Himbeere

Himbeere

Pflanz- und Pflegeanleitung Himbeere

Botanischer Name

Rubus idaeus

Familie

Rosengewächse (Rosaceae)

Einordnung

Beerenobst

Pflanzung

Himbeeren müssen unbedingt flach gepflanzt werden, da der Austrieb aus den untersten 1–2 Knospen (Basisknospen) erfolgt. Diese sollten nur etwa 5 cm mit Erde abgedeckt sein. Wurzelnackte Himbeeren schneidet man vor der Pflanzung auf vier Augen (circa 10 cm über dem Wurzelstock) zurück. Für die Drahtspaliere werden drei Spanndrähte, auf eine Höhe von 1,5 m verteilt, gezogen. Die Spaliere sollten untereinander einen Reihenabstand von mindestens 1,5 m aufweisen. Der Pflanzabstand in der Reihe liegt bei 50 cm. Später belässt man nur 7–10 Ruten pro laufenden Meter in der Reihe.

Standort und Boden

Alle Himbeer-Sorten stammen ursprünglich von der Wald-Himbeere ab, die naturbedingt an Waldrändern wächst. Damit sie gut gedeihen, benötigen sie auch im Hausgarten einen humosen Boden mit gutem Wasserabzug. Schwere, verdichtete und nasse Böden müssen mit entsprechenden Maßnahmen – zum Beispiel durch die Einarbeitung von Sand und Kompost oder einer Hügelpflanzung – verbessert werden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sowie windgeschützt gelegen sein.

Pflege

Im zeitigen Frühjahr sind Himbeerpflanzen dankbar für eine Kompostgabe. Ein mehrfaches Mulchen mit Stroh, Gras- oder Rasenschnitt und Holzhäcksel fördert die Humusbildung und hält den Boden gleichmäßig feucht. Und eine ausgewogene Düngung wirkt sich vorteilhaft auf die Festigkeit der Ruten sowie auf das Aroma der Früchte aus. Ein kaliumbetonter Spezialdünger wie Pflanzenfutter® für Beerenobst empfiehlt sich beim beginnenden Blattaustrieb im März / April (50 g / m²), bei beginnender Blüte im April / Mai (30 g / m²) und nach der Ernte im Juli / August (50 g / m²). Da Himbeeren Flachwurzler sind, sollte man den Boden nur sehr vorsichtig und nicht zu tief bearbeiten.

Alljährlich treiben Jungruten aus den Wurzelknospen der Halbsträucher. Diese Ruten bilden im nächsten Jahr an kurzen Seitentrieben die Früchte aus. Die abgetragenen Ruten werden direkt nach der Ernte bis zum Boden entfernt. Die neuen einjährigen Triebe bleiben unbeschnitten. Einjährige und sehr lange Ruten, die weit über den obersten Spanndraht reichen, können im Frühjahr etwas zurückgeschnitten werden. So erntet man zwar etwas weniger, dafür aber größere Früchte. Der regelmäßige Rückschnitt hat zudem den Vorteil, dass die Gefahr von Rutenkrankheiten verringert wird.

Ernte und Lagerung

Himbeeren sind selbstfruchtbar. Die Erntereife ist abhängig von der Sorte – während die ersten frühen Sorten bereits im Juni reifen, kommen herbstragende Sorten oftmals erst im August zur Reife, die dann bis in den Oktober hineinreicht. Die aromatischen Himbeerfrüchte sind etwas transportempfindlich und eignen sich daher sehr gut für den Anbau im Hausgarten. Dort kann man die Früchte immer ganz frisch vom Strauch ernten. Allerdings sind sie auch ein willkommenes Futter für Vögel. Deshalb sollte man die Sträucher schon rechtzeitig, bevor sich die Früchte voll ausfärben, schützen. Am besten eignet sich ein sehr feinmaschiges Insektennetz, in dem sich die Vögel nicht verfangen können. Zusätzlich kann man, wie bei Kirschbäumen, mit einigen Stanniolstreifen in den Zweigen die Tiere abschrecken.

Besonderheiten zu spätfruchtenden Himbeersorten

Herbstfruchtende Sorten stellen die gleichen Bedingungen wie alle anderen Himbeeren auch. Allerdings benötigen die starken aufrechten Ruten nur ein kleines Stützgerüst. Sie blühen und fruchten an den einjährigen Trieben, die jährlich nach der Ernte bodeneben abgeschnitten werden.

Besonderheiten zu mehrfachfruchtenden Himbeersorten

Die Himbeere Sugana® gehört der modernen Twotimer®-Generation an und trägt gleich zweimal im Jahr Früchte. Sie bildet ihre Blütenanlagen nämlich sowohl an den ein- wie auch an den zweijährigen Ruten. Die einjährigen Ruten fruchten von August bis Oktober im oberen Bereich. Diese schneidet man Ende Februar / Anfang März des Folgejahres bis in den Bereich zurück, der noch keine Blüte und Früchte gebildet hat. So tragen die gleichen, dann zweijährigen Ruten noch ein zweites Mal Früchte. Haben sich Seitentriebe gebildet, kürzt man diese auf 1–2 Augen ein. Alle zweijährigen Tragruten werden sofort nach der Ernte im Juni bis zum Boden zurückgeschnitten. Die gleiche Vorgehensweise gilt auch für die Himbeere Herbstgold.

Besonderheiten zur Schwarzen Himbeere

Die schwarzen Himbeeren wie z.B. Black Jewel treiben lange Ruten, die heruntergebunden werden können oder, wenn sie eine gewünschte Höhe von 1,8–2 m erreicht haben, im Juni pinziert werden (Triebspitzen auszwicken). Die horizontal wachsenden Seitentriebe sind auf 15–20 cm einzukürzen. An diesen erscheinen dann im kommenden Mai / Juni weißliche Blüten, denen im Juli Fruchtbüschel folgen. Die Ansprüche an den Standort und den Boden gleichen denen der bekannten roten Himbeeren.

Himbeere Rezepte

Bei dieser Himbeermarmelade entfällt das Einkochen komplett und die volle Kraft der Früchte bleibt erhalten. Gekühlt ist der leckere Brotaufstrich etwa 2 Wochen haltbar.

Himbeermarmelade (ca. 0,5 l)

Zutaten

  • 250 g frische Himbeeren
  • 250 g Gelierzucker
  • 1 EL frisch gepresster Zitronensaft

Zubereitung

Für diese Marmelade eignen sich nur vollkommen unversehrte Früchte. Lesen Sie daher alle faulen oder verletzten Beeren aus und verzichten Sie auf das Waschen, denn das würde den empfindlichen Beeren nicht gut bekommen. Anschließend werden die Beeren zusammen mit dem Gelierzucker in einer Schüssel gemischt und mit einer Gabel leicht zerdrückt. Jetzt heißt es Warten, denn die Himbeeren sollten mindestens 2 Stunden Saft ziehen. Nach der Wartezeit geben Sie den Zitronensaft zu den Beeren hinzu und mixen alles für ca. 15 Minuten bis die Beerenmasse dickflüssig wird. Jetzt müssen Sie die Marmelade nur noch in saubere Schraubgläser füllen und gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Die Haltbarkeit beträgt etwa 2 Wochen.



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