Kiwi

Kiwi

Pflanz- und Pflegeanleitung Kiwi

Botanischer Name

Actinidia in Arten und Sorten

Familie

Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae)

Einordnung

Beerenobst

Pflanzung und Standort

Pflanzen Sie am besten im Frühjahr oder Herbst. Sommer-Termine sollten wenn möglich vermieden werden, um sich ein unnötiges Gießen (bei Hitze bis zu 3-mal täglich) zu ersparen. Kiwis sind starkwindende Kletterpflanzen, die im Durchschnitt 2–3 Meter hoch werden und eine entsprechend hohe Stützhilfe benötigen. Zum Festhalten genügt den Pflanzen ein Rankgerüst, eine Pergola, ein Spalier an einer Wand oder eine freistehende Kletterhilfe. Für letztere werden Pfähle in einem Abstand von circa 5 m eingeschlagen und Spanndrähte in 80 cm, 130 cm und 180 cm Höhe gezogen. Bei den großfruchtigen Kiwis (Actinidia deliciosa) sollte der Pflanzabstand 2,5–4 m betragen. Bei den kleinfruchtigen Kiwis (Actinidia arguta) rechnet man mit nur 2–3 m. Kiwis lieben einen humosen, gleichmäßig feuchten, gut durchlüfteten und sauren Boden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 5,5. Auf trockenen und kalkhaltigen Böden wachsen sie eher kümmerlich. Die Pflanzen benötigen einen sonnigen bis halbschattigen sowie möglichst geschützten Standort.

Kiwis sind getrenntgeschlechtliche Pflanzen. Damit sie fruchten, benötigen weibliche Kiwis eine männliche Pflanze ganz in ihrer Nähe. Dabei kann eine männliche Pflanze mit Hilfe von Bienen und Hummeln bis zu acht verschiedene Kiwi-Damen mit Pollen versorgen, sofern der Abstand weniger als 20 Meter beträgt. Bei der Kiwi Weiki® befindet sich jeweils eine männliche und weibliche Pflanze in einem Topf. Alle Kiwipflanzen benötigen eine gewisse Größe, bevor sie in Blühstimmung kommen. Je nach Standort, Boden und Klima blühen und fruchten sie erstmals nach 3–4 Jahren. Dabei blühen die männlichen Pflanzen meist ein Jahr früher als die weiblichen. Die männlichen Blüten sind mit einer Vielzahl an Staubgefäßen gefüllt, während die Griffel und Narben der weiblichen Blüten mit nur sehr wenigen Staubgefäßen sehr gut zu erkennen sind.

Pflege

In einem guten Gartenboden sind Kiwis nicht auf üppige Düngergaben angewiesen. Eine Gabe von Kompost im Frühjahr als Humuslieferant reicht meist aus. Wenn die Pflanzen zu tragen beginnen, kann man sie mit einer ausgewogenen Düngung unterstützen, zum Beispiel mit einer Grunddüngung im Frühjahr, gefolgt von einer reduzierten Nachdüngung zur Blütezeit. Da Kiwis chloridempfindlich sind, sollte auf die Verwendung entsprechender Dünger geachtet werden. Ein geeigneter Dünger ist zum Beispiel Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter® für Beerenobst. In trockenen Sommern sind auch ältere Kiwipflanzen auf regelmäßiges und durchdringendes Wässern angewiesen, da sie sonst ihre Blätter vorzeitig abwerfen. Eine dicke Mulchschicht – zum Beispiel aus Stroh, Grasschnitt, Beinwell- oder Brennnessellaub – schützt den Boden und das flache Wurzelsystem vor dem Austrocknen.

Besonderheiten zu großfruchtigen Kiwis

Großfruchtige Kiwis sollten in den ersten zwei Jahren nahezu ohne jede Schnittmaßnahmen zu lichten und gut verzweigten Pflanzen heranwachsen. Ab dem dritten Standjahr werden Ende Februar / Anfang März die Seitentriebe auf wenige Knospen zurückgeschnitten, um die Bildung der Fruchttriebe zu fördern (Winterschnitt). Für eine positive Fruchtentwicklung werden dann im August die fruchtenden Triebe zwischen dem 5. und 6. Blatt oberhalb des Fruchtansatzes abgeschnitten (Sommerschnitt). Großfruchtige Kiwis sind wärmebedürftig und sollten in den ersten Jahren geschützt werden – zum Beispiel mit Fichtenreisig, da die jungen Triebe spätfrostgefährdet sind. Aber auch die blühenden Triebe von älteren Pflanzen sollten nachts bei drohenden Frösten besser mit Vlies abgedeckt werden. Ansonsten sind Kiwis jedoch gut regenerationsfähig.

Besonderheiten zu kleinfruchtigen Kiwis

Die kleinfruchtigen Kiwis werden je nach Wachstum nur alle 2–4 Jahre ausgelichtet. Dies geschieht am besten im zeitigen Frühjahr (Februar), weil dann keine Blätter die Sicht versperren. Zu dieser Zeit werden auch alte, abgetragene Triebe entfernt. Die bis zu 2 Meter langen Sommertriebe sollten keinesfalls gekürzt werden, da ansonsten wertvolle (Reserve-) Knospen verloren gehen. Außerdem werden unsachgemäß geschnittene Mini-Kiwis unter Umständen anfällig für Frost. Die kleinfruchtigen Mini-Kiwis sind im Gegensatz zu ihren großen und wärmeliebenden Schwestern frosthart und vertragen Temperaturen bis weit unter –20 °C. Trotzdem sollten auch bei ihnen im Herbst gepflanzte und kaum eingewurzelte junge Kiwis im ersten Winter mit einer Mulchdecke aus Laub, Stroh oder Fichtenreisig und einer Vliesabdeckung geschützt werden.

Ernte und Lagerung

Ab September sind die ersten Früchte reif – man schneidet sie einfach mit einer Schere ab. Die Genussreife ist anschließend erreicht, wenn die Früchte auf Druck leicht nachgeben. Die Ernte zieht sich über mehrere Wochen hin bis in den November hinein. Drohen Nachtfröste, deckt man die Pflanzen mit Vlies ab, um die Früchte zu schützen. Alternativ kann man die Kiwis ernten und in einem kühlen Raum lagern, wo sie wochenlang halten. Die Früchte schmecken fruchtig süß. Menschen, die auf große Kiwis allergisch reagieren, genießen das Wildfruchtaroma der Mini-Kiwis häufig problemlos und ohne Reue. Mini-Kiwis isst man übrigens meist mit Schale. Frisch oder unter Joghurt und Quark gemischt schmecken Kiwis am besten. Sie lassen sich aber auch vielseitig in der Küche verarbeiten, zu Marmelade und Kompott einkochen oder zur Konservierung einfrieren.


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