Der Bau eines Hügelbeetes lohnt sich schon im ersten Anbaujahr, denn auf relativ kleinem Raum reift eine schier unglaubliche Menge köstliches, knackiges und gesundes Gemüse. Bedenke aber, dass mit jedem weiteren Jahr die Fruchtbarkeit des Hügelbeetes etwas abnimmt; die pro Quadratmeter erzielten Erträge übertreffen aber noch immer die einer normalen Kultur.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bau eines Hügelbeetes
So wird’s gemacht: 1. Stecke die Grundfläche zur Anlage eines Hügelbeetes mit einer Gärtnerschnur ab. Die Breite beträgt etwa 180 cm, die Länge ist beliebig. Am günstigsten ist eine Nord-Süd-Ausrichtung. So bekommen beide Beetseiten ausreichend Sonne. 2. Nun hebe eine etwa 25 cm tiefe Grube aus. Die Erde wird auf einer Seite gelagert, denn später brauchst du sie zum Abdecken des Hügelbeetes. Wird das Hügelbeet auf Rasengelände angelegt, dann lege die abgestochenen Grassoden ebenfalls zur späteren Wiederverwendung beiseite. 3. Als unterste Schicht füllst du zerkleinertes Astwerk, holzige Zweige und Stängel und anderes grobes Material bis auf eine Höhe von etwa 50 cm ein. Diese Lage soll nicht bis an die seitlichen Ränder reichen, sondern etwa 50 cm schmaler als die ausgehobene Grube sein. Schon diese unterste Lage wird leicht gewölbt eingeschichtet. 4. Wenn Rasensoden zur Verfügung stehen, legst du diese mit der Rasenseite nach unten auf die Grobschicht. Statt Rasensoden kannst du auch eine etwa 15 cm dicke Schicht aus Grünschnitt, Stroh und gemischten weichen Gartenabfällen nehmen und diese gut festklopfen. 5. Als Nächstes bringst du eine etwa 10 cm dicke, aus dem Aushub der Grube stammende Schicht Erde auf und klopfst sie gut fest. Die Hügelform sollte jetzt schon deutlich erkennbar sein. 6. Es folgt eine etwa 25 cm dicke Schicht aus feuchtem, mit etwas Erde vermischtem Herbstlaub, die anschließend mit einer etwa 5 cm dicken Schicht humoser Erde abgedeckt wird. Ideal geeignet ist durchgesiebte, mit reifem Kompost vermischte Gartenerde. 7. Für besondere Fruchtbarkeit sorgt eine anschließend etwa 5 cm dick aufgebrachte Schicht aus reifem Mistkompost mit möglichst vielen Regenwürmern. Wer keinen Mistkompost hat, lässt diese Schicht einfach weg. 8. Als vorletzte Schicht bringst du nun etwa 15 cm hoch gut verrotteten Grobkompost aus. Der Kompost darf nicht mehr gären, weil die Pflanzen in dieser Schicht später wurzeln sollen. 9. Zum Schluss deckst du das Hügelbeet mit einer etwa 15 cm dicken Schicht guter Gartenerde ab, die du gründlich festklopfst, damit sie nicht vom ersten Regenguss fortgeschwemmt wird. Anschließend kann sofort gepflanzt werden.
Welche Gemüsearten eignen sich für das Hügelbeet?
Kohlrabi, Sellerie und andere Gemüsearten gedeihen auf dem Hügelbeet prächtig und liefern beste Erträge. Kartoffeln, Kopfkohlsorten und Dauergemüse wie Rhabarber pflanzt du dagegen besser in konventionell bewirtschaftete Beete. Ich empfehle, in den ersten zwei Jahren vor allem Starkzehrer wie Tomaten, Kohl, Sellerie, Lauch und Zucchini auf das Hügelbeet zu pflanzen; Schwachzehrer wie Salat und Spinat sowie Blattgemüse werden erst im dritten Jahr angebaut, da sie sonst zu viel Nitrat in den Zellen anreichern können.
Spalierobst spart Platz im Garten
Für eine Obstwiese ist natürlich kein Platz in einem mittelgroßen Garten. Du musst dennoch nicht auf Äpfel und anderes Baumobst verzichten. Die meisten Obstgehölze können nämlich als Spalier gezogen werden und nehmen nur wenig Platz in Anspruch. Ideal wäre es, wenn du die Obstbaumspaliere als lebendige Trennwände zwischen Nutz- und Ziergarten pflanzt oder auch an einer sonnigen Garagen- oder Schuppenwand zum Beispiel ein Birnen- oder Apfelspalier anlegst. Für einen reichen Ertrag musst du allerdings jährlich einmal einen Erziehungs- und Pflegeschnitt durchführen.
Gaertner Poetschkes Tipp: Klopfe jede Schicht beim Aufbau des Hügelbeetes gut fest, damit das Beet nicht zu schnell in sich zusammensackt und die Verrottung gleichmäßig verläuft. So bleibt die Wärmeentwicklung konstant und deine Pflanzen profitieren optimal.
Häufig gestellte Fragen
Wie lege ich ein Hügelbeet am besten an?
Stecke zunächst eine Grundfläche von etwa 180 cm Breite in Nord-Süd-Ausrichtung ab, hebe eine 25 cm tiefe Grube aus und schichte dann verschiedene Materialien wie Astwerk, Rasensoden, Laub, Kompost und Gartenerde in mehreren Lagen auf, bis eine gewölbte Hügelform entsteht.
Welche Vorteile bietet ein Hügelbeet?
Ein Hügelbeet liefert auf kleinem Raum außergewöhnlich hohe Erträge an knackigem Gemüse, erwärmt sich durch die Verrottung schneller und bietet durch die Wölbung mehr Anbaufläche sowie bessere Drainage als ein flaches Beet.