Rosmarin-Pflege

Rosmarin Pflanz- und Pflegeanleitung

Botanischer Name

Rosmarinus officinalis

Familie

Lippenblütler (Lamiaceae)

Mit seinem beliebten, mediterranen Aroma gehört Rosmarin zu den typischen Mittelmeerkräutern und sollte deshalb in keinem Küchengarten fehlen. Das kräftig würzige Aroma der kurzen, nadelartigen Blätter erinnert dabei etwas an Kiefernharz. Ungeschnitten erreicht der immergrüne und verholzende Halbstrauch Wuchshöhen von bis zu 2 Metern – er kann durch eine regelmäßige Ernte aber problemlos klein gehalten werden. Neben der eigentlichen und am häufigsten anpflanzten Art, die streng aufrecht wächst, gibt es auch niedrige Sorten mit hängendem und kriechendem Wuchs. Im Frühsommer ab Mai erscheinen das erste Mal die kleinen rosafarbenen, violetten oder weißen Blüten. In Abhängigkeit von der Witterung kann es im Herbst jedoch noch einmal zu einer zweiten Nachblüte kommen. Die Früchte und Samen des Rosmarins sind unscheinbar.

Aussaat Rosmarin

Um Rosmarin aus Samen zu ziehen, sät man ihn im Frühjahr ab Mitte März unter Glas oder Folie aus. Alternativ kann man ihn ab Mitte April auch ins Frühbeet säen. Bei einer Saattiefe von etwa 0,5 cm und einer Keimtemperatur von 18–22 °C beträgt die Keimdauer 2–3 Wochen. Ab Mitte Mai kann man die vorgezogenen Jungpflanzen dann mit einem Pflanzabstand von 30 cm in den Kräutergarten auspflanzen. Für eine Topfkultur werden 4–5 Sämlinge in ein ausreichend großes Pflanzgefäß pikiert.

Gärtner Pötschke

Alternative Arten der Rosmarin-Vermehrung

Häufiger als durch Aussaat wird Rosmarin durch Stecklinge vermehrt. Für diese Art der Vermehrung schneidet man in den Sommermonaten halbverholzte Triebe von der Pflanze. Die Stecklinge wurzeln gut an, wenn man sie in Töpfe mit feuchter, sandiger Aussaaterde steckt und eine durchsichtige Plastiktüte über jedes Pflanzgefäß stülpt. Alternativ kann man Rosmarin aber auch durch Absenker vermehren. Dazu biegt man seine Zweige nach unten, steckt sie mit einer Drahtklammer am Boden fest und deckt sie ebenfalls mit feuchter sowie sandiger Erde ab. Nach einigen Wochen haben sich die Zweige bewurzelt und können von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

Standort und Boden Rosmarin

Wenn man Rosmarin im Garten auspflanzen möchte, eignen sich alle warmen, sonnigen und geschützten Standorte am besten für seine Kultur. Der Boden muss gut durchlässig sein, denn Staunässe verträgt er überhaupt nicht. Schwere Böden können durch das Einarbeiten von Kies oder Sand aufgelockert und verbessert werden. Meist ist es aber besser, Rosmarin in Töpfen zu ziehen. Denn das aus dem Mittelmeerraum stammende Würzkraut ist bei uns nur in wintermilden Regionen frosthart. Bei lang anhaltenden, strengen Frösten können die Pflanzen auf diese Weise schnell und unkompliziert in Sicherheit gebracht werden. Besonders anfällig für Kälteschäden sind sie in ihrer Jugendphase.

Pflege Rosmarin

Einmal angewachsen, wird Rosmarin nur noch mäßig gegossen. Zwar toleriert und verkraftet die sonnenverwöhnte Pflanze ausgedehnte Trockenperioden, doch in sehr heißen Sommern braucht auch sie von Zeit zu Zeit etwas Wasser. Staunässe darf dabei aber unter keinen Umständen entstehen. Auch gedüngt werden sollte mit Maß, denn als Schwachzehrer benötigt Rosmarin nur wenige Nährstoffe. Im Frühjahr wird entweder gut verrotteter Kompost oder ein organischer Volldünger, wie zum Beispiel Gärtner Pötschkes Naturdünger, in die oberste Bodenschicht eingearbeitet. Topfpflanzen werden dagegen mit einem Flüssigdünger, wie Pflanzenfutter® flüssig, über das Gießwasser versorgt. Damit sich die Halbsträucher von Grund auf gut verzweigen, muss Rosmarin jährlich nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Ein zu später Schnitt im Herbst birgt jedoch die Gefahr von Frostschäden. Ausgepflanzte Exemplare werden im Winter mit Reisig oder in besonders strengen Frostperioden mit Vlies abgedeckt und geschützt. Doch beachten Sie, nicht alle Sorten sind winterhart. Topfpflanzen werden, sobald die ersten Nachtfröste drohen, eingeräumt. Man überwintert sie hell und kühl, aber frostfrei.

Ernte und Lagerung Rosmarin

Grundsätzlich kann man Rosmarin das ganze Jahr über nach Bedarf ernten, gegen Ende des Jahres leidet aber seine Qualität und die Blätter werden zäh. Die Zeit kurz vor der Blüte ist dagegen ideal, denn dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen erfahrungsgemäß am höchsten. Geerntet werden die jungen und noch nicht verholzten Zweigspitzen, also die obersten 5–10 cm eines Triebes. Eine regelmäßige Ernte ist gut für den Pflanzenaufbau, denn sie fördert die Verzweigung und damit einen buschigen sowie kompakten Wuchs. Bleibt sie aus, schießen die Sträucher in die Höhe. Sie verholzen und bilden dabei weniger für die Küche verwertbare Triebe.

Rosmarin kann man frisch verwenden oder für eine spätere Verwendung ohne großen Aromaverlust trocknen. Dafür schneidet und bündelt man im Sommer seine Stängel, um sie anschließend an einem warmen, trockenen sowie luftigen Ort aufzuhängen. Auf diese Art und Weise bleibt das Aroma besser erhalten als beim Schnelltrocknen in einem Backofen. Grundsätzlich ist auch Einfrieren möglich – in Gefrierbeuteln tiefgekühlt, halten sich frische Rosmarinzweige mehrere Monate. Das mediterrane Kraut wird traditionell zum Würzen von Fleisch verwendet – egal ob Fisch, Lamm, Rind, Schwein oder Wild. Mit seinem kräftig würzigen Aroma verleiht es ihm einen unverwechselbaren Geschmack. Es sollte dabei jedoch immer nur sparsam verwendet werden. Meist reicht es schon aus, vor dem Braten und Kochen einfach einen Zweig mit in das Gericht zu geben und ihn vor dem Verzehr wieder zu entfernen. Darüber hinaus aromatisiert Rosmarin auch Kräuteressige und Kräuteröle, würzt Marinaden und Dressings und kann in geringer Dosierung auch für Gebäck und Fruchtsorbets verwendet werden. Zudem verleihen die getrockneten Blätter Potpourris eine frische Duftnote.

Gärtner Pötschke

Rezept: Rosmarin-Zitronen-Salz

Zutaten

  • 1 Zitrone
  • 2 Rosmarin-Zweige
  • 200g grobes Meersalz

Zubereitung

Erfrischendes und zugleich aromatisches Rosmarin-Zitronen-Salz ist schnell selbst zubereitet: Die Zitrone heiß abwaschen und die Schale abreiben. Die Rosmarinzweige waschen, gründlich abtrocknen und die Blätter etwas zerkleinern. Das grobkörnige Salz mit dem Rosmarin und der Zitronenschale vermengen - fertig! Besonders gut passt das Rosmarin-Zitronen-Salz zu Gerichten mit Fisch oder Kartoffeln.



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