Bärlauch

Bärlauch

Pflanz- und Pflegeanleitung Bärlauch

Botanischer Name

Allium ursinum

Familie

Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)

Unterfamilie

Lauchgewächse (Allioideae)

Bärlauch erfreut sich seit nunmehr einigen Jahren einer stetig wachsenden Fangemeinde und Popularität. Mit seinem Knoblauch-Aroma hat er sich dabei schon längst einen festen Platz unter den beliebtesten Küchenkräutern gesichert. Doch seine Saison ist nur sehr kurz … vielleicht macht ihn aber auch gerade das zu einer Besonderheit, auf die man sich das ganz Jahr über freut. Bärlauch findet man bei uns in der freien Natur in Laub- und Mischwäldern, er ist immer öfter aber auch in Parkanlagen anzutreffen. Je nach Witterung erscheinen seine lanzettförmigen, dunkelgrünen Blätter im März oder April. Sie stehen als horstartig wachsende, 15–30 cm hohe Blattschöpfe zusammen. Ab Mai bilden sich seine Blütenstände. Das sind mit schneeweißen Blütensternen besetzte Scheindolden, die an aufrechten Stängeln stehen. Aus ihnen entwickeln sich im Juni schließlich seine kugelförmigen Samenstände. Spätestens Ende Juni zieht Bärlauch dann ein und zeigt sich erst im darauffolgenden Frühjahr mit seinem Neuaustrieb wieder.

Aussaat und Pflanzung

Eine Anzucht von Bärlauch ist sowohl durch das Aussäen von Saatgut, durch das Stecken von Zwiebeln als auch durch das Pflanzen von bereits fertig getopfter Ware möglich. Die Aussaat erfolgt von Oktober bis März als Vorkultur in einem Früh- oder Saatbeet. Denn Bärlauch ist ein Kaltkeimer – die Kältephase ist wichtig, um seine Keimruhe zu brechen. Die Samen werden 1–2 cm dick mit Erde bedeckt und gleichmäßig feucht gehalten. Ihre Keimung erfolgt im Frühjahr. Ab Mai werden die jungen Sämlinge dann pikiert und vorsichtig auf einen Abstand von 20–30 cm verzogen. Die Zwiebeln sind meist leichter zu kultivieren. Sie können ab dem Spätsommer bis zum Ende des Herbstes einfach am vorgesehenen Standort eingegraben werden. Die Pflanztiefe beträgt 10 cm, der Pflanzabstand 10–20 cm. Getopften Bärlauch kann man ganzjährig – außer bei gefrorenem Boden – setzen. Er hat den entscheidenden Vorteil, dass er bei einer zeitigen Frühjahrspflanzung meist noch im gleichen Jahr das erste Mal beerntet werden kann. Im Vergleich: Eine Ernte von gestecktem Bärlauch ist erst im Folgejahr und von ausgesätem Bärlauch frühestens nach 3 Jahren möglich.

Standort und Boden

Bärlauch bevorzugt Standorte im lichten Schatten von laubabwerfenden Bäumen oder Sträuchern, idealerweise auf einem humosen und nährstoffreichen, kalkhaltigen und nicht allzu trockenen Boden. Sandige Böden werden deshalb vor der Pflanzung mit gut abgelagertem Kompost und saure Böden mit Gärtner Pötschkes Lava-Gesteinsmehl oder Kalk aufgearbeitet und verbessert. Da sich Bärlauch im Sommer in den Boden zurückzieht, sollte man möglichst daran denken, ihn mit anderen schattenliebenden Pflanzen zu kombinieren, welche die kahlen Stellen füllen, die er zu dieser Jahreszeit hinterlässt – zum Beispiel mit Astilben, Buschwindröschen, Farne oder Schlüsselblumen.

Dem Ausbreitungsdrang Einhalt gebieten

Dort wo Bärlauch sich wohlfühlt, verwildert er leicht und bildet mit der Zeit große Bestände, die man schon von weitem an ihrem knoblauchartigen Duft erkennen kann. Mitunter wuchert er sogar so stark, dass man ihn an manchen Stellen wieder roden muss – dies macht man idealerweise im Frühjahr, denn dann kann man die gejäteten Pflanzen gleich essen und in der Küche verwenden. Soll sich Bärlauch nicht so stark ausbreiten, weist man ihm am besten ein eigenes Beet zu.

Pflege

Zeigen sich die ersten Blättchen, ist es ratsam, diese nach dem Erscheinen des dritten Blattes vorsichtig abzuknipsen. In den ersten Jahren fördert man so die natürliche Verzweigung – bis zur Blüte im Mai stehen dann Jahr für Jahr mehr Blätter zur Verfügung. Solange die Pflanzen den Boden noch nicht vollständig bedecken, sollte aufkeimendes Unkraut regelmäßig gejätet werden. Es wird nur wenig gegossen und gedüngt. Lediglich während der Wachstumszeit im Frühjahr ist Bärlauch bei länger anhaltender Trockenheit zusätzlich zu wässern. Den Rest des Jahres kommt er – unter der Voraussetzung, das er nicht zu sonnig gepflanzt wurde – gut alleine zurecht. Auch eine Düngung ist in der Regel nicht erforderlich. Wer ihm etwas Gutes tun möchte, mulcht ihn im Herbst mit einer dicken Laubschicht.

Ernte und Lagerung

Die Ernte beginnt, sobald sich im April die ersten Blätter zeigen. Besonders gut schmecken sie vor der Blüte im Mai, die bei warmer Witterung praktisch über Nacht eintreten kann. Mit dem Aufbrechen der Blütenknospen nimmt ihre Qualität stetig ab. Die ersten zarten Blätter einer noch jungen Bärlauchpflanze schmecken nur sehr verhalten nach Knoblauch, ihr Aroma steigert sich aber mit fortschreitendem Alter. Schneiden Sie immer nur einzelne Blätter mit Stielansatz ab und nie die ganze Pflanze auf einmal. Denn nur so werden die Zwiebeln als unterirdische Speicherorgane weiterhin mit Nährstoffen versorgt, was wichtig ist, damit sie im folgenden Frühjahr wieder neu austreiben können. Lassen Sie den Bärlauch vor der Ernte etwas trockener stehen, seine Blätter schmecken dann intensiver. Verwenden Sie diese am besten frisch oder tiefgefroren, denn getrocknet verlieren sie schnell an Aroma.

Bärlauchblätter sind eine gesunde Frischkost und ein leckeres Frühlingsgewürz, das man genauso wie Knoblauch oder Schnittlauch verwenden kann. Sie eignen sich für Frischkäse, Kräuterbutter, Quark, Salate und Soßen. Aber auch ein Bärlauchpesto oder eine Bärlauchsuppe ist überaus schmackhaft. Und gesund – denn das stark an Knoblauch erinnernde Küchenkraut enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe. Doch keine Angst: Im Unterschied zum eigentlichen Knoblauch entstehen nach dem Verzehr von Bärlauch keine unangenehmen Gerüche.

Vorsicht vor Verwechslungen

Achtung – es besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr mit den sehr ähnlich aussehenden, aber giftigen Blättern der Herbstzeitlosen und Maiglöckchen. Bärlauch erkennt man am sichersten daran, dass seine gepflückten Blätter einen intensiven Knoblauchduft verströmen. Außerdem lassen sie sich ganz leicht von der Pflanze abpflücken, weil sie einen sehr weichen Stiel haben. Maiglöckchenblätter sind dagegen zäher und besitzen einen im Vergleich festeren Stiel.


Rezept: Bärlauch-Pesto


Zutaten:
100g Bärlauch
40g Pinienkerne
5 cl kaltgepresstes Olivenöl
Salz & Pfeffer

Zubereitung:
Leckeres, frisches Bärlauchpest gelingt ganz einfach: Zuerst wird der Bärlauch gewaschen und getrocknet. Dann werden die Bärlauch-Blätter möglichst klein geschnitten und zusammen mit den Pinienkernen und dem Öl mit einem Mixer oder Pürierstab püriert. Das Ganze noch mit Salz & Pfeffer abschmecken - fertig!

Besonders gut macht sich ein solchen Bärlauch-Pest zum Beispiel mit Vollkorn-Nudeln und scharf angebratenen Speck-Würfeln. 


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