Bambus

Bambus

Pflanz- und Pflegeanleitung Bambus

Botanischer Name

Diverse Gattungen und Arten

Familie

Süßgräser, Süßgrasgewächse (Poaceae)

Bambus findet man weltweit in den mehr oder weniger feuchtwarmen Breitengraden nördlich und südlich des Äquators. Unterschieden werden die horstbildenden Bambusse (zum Beispiel Bambusa oder Fargesia) und ausläufertreibenden Bambusse (zu diesen gehören die meisten Gattungen, zum Beispiel Phyllostachys). Außerdem gibt es auch Mischformen zwischen den beiden.

Pflanzung und Standort

Wählen Sie für Ihren Bambus je nach Art einen sonnigen, halbschattigen oder schattigen und möglichst geschützten Standort. Windige Plätze mögen sie nicht besonders. Denn dort verdunsten sie viel Feuchtigkeit und die Blätter fransen leicht aus. Eine hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer sowie auch im Winter ist ihrer Entwicklung sehr förderlich. Am besten eignen sich lockere, nährstoffreiche, sandig-lehmige Böden. In lehmigen Böden verlängert sich zwar die Einwurzelungszeit, dafür erreicht Bambus dort aber eine optimale Winterhärte.

Pflege

Bambusse sind starkzehrende Pflanzen. Sie verlangen viel Feuchtigkeit und reichlich Nährstoffe. Für sie hat sich ein langsam wirkender Volldünger mit einem hohen Stickstoffanteil als ideal erwiesen, zum Beispiel Rasendünger mit Langzeitwirkung. Als Richtwert pro Jahr sollten etwa 150 Gramm/m² in 3 Schritten zu je 50 g ausgebracht werden. Die erste Düngergabe kann Ende März verabreicht werden. Spätestens Ende Juni muss mit der Düngung aber gestoppt werden, damit der Bambus noch gut ausreifen kann. Dies erhöht seine Widerstandsfähigkeit für den Winter. Der Wasserbedarf von Bambussen ist besonders in der wärmeren Jahreszeit sehr hoch. Staunässe hingegen wird nicht vertragen.

Um eine starke und unerwünschte Ausbreitung zu unterbinden, müssen alle ausläuferbildenden Arten mit einem beständigen aber biegsamen Material, dass bis zu 80 cm tief in die Erde reichen sollte, eingegrenzt werden (Rhizomsperre). Allein die horstbildenden Bambusse breiten sich nur sehr langsam aus und benötigen in der Regel keine Wurzelsperre.

Besonderheiten zum Schnitt

Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht zwingend notwendig, solange der Bambus genügend Platz hat. Dennoch sollten abgestorbene Halme bodeneben herausgeschnitten werden. Falls er zu groß geworden ist, kann man ihn entweder umpflanzen oder man nimmt einen Teil der älteren 4- bis 5-jährigen Halme zurück, um Raum für attraktive Neutriebe zu schaffen. Bodendeckende Bambus-Arten können jährlich oder alle 2 Jahre vor dem Austrieb im Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Um die Blätter nicht zu verletzen empfiehlt es sich, die Halme anstatt mit einer Heckenschere lieber mit einer Rosenschere einzeln auf die gewünschte Länge einzukürzen. Lediglich ganz junge Halme kann man gut mit einer Heckenschere schneiden. Vor dem Winter dürfen keine Halme abgeschnitten werden, da sonst Wurzelfäule durch Nässe und Frost drohen kann. Sollte der Bambus durch den Winter gelitten haben, bitte nicht sofort im Frühjahr die Halme zurückschneiden oder die braunen Blätter abzupfen! Erst einmal bis zum Mai einen eventuellen Neuaustrieb abwarten und bis dahin für ausreichend Feuchtigkeit sorgen. Erst dann gegebenenfalls die toten Triebe entfernen.

Besonderheiten zum Winterschutz

Die meisten Bambus-Arten sind in unseren hiesigen Breiten gut winterhart und erfrieren in normalen Wintern nicht. In länger andauernden Frostperioden vertrocknen sie aber rascher als andere immergrüne Pflanzen. Daher benötigen Bambusse im Herbst eine starke Mulchschicht aus Laub, Stroh oder ähnlichem. An frostfreien Tagen sollte Bambus unbedingt gegossen werden. Schnee ist der beste Schutz – die Pflanzen nicht davon befreien, auch wenn die Halme völlig herabgedrückt werden, das schadet ihnen überhaupt nicht. Grundsätzlich ertragen vor Wintersonne und Wind geschützte Bambusse höhere Minusgrade als solche, die an einem vollsonnigen und ungeschützten Platz stehen. Nur in seltenen Extremfällen kann ein Bambus komplett erfrieren.

Bambus als Kübelpflanze

Mit seiner eleganten Erscheinung bietet sich Bambus als Kübelpflanze geradezu an. Er wird gerne als Sichtschutz und „mobiles Grün“ auf Plätzen, Terrassen und Balkonen verwendet. Grundsätzlich eignen sich alle Bambusse auch als Kübelpflanze, wenn die jeweiligen Grundvoraussetzungen geschaffen werden. Es gibt jedoch ein paar Arten und Sorten, welche mit den erschwerten Verhältnissen in Gefäßen besser zurechtkommen. Sie werden bei mir im Shop und Katalog durch ein Symbol gekennzeichnet.

Pflanzung und Standort

Da viele Bambus-Arten relativ stark wachsen, sollte das Pflanzgefäß ausreichend groß gewählt werden. Das absolute Minimum für junge Pflanzen sind Töpfe mit einem Durchmesser und einer Höhe von 40 cm, besser sogar noch mehr. Verwendet werden nur frostharte Pflanzgefäße, die am Boden über ein Abzugsloch für überschüssiges Wasser verfügen. Das Substrat sollte nicht zu leicht sein, da es ansonsten schnell verschlämmt und verdichtet. Bewährt hat sich mit Lehm, Sand, Rindenmulch und Steinmehl verbesserter Torf. Auch Einheitserden eignen sich. Um Staunässe zu vermeiden, die Bambus überhaupt nicht verträgt, sollte auf den Boden des Gefäßes eine circa 5 cm hohe Schicht Blähton, Perlite, Styroporkugeln oder ähnliches gegeben werden.

Pflege

Bambusse in Töpfen müssen je nach Wuchsstärke alle 2–4 Jahre umgetopft werden. Am besten eignet sich dafür das zeitige Frühjahr. So wie die Pflanze wächst, so muss auch der Topf mit wachsen. Beim Umtopfen sollte der (verfilzte) Wurzelballen aufgerissen und lange Rhizome eingekürzt werden. Abgesehen vom Umtopfen sollte das Entfernen von älteren Halmen nicht versäumt werden. Auch dünne und schwächliche Triebe sollten zugunsten der Starken entfernt werden. Wer die zierenden Halme mehr zur Geltung kommen lassen möchte, kann ein Stück weit von unten herauf die Zweige abschneiden.

Besonderheiten zum Winterschutz

Generell sind Kübelpflanzen durch gefrorenen Boden stärker belastet als ausgepflanzte Exemplare. Da bei ihnen der Frost von allen Seiten angreifen kann, gefriert der Ballen sehr viel schneller. Außerdem reagieren die Wurzeln meist empfindlicher auf Minusgrade als die oberirdischen Sprosse. Um Frostschäden vorzubeugen, sollten auch winterharte Kübelpflanzen geschützt werden. So kann man den Kübel schon vor der Bepflanzung von innen mit einer 1–2 cm dicken Styroporplatte isolieren.

Während der Frostperiode empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Den Kübel in mehrere Lagen Noppenfolie oder Kokosfasermatte einwickeln.
  • Den Kübel in einen größeren Behälter stellen und den Zwischenraum mit Laub, Stroh, Rindenmulch oder ähnlichem füllen.
  • Den Kübel eventuell im Boden einsenken.
  • Zusätzlich zu einer diesen Maßnahmen sollte die Bodenoberfläche etwa 10 cm dick mit Laub bedeckt oder mit Tannenzweigen oder ähnlichem geschützt werden.
  • Das Abzugsloch muss immer frei gehalten werden, damit keine Staunässe entsteht.
  • Die Halme können etwas zusammengebunden werden und mit einem atmungsaktiven Vlies oder mit Tannenzweigen umhüllt werden. Achtung: Keine Plastikfolie verwenden!
  • Bambusse brauchen, wie alle immergrünen Pflanzen, auch im Winter Wasser, da sie durch die Blätter auch während der kalten Jahreszeit Wasser verdunsten. Darum muss auch im Winter unbedingt gegossen werden, wenn auch in einem reduzierten Masse.
  • Selbstverständlich ist auch ein Wintergarten ein idealer Überwinterungsort.

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