Kirschen-Pflege

Kirsche Pflanz- und Pflegeanleitung

Botanischer Name

Prunus avium

Familie

Rosengewächse (Rosaceae)

Einordnung

Steinobst

Kirschen werden in Süßkirschen und Sauerkirschen unterteilt. Die Neigung zum Platzen ist bei den Sauerkirschen geringer. Sie werden zusätzlich noch einmal in Weichselkirschen (mit färbendem Saft) und Amarellen (mit nicht färbendem Saft) unterschieden.

Pflanzung und Standort Kirsche

Vor der Pflanzung wird der Ballen gut gewässert. Bei einer Frühjahrspflanzung gibt man in das ausreichend große Pflanzloch Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter® für Obstgehölze nach Anweisung hinein. Die Kirschbäume werden so tief gepflanzt, dass der Wurzelballen maximal 2 cm mit Erde bedeckt ist. Anschließend gießt man gründlich an. In Rasenflächen sollten die Baumscheiben frei gehalten werden, damit die oberflächennahen Wurzeln der Bäume nicht mit den Rasengräsern um Wasser und Nährstoffe konkurrieren müssen – die Bäume entwickeln sich auf diese Weise besser. Der Pflanzabstand für Buschobst beträgt 4,5–6 Meter, der für Säulenobst 1,5–2 Meter.

Von Extrembodenarten abgesehen, haben Kirschen keine besonders hohen Ansprüche an den Boden. Der ideale Boden ist locker und humos, tiefgründig und gut durchlässig sowie leicht erwärmbar. Der pH-Wert sollte im Bereich von 6,5–7,0 liegen. Gummifluss kann ein Zeichen für vorhandene Staunässe sein, tritt aber auch bei einem zu starken Rückschnitt auf. Süßkirschen verlangen einen sonnigen und warmen Standort, da ihre frühe Blüte durch eventuelle Spätfröste gefährdet ist. Aber auch Höhen- oder Tallagen sind bei einem ausgeglichenen Klima durchaus geeignet. Sauerkirschen sind wesentlich anspruchloser als Süßkirschen. Sie vertragen sehr kalte Winter genauso wie heiße Sommer.

Pflege Kirsche

Im ersten Standjahr ist es für frisch gepflanzte Bäume besonders wichtig, sie mit ausreichend Wasser zu versorgen. In Kübel gepflanzte Säulenbäume müssen auch in den folgenden Jahren regelmäßig gewässert werden. Besonders hoch ist der Wasserbedarf zur Blüte und während der Fruchtbildung. Für eine ausgewogene Nährstoffversorgung empfiehlt sich im Frühjahr Pflanzenfutter® für Obstgehölze. Dieser Dünger ist speziell auf die Bedürfnisse von Obstgehölzen abgestimmt. Im Herbst empfiehlt sich dagegen Gärtner Pötschkes Patentkali. Es fördert die Ausreifung des Holzes und sorgt damit für eine bessere Winterhärte der Bäume. Zusätzlich hält es durch seinen hohen Kalkgehalt den pH-Wert des Bodens aufrecht. In Kübel gepflanzte Säulenbäume sollten nach der Befruchtung der Blüten bis zur Ernte der Früchte zusätzlich einmal pro Monat mit einem geeigneten Flüssigdünger nachgedüngt werden, wie zum Beispiel mit Pflanzenfutter® flüssig.

Kirschbäume schneiden

Ist die Krone von Süßkirschen erst einmal aufgebaut, schneidet man am besten so wenig wie möglich. Bei den meisten Bäumen genügt es, den Baum auszulichten und junges Fruchtholz heranzuziehen. Dazu schneidet man die Fruchttriebe, die getragen haben, nach der Ernte um die Hälfte ihrer Länge zurück. Wird eine große Krone gewünscht, müssen nur zu lange Fruchttriebe eingekürzt werden. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach der Ernte, dann ist die Gefahr des sogenannten Blutens am geringsten. Bei Frost sollte grundsätzlich nicht geschnitten werden.

Säulenkirschen schneiden

Säulenkirschen zeichnen sich im Vergleich zu normalen Kirschbäumen durch einen schmalen sowie säulenförmigen Wuchs aus. Trotzdem sind die Bäume sehr wüchsig, weshalb sie regelmäßig in Form geschnitten werden müssen. Meist erhalten die Pflanzen in der Baumschule schon einen ersten Erziehungs-schnitt. Wenn dies beim Kauf beziehungsweise bei der Lieferung noch nicht geschehen ist, empfiehlt es sich, die Säulenbäume vor der Pflanzung um ein Viertel bis ein Drittel ihrer Länge herunterzuschneiden, damit im nächsten Frühjahr die unter dem Schnitt liegenden Knospen willig austreiben und Fruchtspieße bilden. Im nächsten Sommer wird dann ein kräftiger, endständiger Trieb als Mitteltrieb zur Stammverlängerung nach oben geheftet. Wächst dieser noch im selben Jahr länger als circa 50 cm, wird er abermals eingekürzt. Alle bis August sich bildenden Seitentriebe schneidet man auf circa 20–30 cm zurück, um eine dichte und kurze Verzweigung am Stamm zu erzielen. Danach bereitet sich der Baum vor, Fruchtholz an den Trieben und entlang des Stammes anzusetzen. Wenn sich an der Spitze mehrere Leittriebe bilden, werden diese bis auf den stärksten entfernt oder bis auf zwei Knospen zurückgeschnitten. Ein regelmäßiger und teils harter Rückschnitt (3–5-mal im Jahr) ist für eine weitere Formierung unverzichtbar. Beachten Sie dabei: Die Säulenbäume müssen wie ein schlanker Weihnachtsbaum aussehen. Die unteren Äste bleiben immer etwas länger als die oberen, sonst treibt der Baum nur noch oben weiter und verkahlt unten. Die unteren Seitentriebe werden auf etwa 7–8 Knospen, die mittleren auf 5–6 und die oberen auf 2–4 Knospen zurückgeschnitten.

Ernte und Lagerung Kirsche

Bei der Reifezeit von Kirschen spricht man von Kirschwochen, die jeweils 11–15 Tage beinhalten. Die Reifezeiten können sich insgesamt durch Witterung, Standort und Boden verschieben, wobei die Reihenfolge der verschiedenen Sorten erhalten bleibt. Mit einem Vollertrag kann erstmals nach 3–4 Jahren gerechnet werden.

  1. Kirschwoche (14 Tage) → 24. Mai – 6. Juni
  2. Kirschwoche (12 Tage) → 8. Juni – 19. Juni
  3. Kirschwoche (11 Tage) → 20. Juni – 30. Juni
  4. Kirschwoche (13 Tage) → 1. Juli – 13. Juli
  5. Kirschwoche (12 Tage) → 14. Juli – 25. Juli
  6. Kirschwoche (15 Tage) → 26. Juli – 9. Aug.
  7. Kirschwoche (11 Tage) → 10. Aug. – 20. Aug.

Besonderheiten zu Süßkirschen

Süßkirschen sind in der Regel selbstunfruchtbar. Bei der Sortimentsgestaltung von Gärtner Pötschke werden jedoch selbstfruchtbare Neuzüchtungen bevorzugt, wie zum Beispiel Gärtner Pötschkes Riesen-Süßkirsche oder die Sorten Helena, Lapins, Sunburst sowie Sylvia. Durch das Hinzupflanzen einer Befruchtersorte kann ihre Ertragsleistung jedoch noch einmal erhöht werden.

Besonderheiten zu Sauerkirschen

Mit einigen Ausnahmen sind alle Sauerkirschen selbstfruchtbar, wie zum Beispiel auch die Zwerg-Schattenmorelle Kobold®. Dieser kleinkronige und schwachwachsende Baum wird nur circa 2 Meter hoch. Er benötigt bis zum 5. Standjahr einen Stützpfahl. Ein jährlicher Rück- und Auslichtungsschnitt nach der Ernte ist unbedingt erforderlich, da der Baum ansonsten verkahlt. Dabei entfernt man abgestorbene und quer wachsende Triebe. Die alten Fruchttriebe kürzt man um ein Drittel ihrer Länge ein. Schwache Triebe schneidet man nicht. Bester Schnittzeitpunkt ist direkt nach der Ernte (bis spätestens März). In dieser Zeit heilen die Wunden am schnellsten.

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