulturboden im Garten?

Der Boden ist der Träger und Ernährer aller Pflanzen. Er soll im Garten nicht nur dem Anbau von Gemüse dienen, um die Küche das ganze Jahr damit zu versorgen. Auch Blumen und Zierpflanzen sollen in ihm zur Freude aller gedeihen. Wir unterscheiden die vom Menschen beeinflussten Kulturböden von den Naturböden, die sich selbst überlassen sind. Einen guten Kulturboden im Garten herzustellen, muss unser erstes Ziel sein. Das erreichen wir nur mit einer durchdachten und verständnisvollen Bodenbearbeitung, Humuszufuhr und Düngung – kurz: einer guten Bodenpflege. Nicht allein die Kenntnis aller Kulturen führt zum Erfolg, sondern ebenso die Kenntnis des eigenen Gartenbodens.

Bodenzusammensetzung und Wasserverhältnisse erforschen

Um den Boden verbessern und einen wirklichen Kulturboden schaffen zu können, müssen Sie seine Zusammensetzung, die Untergrundverhältnisse und die Wasserverhältnisse erforschen. Die Hauptbestandteile des Bodens sind Sand, Ton, Humus und Kalk. Der Sand- beziehungsweise Tongehalt bestimmt die sogenannte Schwere des Bodens. Der reine Sandboden ist genauso unfruchtbar wie der reine Tonboden. Der Kalk ist bestimmend für den Säuregrad des Bodens, und der Humusgehalt bestimmt die wasserhaltende Kraft. Auch reine Kalk- oder Humusböden sind unfruchtbar. In Lehmböden findet sich eine ideale Vermengung der vier Hauptbestandteile – sie sind deshalb die besten Gartenböden überhaupt.

Bodenpflege durch Humuszufuhr und Düngung

Um einen guten Gartenboden zu erzielen, müssen die vorgefundenen Verhältnisse so beeinflusst werden, dass die schlechten Eigenschaften vermindert und die guten gefördert werden. Durch intensive und durchdachte Bodenbearbeitung, Humuszufuhr und Düngung gelingt es, alle Bodenarten zu verbessern und gute Erträge zu erzielen. Zur Humuszufuhr eignen sich Stalldung, Kompost, Gründüngung und Rindenhumus. Regelmäßiges Graben im Herbst in grober Scholle lässt Frost und Feuchtigkeit tief in den Boden eindringen – das hat eine befruchtende Wirkung und löst mineralische Nährstoffe frei. Im Frühjahr genügt dann ein Grubber oder eine Bodenfräse, um die Oberfläche feinkrümelig zu gestalten.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Bodentyp ist am besten für den Gemüsegarten geeignet?

Lehmboden ist am besten geeignet, da er eine ideale Vermengung aus Sand, Ton, Humus und Kalk enthält und sowohl nährstoffreich als auch wasserhaltend ist.

Wie verbessert man einen sandigen oder tonigen Gartenboden dauerhaft?

Sandige Böden werden durch regelmäßige Kompost- und Humuszufuhr verbessert, tonige Böden durch Sandeinarbeitung und Kalkung gelockert. Beide profitieren von jährlichem Herbstgraben.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 10

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