Rucola

Rucola

Pflanz- und Pflegeanleitung Rucola

Botanischer Name

Diplotaxis tenuifolia und Eruca sativa

Familie

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Es gibt zwei verschiedene Arten, die man im Volksmund als Rauke oder neuerdings auch als Rucola bezeichnet: die Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) und die Salatrauke (Eruca sativa). Beide gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die Rauke wurde bereits von den alten Germanen geschätzt und später von den Römern als Entdeckung ihrer Eroberungszüge mit in die südliche Heimat genommen. Nördlich der Alpen geriet die salatartige Pflanze jedoch nach und nach in Vergessenheit. Da allerdings bei uns in den letzten Jahren die italienische Küche sehr in Mode gekommen ist, hielt die Rauke unter ihrem italienischen Namen Rucola wieder Einzug in die deutschen Küchen. Seitdem begeistert das Kraut alle mit seinem nussartigen Aroma. Die Wilde Rauke ist mehrjährig – ihre schmalen, gefiederten oder gebuchteten Blätter haben dabei einen pikanten und leicht scharfen Geschmack. Die Salatrauke hat dagegen etwas breitere Blätter als die Wilde Rauke und schmeckt milder – sie wird einjährig kultiviert. Neuerdings gibt es aber auch Kreuzungen beider Arten, die das Aroma und die Blattform der Wilden Rauke mit der Raschwüchsigkeit der Salatrauke verbinden. Dabei schmeckt Rucola nicht nur gut, sie ist auch sehr gesund. Die Pflanzen haben einen besonders hohen Senfölgehalt und enthalten außerdem noch viele verschiedene Mineralstoffe und Vitamine. Wie gut, dass das schnellwachsende Kraut im Anbau so unproblematisch ist und fast das ganze Jahr über geerntet werden kann.

Aussaat

Ab dem Frühjahr kann laufend ausgesät werden – entweder direkt ins Freiland, oder wenn man dort keinen Platz hat, auf der Fensterbank, wo man Rucola wie Kresse ziehen kann. Alternativ kann man sie aber auch gut in ausreichend großen Pflanzgefäßen kultivieren. Die Aussaat erfolgt ab Ende März in Reihen mit einem Abstand von etwa 15 cm und einer Saattiefe von 1–2 cm. Bei Keimtemperaturen von 15–20 °C beträgt die Keimdauer 1–2 Wochen. Während dieser Zeit den Boden gleichmäßig feucht halten. Nach dem Aufgehen der Saat vereinzelt man die jungen Sämlinge der Wilden Rauke auf 10–15 cm und die der Salatrauke auf 5–7 cm. Für eine Topfkultur pikiert man jeweils 4–5 Stück von ihnen in ein passendes Gefäß.

Die Pflanzen entwickeln sich nach der Aussaat zunächst nur langsam, sind nach einiger Zeit jedoch sehr wüchsig und können dann – wie die meisten Blattsalate auch – mehrmals pro Saison beerntet werden. Denn nach einem Schnitt wachsen sie in der Regel wieder nach. Um durchgehend ernten zu können, sollten trotzdem regelmäßige Folgeaussaaten in kleinen Mengen vorgenommen werden. Der nächste Satz folgt immer dann, wenn die Sämlinge der vorhergehenden Saat bereits mehrere kleine Blätter ausgebildet haben. Eine ganzjährige Ernte ist aber nur in einem frostfreien Gewächshaus oder auf der Fensterbank möglich.

Sprossenanzucht als ganzjährige Alternative

Rucola eignet sich auch für eine ganzjährige Sprossenanzucht im Zimmer. Sie gelingt problemlos auf einer hellen und nicht zu warmen Fensterbank. Dafür die Samen breitwürfig und dicht in Schalen oder Töpfe aussäen. Die Sprossen können nach gut 2 Wochen geerntet werden.

Standort und Boden

Sowohl die Wilde Rauke als auch die Salatrauke benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Standort in humoser und nährstoffreicher, gut durchlässiger, aber ausreichend feuchter Erde. Bei der Planung des Gemüsebeetes ist zu beachten, dass Rucola zur Familie der Kreuzblütler und damit zu den Kohlgewächsen gehört. Um Krankheiten wie die Kohlhernie vorzubeugen, sollte sie nur auf Beeten angebaut werden, auf denen zuvor einige Jahre lang keine anderen Kreuzblütler oder Kohlarten gestanden haben.

Pflege

Die Anzucht von Rucola ist nicht schwer, denn Rucola ist eine dankbare und pflegeleichte Pflanze, die schnell wächst und gute Erträge liefert. Ihr Wasserbedarf ist normal – da sie jedoch nur flach wurzelt, muss vor allem bei Hitze und lang anhaltenden Trockenperioden ausreichend gegossen werden. Auf zu trockenen Böden beginnt Rucola nämlich frühzeitig zu schossen und blühen. Wie immer sollte Staunässe jedoch vermieden werden. Gedüngt werden sollte – wenn überhaupt – nur sehr sparsam und das nicht mit einem stickstoffhaltigen Dünger. Denn dieser würde den Nitratgehalt der Pflanze nur unnötig erhöhen. Grundsätzlich ist eine Düngung nur dann erforderlich, wenn der Boden im Herbst vor der Aussaat durch das Einarbeiten von Kompost nicht entsprechend vorbereitet wurde. Aufkeimendes Unkraut jätet man, bevor es die Jungpflanzen überwuchert.

Ernte und Lagerung

Je nach Aussaattermin beginnt die Ernte von Rucola bereits Ende April. Denn gut 4–6 Wochen nach der Aussaat können schon die ersten jungen Blätter geerntet werden, sobald sie etwa daumenlang sind. Je nach Bedarf können Sie die Blätter einzeln abpflücken oder alternativ die ganze Pflanze circa 3 cm über dem Boden abschneiden, ihre Wurzeln treiben anschließend meist wieder aus. Dabei gilt – je häufiger und mehr man erntet, desto stärker wird der Neuaustrieb gefördert. Grundsätzlich schmecken die Blätter am besten, wenn sie vor der Blüte geerntet werden. Austreibende Blütenstängel sollten aus diesem Grund sofort entfernt werden – lässt man einige Blütenstände abreifen, kann man allerdings ihre Samen ernten. Sie können wie Senfkörner verwendet werden, zum Beispiel zum Einlegen von Mixed Pickles. Ansonsten können die zarten Blätter roh als Salat oder gekocht als Gemüse zubereitet werden. Darüber hinaus kann man aus ihnen ein leckeres Pesto zubereiten oder sie zum Würzen von Quark und Soßen nutzen. Ernten Sie wenn möglich aber immer nur so viel, wie Sie gerade benötigen. Denn im Kühlschrank hält sich Rucola nur 1–2 Tage lang frisch. Und eine Konservierung durch Trocknen oder Tiefgefrieren ist nicht möglich.


Rezept: Rucola-Salat


Zutaten: 
250g Rucola
100g Pinienkerne
100g Parmesan
Balsamico
Olivenöl

Zubereitung:
Den Rucola waschen und mit einer Salatschleuder oder Küchenpapier sorgfältig trocknen und in einer Salatschüssel mit dem Olivenöl und Balsamicoessig vermengen. Sowohl Essig als auch Öl sollten nur langsam nach und nach hinzugegeben werden, da man schnell zu viel nimmt und der Salat  matschig wird.
Die Pinienkerne werden in einer heißen Pfanne mit etwas Öl goldbraun gebraten und zum Rucola gegeben. Schließlich muss nur noch der Parmesan über den Salat gegeben werden. Es empfiehlt sich, keinen fertig geriebenen Parmesan zu verwenden, sondern ihn frisch zu reiben.


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