Topinambur

Topinambur

Pflanz- und Pflegeanleitung Topinambur

Botanischer Name

Helianthus tuberosus

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Unterfamilie

Wurzelgemüse

Topinambur – auch als Kartoffel der Zuckerkranken bekannt – ist eine ausdauernde und mehrjährige Staude, deren enge Verwandtschaft mit der Sonnenblume nicht von der Hand zu weisen ist, wenn sie im Spätsommer mit ihren gelben Blüten überrascht. Nicht weniger beeindruckend ist ihre Wuchshöhe von bis zu 3 Metern. Das eigentliche Objekt unseres Interesses liegt jedoch im Boden verborgen – denn dort befinden sich die fleischigen, knollenförmigen Speicherorgane der Topinambur. Sie werden von einer rötlich-braunen Schale überzogen, die so dünn ist, dass die Knollen vor dem Verzehr nicht geschält werden müssen. Topinambur wurde Anfang des 17. Jahrhunderts in Europa eingeführt, kurze Zeit später jedoch schon wieder verdrängt, als die Kartoffel ihren Siegeszug startete.

Pflanzung

Topinambur wird nicht ausgesät, sondern gepflanzt, sobald sich der Boden im Frühjahr ausreichend erwärmt hat. Dies ist meist von Mitte März bis Ende April der Fall. Die Knollen werden in einem Reihenabstand von 60–80 cm ausgebracht. Innerhalb einer Reihe legt man sie in 5–10 cm tiefe Pflanzlöcher mit einem Abstand von 40 cm aus. Ihre Hauptknospen sollten dabei immer nach oben zeigen. Große Knollen werden vor dem Einpflanzen geteilt – jedes Knollenstück sollte höchstens so groß wie ein Hühnerei sein, dabei aber mindestens ein Auge beziehungsweise eine Triebknospe aufweisen. Nach Erhalt sollten die Knollen möglichst bald gepflanzt werden, alternativ werden sie bis zur Pflanzung in leicht angefeuchteter Erde oder Sand kühl gelagert.

Schutz vor hungrigen Wühlmäusen

Wühlmäuse können zu einem Problem werden, da Topinambur auf der Liste ihrer Lieblingspflanzen einen Spitzenplatz einnimmt. Unter Umständen ist eine Pflanzung in große Körbe aus engmaschigem Draht in Erwägung zu ziehen. Alternativ sind auch Wurzelsperren, wie wir sie vom Bambus her kennen, sehr gut geeignet, um die Knollen vor Fraß zu schützen und den Ausbreitungsdrang von Topinambur zu bremsen.

Standort und Boden

Topinambur ist ein sehr anspruchsloses Knollengemüse, das auf nahezu jedem Gartenboden wächst, sofern dieser nicht zu feucht ist. Ideal ist ein lockerer, tiefgründiger und durchlässiger Boden in sonniger bis halbschattiger Lage. Gerne an der Grundstücksgrenze, wo die hohen Stauden gleichzeitig einen guten Sichtschutz bilden. Nicht zu empfehlen ist dagegen eine Mischkultur mit anderen Pflanzen.

Pflege

Nach dem Austrieb, wenn die Pflanzen etwa 30 cm hoch sind, werden sie wie Kartoffeln bis zur Hälfte angehäufelt, um ihre Standfestigkeit zu verbessern. Im Laufe des Sommers kann es trotzdem notwendig werden, die hohen Pflanzen zu stützen, damit sie bei Wind und Regen nicht umknicken. Im Sommer regelmäßig gießen. Bei großer Hitze und länger anhaltender Trockenheit sind vor allem in leichten Böden zusätzliche Wassergaben nötig. Gelegentlich kann mit Gärtner Pötschkes Pflanzenfutter® komplett gedüngt werden, muss aber nicht. Wenn sich bereits im Sommer Blüten zeigen – was jedoch nur selten vorkommt – werden sie gekappt, da diese die Knollenbildung schwächen und den Pflanzen unnötig Kraft rauben.

Ernte und Lagerung

Die Ernte der Knollen kann beginnen, sobald gegen Ende Oktober / Anfang November die Blätter zu welken beginnen. Sie erfolgt am einfachsten – ebenfalls wie bei Kartoffeln – mit einer Grabegabel. Die Knollen sind jedoch nur begrenzt lagerfähig. Es ist daher besser, Topinambur bis zum Frühjahr nur nach Bedarf bei frostfreiem Wetter zu ernten. Kündigen sich längere Frostperioden an, kann ein kleiner Vorrat ins Haus geholt werden. Geerntete Knollen halten sich im Kühlschrank einige Tage. Wegen ihrer dünnen Schale ist das Einlagern in Sand jedoch nicht ratsam, denn dort würden sie rasch verderben. In der Küche ist Topinambur roh oder gekocht als Salat oder Gemüse zu verwenden.

Die besondere Bedeutung von Topinambur liegt in den Inhaltsstoffen der süßlich schmeckenden Knollen begründet. Ein sehr wichtiger Wirkstoff ist das sogenannte Inulin, der für die Behandlung von Diabetes entscheidend ist. Dieser Mehrfachzucker verleiht der Knolle ihren süßen Geschmack, ohne dabei den Blutzuckerspiegel zu belasten. Topinambur ist daher besonders für Diabetiker geeignet.

Gründlichkeit zahlt sich aus

Topinambur ist vollkommen winterhart und neigt zum Wuchern. Jede nicht geerntete und im Boden verbleibende Knolle treibt im Frühjahr wieder aus. Wenn sich an der Pflanzstelle kein Topinambur in den Folgejahren entwickeln soll, müssen alle Knollen unbedingt gründlich geerntet werden.

Rezept: Topinambur-Möhren-Pfanne


Zutaten:
400 g Topinambur
2 Zwiebeln
3 Möhren
250 g gewürfelter Speck
250 ml Gemüsebrühe
125 ml Süße Sahne
100g Parmesan
Salz & Pfeffer

Zubereitung:
Zunächst die Zwiebeln grob hacken und zusammen mit den Speckwürfeln anbraten. Anschließend den Topinambur und die Möhren schälen, in dünne Scheiben schneiden und zu den Zwiebeln und dem Speck geben und ca. 3 Minuten braten.  Alles mit der Gemüsebrühe und Sahne ablöschen und ca. 15 Minuten köcheln lassen und mit Salt unf Pfeffer abschmecken - fertig!


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