Weinrebe

Weinrebe - Ratgeber

Pflanz- und Pflegeanleitung Weinrebe

Botanischer Name

Vitis vinifera

Familie

Weinrebengewächse (Vitaceae)

Einordnung

Beerenobst

Pflanzung und Standort

Eine Bodenvorbereitung, die Wochen vor der eigentlichen Pflanzung und eventuell sogar schon im vorausgehenden Herbst erfolgt, beeinflusst das spätere Rebwachstum auf Jahre hinaus günstig. So können schon zu diesem Zeitpunkt aufgedüngtes Torfsubstrat und Mineraldünger, die Phosphor und Kalium enthalten, gründlich und tief eingearbeitet werden. Das Pflanzloch mindestens 30 x 30 x 30 cm ausheben und die Rebe so tief setzen, dass die Veredelungsstelle (Verdickung) knapp 3 cm über der Bodenoberfläche liegt. Bei der Pflanzung wird die Rebe leicht schräg und mit dem Wurzelballen circa 50 cm von der Wand beziehungsweise dem Pfahl entfernt eingesetzt. Im Freilandanbau beträgt der Reihenabstand circa 2 m, der Pflanzabstand in der Reihe 2–4 m. Sehr alte Rebstöcke können pro Pflanze über 100 m² bedecken! Rechnen Sie aber bitte nur mit 3–4 m² Wand- oder Mauerfläche pro Rebstock. Zur Pflanzung wird der einjährige Trieb auf 1 Auge zurückgeschnitten. Im ersten Jahr nach der Pflanzung kommt es darauf an, dass sich im Sommer ein kräftiger Haupttrieb durchsetzt, der später das Gerüst der Rebe bildet. Setzen Nebentriebe am sich stärkenden Haupttrieb an, werden diese bis auf eine Höhe von 40–80 cm (je nach gewünschter Stammhöhe) immer wieder entfernt.

Ausreichend Licht und Wärme sind ganz besonders beim Kultivieren von Wein unersetzlich. Wird den Reben ein solcher Standort geboten, können Tafeltrauben unter bestimmten Voraussetzungen fast überall in Deutschland gepflanzt und geerntet werden. Geschützte Südseiten und sonnige Innenhöfe eignen sich zum Beispiel hervorragend für den Weinanbau. Die Temperatur muss mindestens 8 °C im Jahresmittel betragen. Wenn das Holz gut ausgereift ist, dann überstehen Rebstöcke Temperaturen von annähernd –20 °C. Ideal für Weinreben sind lockere und durchlässige sowie warme, nährstoffreiche und kalkhaltige Böden. Gut verrotteter Kompost oder auch Rindenhumus, der vorsichtig oberflächlich im Wurzelbereich eingearbeitet wird, fördert gleichzeitig die Bodenstruktur.

Pflege

In den ersten 3 Jahren sollten am besten nur organische Dünger eingesetzt werden. Hierfür eignen sich gut verrotteter Kompost, Rindenhumus und aufgedüngte Torfsubstrate, die vorsichtig in den oberen Wurzelbereich eingearbeitet werden. Für die mineralische Düngung ab dem 4. Standjahr empfiehlt sich Pflanzenfutter komplett. Eine erste Gabe erfolgt im April mit circa 100 g / Pflanze und eine zweite zwischen Juni und Juli mit circa 40 g / Pflanze für die Fruchtentwicklung. Alternativ kann auch Pflanzenfutter® für Beerenobst – ein kaliumbetonter Dünger – ausgebracht werden. Da alle Weinreben kalkhaltige Böden bevorzugen ist es außerdem empfehlenswert, circa alle 3 Jahre kohlensauren Kalk (circa 400 g / Pflanze) oder Branntkalk (200 g / Pflanze) auf schweren Böden zu verabreichen.

Besonderheiten zum Schnitt

Der erste Trieb bildet immer den Stamm. Soll die Weinrebe an einer Hauswand oder Mauer wachsen, erzieht man am besten einen senkrechten Kordon (auch Schnurstock genannt) mit einem etwa 40–80 cm hohen Stamm. Unterhalb dieser 80 cm werden während des künftigen Wachstums regelmäßig alle Knospen und Nebentriebe direkt am Haupttrieb entfernt. Diese Höhe sollte möglichst eingehalten werden, um Krankheiten vom Boden aus vorzubeugen. Für eine Pergola muss der Stamm natürlich höher gezogen werden, damit die Triebe sich in der gewünschten Höhe ausbreiten können. In den folgenden Jahren beginnt der eigentliche Rebschnitt. Er hat einerseits das Ziel, einträgliche einjährige Tragruten mit Trauben zu bilden und andererseits als Erziehungsschnitt zu dienen, um dem Weinstock eine vorbestimmte Form zu geben. Aber keine Sorge: Dieser Schnitt ist keine geheime Wissenschaft. Man muss in erster Linie nur wissen, dass Rebstöcke am einjährigen Holz fruchten. Beziehungsweise genauer gesagt an den einjährigen Trieben, die auf zweijährigem Holz stehen.

Ernte und Lagerung

Alle in Deutschland zugelassenen Rebsorten sind selbstfruchtbar, so dass auf Pollenspender verzichtet werden kann.


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